Sonntag, 29. März 2026

Mein Auftritt als wandelnde Aldi-Litfaßsäule

Da sind wir wieder! Wir waren auf einem "trip down memory lane" – in Costa Rica, wo wir uns vor zwölf Jahren kennen gelernt haben. Und dachten uns, man muss hier im Blog ja nicht breittreten, dass unsere Wohnung drei Wochen leersteht ... 

Schön war's jedenfalls. Aber danach brauchten wir erst mal etwas Zeit, um unseren Alltag auf die Reihe zu kriegen und wieder in den #daskannweg-Flow zu kommen.

Wie vor jeder Reise haben wir auch im Februar unsere Reisekiste aus dem Keller geholt: einen Karton voll mit Zeug, das man nur im Urlaub braucht. Und weil der Karton eine wahre #daskannweg-Schatzkiste war, haben wir vor Costa Rica noch schnell ein Reisespecial gemacht – #10dinge mit Reisebezug konnten weg. Darunter eine schon bedrohlich aufgeblähte Powerbank, ein Reiseadapter mit derart verbogenen Steckern, dass er sich der nur noch mit Gewalt in eine Steckdose stecken ließ, ein ziemlich peinlicher Fischerhut und Outdoorhandtuch Nummer fünf (Vermehren die sich eigentlich im dunklen Keller? Diese Frage bleibt wohl auf ewig unbeantwortet).

Eine andere Art von #daskannweg-Tradition pflege ich beim Kofferpacken: Ich lege immer viel zu viele Dinge in eine Klappkiste – alles, wovon ich denke: Das könnte man vielleicht mitnehmen. Vorm Einpacken wird dann wieder ausgepackt. So lange, bis ich die Menge an Gepäck für akzeptabel halte.

In einer der Auspackrunden musste diesmal mein Regencape dran glauben: zu knallgelb zum Tiere-Beobachten, und vor allem: zu großes Packmaß. So ein robustes Cape braucht man vielleicht fürs Hamburger Regenradeln, aber doch sicher nicht in den Tropen, in der Trockenzeit. Als wir 2014, ebenfalls im Februar, in Costa Rica gewesen waren, hatte es schließlich kein bisschen geregnet. 

Kurz vorm Zuklappen warf ich dann doch noch ein transparentblaues Einweg-Regencape in den Koffer, das ich ganz unten in der Reisekiste gefunden hatte – immerhin war es klein und leicht. Wo war das noch mal hergekommen? Keine Ahnung. Egal.

Selten habe ich mit einer Packentscheidung so danebengelegen. Denn diesmal regnete es in Costa Rica. Heftig. Anfangs dachten wir noch: besser ein kurzer Platzregen als den ganzen Tag Getröpfel. Doch dann drehte der Regen noch mal richtig auf – und dachte nicht dran aufzuhören. Es war höchste Zeit, das transparentblaue Einweg-Cape auszupacken.

Als ich es entfaltete, traute ich meinen Augen kaum. Auf der Brust prangten unter anderem ein Einkaufswagen, eine Gitarre, die Aufschrift "Dein Support Act" – und ein Aldi-Logo. Und dann fiel es mir wieder ein: Diese Capes hatte Aldi auf dem Deichbrand-Festival verteilt.

Das Aldi-Cape kam ausgiebig zum Einsatz. Denn es regnete, mit einigen Unterbrechungen, vier Tage lang. Ich schämte mich, als wandelnde Aldi-Litfaßsäule rumzurennen, aber immerhin hielt mich die dünne Plastikhaut notdürftig trocken. Zwischendurch rieb ich das Cape notdürftig ab, drehte es auf links und damit den Aufdruck nach innen.

Das Cape ist in Costa Rica geblieben. Es hat seinen Job erledigt. 

Aber irgendetwas sagt mir, dass die Geschichte der Reisekiste noch nicht zu Ende erzählt ist. Da wären beispielsweise die nagelneuen Schnorchelflossen, angeschafft nach einem atemberaubenden Schnorchelerlebnis auf Galapagos 2023. Sie hatten diesmal nicht in den Koffer geschafft, weil sie ziemlich sperrig sind und man auf Schnorchelausflügen meist kostenlos oder für kleines Geld Flossen leihen kann. Ob wir sie jemals benutzen werden? Fraglich. Aber momentan bringe ich es noch nicht übers Herz, sie auszusortieren – schließlich müsste ich mir dafür eingestehen, dass die Dinger ein Fehlkauf waren.

Was außer dem Regencape diese Woche weg konnte, erfahrt ihr hier: