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Montag, 13. Oktober 2014

Tag 286 - Der blaue Kissenbezug

Dieser blaue Kissenbezug passt auf keines der Kissen in meinem Besitz. Er passt leidlich auf ein Kissen, das früher in meinem Bett lag, jetzt aber zum Zweit-Besucherkissen degradiert wurde und im Bettkasten auf Besuch wartet. Leidlich bedeutet: Er ist eigentlich deutlich zu groß, aber wenn man ihn einschlägt, geht's irgendwie.

Da ich das Kissen aber nur noch höchst selten benutze (wann braucht man schon mal ein Zweit-Besucherkissen?!), brauche ich wirklich keinen Ersatzkissenbezug dafür. Der Bezug kann weg.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Tag 275 - Die Ikea-Lampe II

Heute geht es nicht um diese beiden sehr schönen Teekannen auf dem Foto, sondern um die sehr hässliche Lampe im Hintergrund. Und ja, diese Lampe habt ihr schon mal gesehen: am 22. März. Es war die Zwillingsschwester dieser Lampe, oder richtiger gesagt: die Vierlingsschwester, denn wie ich schon am 22. März schrieb, habe ich vier davon.

Eine der tollsten Änderungen, die meine Wohnung durch den Blog erfahren hat, sind die freigeräumten Fensterbänke. Herrlich, wie man aus den Fenstern rausgucken kann, seitdem sie nicht mehr mit Pflanzen, Duftlampen und anderem Schnickschnack vollgestellt sind! Je weniger auf der Fensterbank steht, umso mehr achtet man auf die einzelnen Dinge. Im Fall der Lampe ist das keine gute Idee, denn ihre Hässlichkeit ist dann nicht mehr zu übersehen. 

Die offensichtliche Hässlichkeit, plus die Tatsache, dass ich die Lampe wahrscheinlich seit dem 22. März (damals behauptete ich immerhin, ich benutze die Lampe "selten") nicht mehr angeschaltet habe, lassen nur einen Schluss zu: Die Lampe kann weg.

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Tag 274 - Das Weinregal

Ich war schon immer ein ordentlicher Mensch, und diese Tatsache plus 274 Tage #daskannweg sollten eigentlich längst der letzten Rumpelecke in meiner Wohnung den Garaus gemacht haben. Stimmt aber nicht, denn da ist noch die Ecke mit dem Weinregal, zwischen dem Tiefkühlschrank und dem Raumteiler-Regal, auf dem der Fernseher steht: immer vollgestellt mit Kram, für den in der Ecke eigentlich zu wenig Platz ist. 

Ich bin auf keinen Fall eine Weinkennerin. Nichts gegen ein Glas Wein, aber an den meisten Tagen trinke ich lieber Bier. Oder Tee. Und der Wust an Weinwissen, den man sich auf dem Weg zur Weinkennerin draufschaffen muss, hat jegliche Ambition in diese Richtung im Keim erstickt. Mein Weinregal ist nur halb gefüllt mit irgendwelchem Wein: zwei Flaschen Rotwein, zwei Flaschen Weißwein, eine Flasche Rosé. Mindestens drei der Flaschen wurden ziemlich sicher mal von irgendwem mitgebracht, eine war mal ein Geschenk und ist wahrscheinlich mehr wert als die anderen, was dazu führt, dass ich sie seit Jahren für einen "besonderen Anlass" aufbewahre. Wahrscheinlich ist der Wein inzwischen zu Essig geworden. Außerdem lagern auf dem Weinregal eine Thermoskanne und eine leere Flasche, die als Trinkflasche für unterwegs dient.

Und dann ist da noch das Weinregal selbst, eine leicht angegilbte, zusammenklappbare Ikea-Scheußlichkeit. Nicht schön, aber Weinflaschen müssen nun mal liegend gelagert werden, das weiß jeder, der schon mal irgendwo was über Wein gehört hat! Müssen sie das wirklich, frage ich mich? Auch wenn sie maximal fünf Euro gekostet haben und vermutlich weder vom Rumstehen noch vom Rumliegen besser werden? Ich werde es herausfinden. Denn das Weinregal kann weg.

Sonntag, 22. Juni 2014

Tag 173 - Die falschen Prinzen

 
Als ich ein Kleinkind war, besaßen meine Eltern ein außergewöhnliches Haustier: einen Laubfrosch. Einen echten. Er lebte in einem bepflanzten Terrarium mit einer winzigen Holzleiter. Um ihn zu füttern, fing meine Mutter eigenhändig lebendige Fliegen. Oder sie kaufte im Anglerladen frische Maden und wartete bis sie schlüpften. Offensichtlich waren Frösche damals voll im Trend, denn auch Onkel Heinz besaß eine solche Amphibie und entwickelte sogar eine Art „Mückenzuchtstation“, um die Versorgung seines grünen Freundes zu sichern. 

Ich erinnere mich daran, wie ich als ganz kleines Mädchen fasziniert vor dem Terrarium saß und den Frosch beobachte. Ich wollte ihn immer anfassen und seine leuchtend grüne Haut streicheln, aber das Vieh ließ sich nur ungern einfangen und dachte überhaupt nicht daran, still zu sitzen sobald es den Duft der Freiheit zu verspüren glaubte. 

Vielleicht stammt meine Liebe zu Fröschen aus dieser frühkindlichen Prägung. Vielleicht hat mir meine Mutter aber auch zu oft aus dem Märchenbuch vorgelesen.

Wenn ich heute gemütlich auf meinem Sofa lümmle, schweift mein Blick nämlich immer noch auf Frösche. Sie sitzen über die Ränge verteilt im Bücherregel. Einer bewacht das Gesamtwerk von Feridun Zaimoglu, ein anderer die französischen Realisten, ein dritter die Sparte „Frauenromane“ etc. Der große Keramik-Frosch wohnt auf meinem Balkon. Die Frösche haben sich mit den Jahren bei mir angesammelt. Manche waren ein Geschenk an die ewige Single-Frau (wahnsinnig witzig, hihi!); manche habe ich mir selbst gekauft, wenn ich sie zufällig in einem Laden entdeckte. Ich habe jedenfalls nie bewusst nach Fröschen Ausschau gehalten. 

Je öfter ich heute jedoch mein Regal sehe, umso häufiger denke ich mir: „Die Frösche müssen weg.“ Irgendwie bin ich das nicht mehr. Ich bin nicht mehr das kleine Mädchen, „die kleine Prinzessin“, die davon träumt, den Froschkönig zu heiraten. Es wäre sicherlich gesünder gewesen für mein Seelenheil, wenn ich einige der falschen Prinzen, die ich in den vergangenen Jahren geküsst habe, direkt an die Wand geklatscht hätte. Viele Tränen wären mir erspart geblieben. 

Die Frösche stehen sinnbildlich für eine Phase meines Lebens, die längst vorbei ist. Darum ist es besser, wenn wir ab sofort getrennte Wege gehen. Denn: Wie soll ich zuversichtlich in die Zukunft blicken, wenn die Vergangenheit immer präsent ist? Das Geheimnis heißt „Loslassen“. Nicht nur von Materiellem, sondern auch von inneren Einstellungen. Das ist nicht unbedingt leicht. Es kann verdammt weh tun; der Schmerz zerreißt einem das Herz. Aber was muss, das muss. 

In diesem Sinne verabschiede ich mich von Euch bei „Das kann weg“. Mir haben die neun Tage großen Spaß gemacht – ich hoffe, Euch auch! Danke an Angie für die Erfahrung. Ich habe in der Woche noch viele andere Dinge ausgemistet, die nicht den Weg hier in den Blog gefunden haben. Dennoch gut, dass Du ab morgen wieder übernimmst!

Mittwoch, 18. Juni 2014

Tag 169 – Die Glööckler-Bettwäsche




Ich muss ich Euch ein Geheimnis verraten: Ich war schon mal im Bett mit Harald Glööckler! Ja, wirklich. Für ein Fotoshööting pöösierten wir gemeinsam in der Kulisse seiner Verkaufsshööw beim Shööpping-Sender QVC – zwischen den Mikrööfaser-Laken seiner Bettwäsche-Kollektiöön!


Ich kenne Harald Glööckler seit vielen Jahren persönlich. Wir mögen und schätzen uns gegenseitig sehr. Ich durfte ihn mehrfach in seiner Berliner Wohnung besuchen und viele interessante Gespräche mit ihm führen. Das Tolle an Harald: Er ist wahnsinnig großzügig, so dass man sein Haus eigentlich nie mit leeren Händen verlässt. 

So kam ich auch an einen Shopping-Gutschein bei QVC und durfte mir aus dem Pompöös-Sortiment etwas aussuchen. Ich entschied mich für die schwarz-goldene Mikrofaser-Bettwäsche mit Kröönchen, im Set bestehend aus vier Teilen – zwei Kissenbezüge, zwei Decken. Mikrofaser ist ja „so angenehm, einfach toll! Das kühlt im Sommer und wärmt im Winter, weil sich das Material perfekt der Temperatur anpasst“, preist Herr Glööckler die Ware immer in seiner Sendung an. „Ich selbst schlafe ja in nix anderem mehr! Das ist so weich... ahh... und auch der Hund liebt es. Ganz einfach bei 40 Grad in die Waschmaschine...“


Nunja, mag vielleicht alles sein, aber ich habe ein Problem mit der Mikrofaser: Dieses künstliche Gewebe lädt sich elektrisch auf. Es knistert, wenn man die Betten aufschüttelt! 

„Hauptsache, da knistert überhaupt noch irgendwas im Bett“, würde Harald Glööckler jetzt sicherlich entgegnen. Ich weiß auch gar nicht, ob ich überhaupt einen Mann in mein Bett einladen würde, um mit ihm in Pompöös-Laken zu versinken. Wirklich sexy finde ich den Gedanken nicht.


Darum, lieber Harald, tut es mir leid: Die Bettwäsche kann weg. Ich bringe sie in den Oxfam-Laden. Dort freut sich vielleicht tatsächlich jemand darüber und der Erlös geht an gemeinnützige Organisationen. Das ist sicherlich in Ihrem Sinn.

Sonntag, 30. März 2014

Tag 89 - Die Sonne-Mond-und-Sterne-Bettwäsche

Wie viele Garnituren Bettwäsche braucht ein Mensch? Eigentlich ist die Antwort klar und lautet: zwei. In einer schläft man, die andere ist in der Wäsche. Kälteempfindliche Naturen und/oder Menschen, die gern bei offenem Fenster schlafen, mögen vielleicht noch zwischen Sommer- und Winter-Bettwäsche differenzieren und brauchen deshalb mehr.

In meinem Schrank, bzw. Bettkasten, befinden sich: acht Garnituren (Zahl der Woche). Darunter: eine doppelte, so dass man für zwei Personen einheitlich beziehen kann. Darunter: eine Bettwäsche, die ich eben erst mal fünf Minuten suchen musste, weil ich nur den Kissenbezug fand (Der Bettbezug war auf das Wintergästebett bezogen, das ich nie benutze und das sich folglich in einem zugestellten Bettkasten befindet. Ich hatte ihn bis dahin nicht vermisst). Darunter: die Sonne-Mond-und-Sterne-Bettwäsche. Die hab ich seit vielen Jahren nicht mehr aufgezogen - warum auch? Ich finde sie nicht schön und habe genug Alternativen. 

Die Bettwäsche kann weg. Ich werd sie in die Kemenate bringen, das ist ein Treff für wohnungslose Frauen, gleich bei mir um die Ecke. Die rot-blau-grün-schwarze Wolldecke werd ich auch gleich mitnehmen.

Samstag, 22. März 2014

Tag 81 - Die Ikea-Lampe

Ich besitze vier solcher Ikea-Lampen. Zwei stehen im Wohnzimmer, eine im Bad und eine im Schlafzimmer. Eine dieser Lampen wird häufig genutzt, zwei selten und eine nie, nämlich die im Schlafzimmer. Mein altes Bett hatte zwei von diesen Brettern an den Seiten, auf die man Nachttischlampen stellen kann (wie heißen die eigentlich?).

Mein neues Bett hat solche Bretter nicht und deshalb steht auf der rechten Bettseite keine Lampe mehr. Was nicht weiter stört, weil dort sowieso niemand schläft, der Licht bräuchte.

Die Lampe ist seitdem übrig und steht sinnlos auf meinem Frisiertisch rum, wo sie keine weitere Funktion erfüllt. Nicht mal schön aussehen kann sie. In der Tat ist sie sogar so hässlich zweckmäßig, dass ich nur mit Hilfe von Requisiten und Photoshoptricks ein akzeptables Foto produzieren konnte.

Die Lampe kann weg.

Montag, 17. März 2014

Tag 76 - Noch ein blaues Laken

"Das haben wir doch schon gesehen!", werden fleißige Leser dieses Blogs nun vielleicht protestieren. Und drüber philosophieren, dass mir nach 75 Tagen wohl endgültig nichts mehr einfällt. Stimmt aber nicht. Zwar habe ich in der Tat am 11. Januar schon einmal ein blaues Laken aussortiert. Beim erneuten Bett-Beziehen hat sich aber herausgestellt, dass meine Bettwäsche-Sammlung noch ein weiteres blaues Laken enthält, ebenfalls 1,40 Meter breit und damit zu klein für mein neues Bett. Es kann weg.

Das Laken ist schon fest versprochen, und zwar an Imke. Denn Imke und ich verdanken unsere Freundschaft nicht zuletzt einem Bettlaken, vielleicht sogar exakt diesem. Als nämlich Imke nach Hamburg zog, kam sie in unseren Chor. Wir fahren jedes Jahr zum Chorwochenende ins Schullandheim, da muss man eigene Bettwäsche mitbringen. Weil aber Imke zur Untermiete wohnte, hatte sie keine eigene Bettwäsche in Hamburg und ihre Vermieterin mochte sie nicht fragen. Sie fragte mich. Ich weiß noch, dass ich das etwas merkwürdig fand - wir kannten uns damals nicht besonders gut. Trotzdem hab ich ihr ein Laken mitgebracht. Wir teilten uns ein Zimmer. So fing es an.

Deshalb ist es nur konsequent, dass Imke das Laken nun von mir bekommt. Zumal sie ein 1,40 Meter breites Bett hat.

Samstag, 15. März 2014

Tag 74 - Die rot-blau-grün-schwarze Wolldecke

Hallo ihr Lieben, da bin ich wieder! Ein wunderbarer Urlaub war das. Und dank Nicole wurdet ihr hier im Blog gut unterhalten - noch mal vielen Dank für die Vertretung! Im Urlaub konnte übrigens auch das eine oder andere weg, zum Beispiel die Trekkingsandalen, deren Sohlen beim Rafting endgültig abfielen, und die schwarze Handtasche, der die costa-ricanische Luftfeuchtigkeit so zusetzte, dass sich das Kunstleder auflöste.

Jetzt geht es erstmal ans Koffer-Auspacken, Wäschewaschen und Jetlag-Kurieren. Weil ich gern gut vorbereitet bin, hab ich schon vor dem Urlaub beschlossen, was heute weg soll. Das hier nämlich:

 
Nein, ich will keineswegs mein neues Bett loswerden - das Bett ist toll. Es geht um die rot-blau-grün-schwarze Wolldecke, die darauf liegt.

Wolldecken gehören zu den Dingen, die bedauerlicherweise ewig halten - ähnlich wie Rucksäcke. Aber noch mehr als bei Rucksäcken hab ich bei Wolldecken von Zeit zu Zeit das Bedürfnis nach Abwechslung. Man sieht sich irgendwann satt an einer, sieht eine andere, die einem gefällt - und schwupps, sitzt man zuhause mit vier Wolldecken (3 davon von Ikea) (Zahl der Woche!) plus einer Picknickdecke (von Tchibo, na klar). So kalt kann's hier gar nicht werden, dass ich die alle brauche.

Die rot-blau-grün-schwarze Wolldecke hatte ich schon, als ich noch bei meinen Eltern wohnte. Sie ist absolut unverwüstlich, leider.Wenn ich richtig mitzähle, ist sie siebenmal mit mir umgezogen. Aber die letzten Jahre hat sie im Schrank verbracht. Die Wolldecke kann weg. Will jemand?

Donnerstag, 27. Februar 2014

Tag 58 - Die Schafspardose


Dass ich so viel Kram habe, liegt nicht daran, dass ich viel shoppe. Dazu bin ich viel zu faul. Ich habe keine Lust, in der Stadt durch die Geschäfte zu ziehen, ich hasse es, mich für eine Sache entscheiden zu müssen, und schon beim Gedanken an eine nach Schweiß stinkende Zara-Umkleidekabine kriege ich klaustrophobische Beklemmungszustände.

Die Kram-Situation ist eher dadurch bedingt, dass ich mich zum Beispiel von Geschenken überhaupt nicht trennen kann. Ich habe tatsächlich noch eine ganze Kiste mit Postkarten, die ich in der Unterstufe von meinen Freundinnen bekommen habe, genau wie eine Mix-Kassette, die mir mein erster Freund aufgenommen hat, noch bevor wir ein Paar wurden. (Es ist nur ein Song darauf: Toto, Hold the Line, in Dauerschleife!)

Das Spardosenschaf ist ein besonders schwieriger Fall. Es ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch noch eines, das gar nicht ich bekommen habe, sondern mein Sohn. Meine Tante schenkte es ihm zur Geburt, gefüllt mit 100 Euro. Das Geld wurde längst in Strampler investiert, das Schaf blieb. Dabei habe ich bei der letzten Leerung den Stöpsel an seinem Bauch kaputt gemacht. Jetzt ist es also nicht nur eine hässliche Spardose. Es ist eine hässliche Spardose, aus der das Geld einfach rausplumpst.

Ich glaube nicht, dass mein Sohn das Schaf vermissen wird. Vermutlich hat er es noch nie gesehen. Denn es steht hinterm Schreibtisch, hinterm Computermonitor auf der Fensterbank. Ich habe es eben noch mal ausprobiert. Wenn man 94 Zentimeter groß ist, liegt das Schaf im toten Winkel. Es kann weg.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Tag 57 - Das Glitzerreh


Leute, ich muss da mal was loswerden... 

Hallo, ich bin neu hier. Meine liebe Bekannte Angelika fährt in den Urlaub und ich darf in der Zwischenzeit Ihren Blog hüten. Ich fühle mich dadurch nicht nur geehrt, sondern auch sehr modern. Einen Blog zu hüten ist wohl das Blumengießen des 21. Jahrhunderts.

Also: Die nächsten drei Wochen wird aussortiert.
 
Im Grunde ist mit dem Glitzerreh die Ausgangslage klar. Das Glitzerreh wohnt bei mir. Es hat einen Platz in unserem Büro (aka Kinderzimmer). Ins Büro kommen Sachen, die man entweder in einem Büro braucht, oder die zu hässlich sind, es in die Küche, das Wohnzimmer oder das Schlafzimmer zu schaffen. Es erklärt sich von selbst, in welche Kategorie das Glitzerreh fällt.


Das Tier wurde nicht nur ins Büro verbannt, es steht auch noch hinterm Schreibtisch auf der Fensterbank, verdeckt von einem Computerbildschirm. Seine Nachbarn sind eine Spardose in Form eines Schafs und ein Fingertrommelset, das es irgendwann mal bei Tchibo gab. Die Fensterbank hinter dem Schreibtisch hinter dem Computerbildschirm ist so etwas wie die Death Row unserer 3-Zimmer-Wohnung. Im Normalfall geht's von dort direkt in den Müll.

Oder besser: SOLLTE es in den Müll gehen. Denn ich bin ein Sammler. Ich bewahre auf. Ich horte. Das Glitzerreh etwa behüte ich seit rund acht Jahren. Damals bekam ich es von einer sehr netten Arbeitskollegin geschenkt. Sie war eines dieser coolen Mädchen. Ich kann mich an Leoprintschlappen erinnern, die an jedem normalen Menschen ausgesehen hätten wie ein Karnevalskostüm als Wilma Flintstone. An ihren Füßen wirkten sie schön, glamourös. Wie von Jean Paul Gaultier.

In ihrer megastylischen Wohnung wäre das Reh wahrscheinlich in seinem natürlichen Lebensraum gewesen. Denn alles in ihrer Wohnung sah so aus, als wäre es nur dafür gemacht worden, genau an dieser einen Stelle zu stehen. Doch in meiner Durchschnittsbude wirkt das Rehlein bis heute nicht nur deplatziert, sondern weist mit seinem Glitzerfell penetrant darauf hin, wie glanzlos, normal und langweilig alles andere um es herum aussieht.

Ich habe es trotzdem aufbewahrt. Natürlich. Das liegt in meinen Genen. Mein Vater bunkert in seinem Keller mehrere Paar Ski. Als ich ihn zuletzt einen Sauerländer Hügel damit runterrutschen sah, hatte ich noch Milchzähne. Im Regal neben den Skiern liegen auch noch Schlitten, alte Campingstühle und ein paar Stelzen. Mein Vater hortet Tapetenreste, die man noch mal verkleben kann, Teppichreste, die man noch mal verlegen kann, Farb-Reste, die man noch mal verstreichen kann, T–Shirt-Reste, die man noch mal als Putzlappen verwenden kann. Es gibt einen Bundeswehrschlafsack, einen komischen Bundeswehrstab und ein Schlauchboot, das laut meiner Fotodokumentation seine letzte Ausfahrt auf der Sorpetalsperre hatte. 1988.

Mein Vater ist ein netter Typ. Aber so werden wie er will ich nicht. Deswegen wird jetzt ein Anfang gemacht. Die nächsten drei Wochen wird ausgemistet, jeden Tag ein Teil. Als erstes wird die Death Row gekillt: Das Glitzerreh kann weg!

Samstag, 11. Januar 2014

Tag 11 - Das 1,40 Meter breite blaue Laken

Ich hab mir im Oktober ein neues Bett gekauft. Das alte Bett war zwölf Jahre alt, ich mochte es nicht mehr. Außerdem quietschte es, eine Latte war durchgebrochen, die Bettkästen klemmten. Das Bett musste weg.

Das neue Bett ist 1,60 Meter breit, 20 Zentimeter breiter als das alte. Warum das so ist? Dafür kann ich keinen zufriedenstellenden Grund nennen - ich kam auch mit 1,40 Metern prima zurecht, so groß bin ich ja nicht. Ich dachte wohl einfach, warum nicht, ich hab genug Platz im Schlafzimmer, und wenn mal Besuch da ist, ist es bequemer so.


Als ich heute Morgen mein Bett neu beziehen wollte, hatte ich ein 1,40 Meter breites Laken in der Hand. Und stellte fest: Einige meiner alten Laken passen auch auf mein neues Bett, aber dieses nicht. Es ist zu klein. Der Fall ist klar: Das Laken kann weg. Villeicht kann es ja jemand brauchen?

Montag, 6. Januar 2014

Tag 6 - Der pinkfarbene Badezimmervorleger

Life is what happens while you're busy making other plans - oder so ähnlich. Eigentlich hatte ich mir schon Sonntagmorgen überlegt, was ich heute aussortieren würde. Dann hängte ich die Wäsche auf. Genauer gesagt, ich hängte die Wäsche auf der Wäschespinne in meinem Schlafzimmer auf (ja, ich weiß, soll man nicht machen, Schimmel etc. pp., aber ihr wisst schon, Faulheit etc. pp., außerdem lüfte ich immer ganz brav, wenn ich das tue, egal, ich schweife schon wieder ab). Das Schlafzimmer war frisch gewischt, ich hatte den pinkfarbenen Badezimmervorleger mitgewaschen, und nach dem Wäscheaufhängen verbrachte ich eine gar nicht mal so kurze und gar nicht mal so frohe Zeit damit, pinkfarbene Fusseln vom Boden aufzusammeln, denn: Der Badezimmervorleger fusselt. Und das nicht zu knapp.


Außerdem färbt er ab. Mein ziemlich neues weißes T-Shirt hat nun einen ziemlich ungeplanten rosa Fleck unterm Arm, und jetzt sagt bitte nicht, was wäschst du auch weiße T-Shirts mit pinkfarbenen Badezimmervorlegern, danke, weiß ich selber. Jedenfalls, T-Shirt verfärbt, Schlafzimmer vollgefusselt, Laune beträchtlich beeinträchtigt. 


Der Badezimmervorleger ist von Tiger. Das ist einer dieser gefährlichen Läden, in denen es Notizbücher, Kaleidoskope, Wandhaken, Kaminfeuer-DVDs, Cuttermesser im 4er-Pack (warum nur?!), falsche Bärte,  Radiergummis in Rhinozerosform und eben Badezimmervorleger gibt. Bei Tiger ist alles quietschbunt und unfassbar günstig, und wenn man sich zu lange dort aufhält, ich schwöre es, wird einem das Hirn weich und man glaubt auf einmal, Dinge zu brauchen, die man nicht braucht.

Ich war erst am Samstag bei Tiger und glaubte, eine Papiergirlande zu brauchen, doppelseitige Klebeetiketten, Seidenpapier, und noch ein, zwei Dinge, die ich gerade vergessen verdrängt habe. Ich sag mal so, das braucht sich zumindest irgendwann auf. Badezimmervorleger brauchen sich bedauerlicherweise nicht auf, und dass ein Badezimmervorleger für 4 oder 7 Euro, ich erinnere mich nicht mehr, kein Top- Qualitätsprodukt ist, hätte ich mir denken können müssen, aber ihr wisst schon, Hirnweichheit etc. pp.

Mit seiner Fussel-und-Verfärbe-Aktion hat sich der Badezimmervorleger jedenfalls ganz elegant an den anderen #daskannweg-Kandidaten vorbeigedrängelt. Ein Ding, das die Laune beim Wäscheaufhängen beträchtlich beeinträchtigt, braucht nun wirklich niemand in seinem Leben.