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Samstag, 25. April 2026

Die Stiefel der Schande

Seit mindestens einem Jahr suche ich online immer mal wieder nach grauen Stiefeletten. Absätze zu hoch, nicht meine Größe, komische Bommeln, affige Schnallen, zu warm gefüttert, zu sehr Cowboy -irgendwas war immer. 

Doch dann klickte ich Ende März mal wieder im Internet herum, und da waren sie plötzlich, in einem Shop namens Fjorden Mode Berlin: genau die grauen Stiefeletten, von denen ich immer geträumt hatte. Für gerade mal 59 Euro, im Final Sale. 

Von Fjorden Mode hatte ich noch nie gehört, trotzdem überlegte ich nicht lange und bestellte. Gleich danach kam eine nette Mail; die Absenderin, sie hatte nur einen Vornamen, teilte mir mit, dass es ein paar Tage dauern werde, bis meine Bestellung bei mir sei. Als die Stiefeletten zehn Tage später immer noch nicht da waren, klickte ich auf den Trackinglink in der Bestellbestätigung. Und stellte fest: Die Sachen kommen per JunExpress - das klingt chinesisch und ist es auch. 

Denn: Fjorden Mode Berlin, dieser Shop, der die deutsche Hauptstadt im Namen trägt und auf dessen Website in dicken Lettern "Ihr Mode-Hotspot in Deutschland" steht, dieser Shop sitzt in Hongkong. Das steht sogar auf deren Website, natürlich ganz klein und ganz unten, aber ich hätte es lesen können, wenn ich nicht blind gewesen wäre vor lauter Stiefeletten-Vorfreude.

Die war nun deutlich getrübt. Und als das Paket endlich da war, war alles genau wie befürchtet. Die Stiefeletten stanken unerträglich nach Chemie, etwas zu groß waren sie mir außerdem. Das T-Shirt, das ich mitbestellt hatte, war aus Synthetikstoff und hatte eine entschieden seltsame Passform. Ich hatte mir billigen, stinkenden Chinaschrott bestellt. Die Rücksendung nach Hongkong hätte ich selbst bezahlen müssen. Pakete bis fünf Kilo kosten bei DHL 45,99 Euro Versandgebühr. 

Wenn ich nicht so blind gewesen wäre vor lauter Stiefeletten-Vorfreude, hätte ich die Wahrheit über Fjorden Mode vor der Bestellung schnell herausfinden können. Bei Trustpilot hatte der Shop zum Zeitpunkt meiner Bestellung die sagenhafte Bewertung von 2,0. Außerdem sind online mehrere Artikel, unter anderem dieser von der Tagesschau, über Fjorden Mode und andere betrügerische Shops zu finden. 

Ich kam mir ziemlich dämlich vor, war aber noch nicht ganz bereit aufzugeben. Ich stellte die Stiefeletten ein paar Tage auf dem Balkon, in der Hoffnung, dass der Geruch verfliegt. Dann trug ich sie einen Tag im Büro. Sie waren nicht besonders bequem, viel schlimmer aber war der Gestank. Ich bekam Kopfschmerzen davon; in meinem Büro hielt ich es nur aus, wenn ich das Fenster öffnete. 

Eine Kollegin bewunderte die Stiefeletten zuerst. Als ich ihr die ganze Tragödie erzählte, sagte sie: Stimmt, jetzt rieche ich es auch. Sie verwies auf Chrom VI, einen Stoff, der zum Gerben von Leder verwendet wird und der ein starkes Kontaktallergen ist. Prompt fingen meine Beine an zu jucken. Psychosomatisch? Vielleicht. 

An diesem Tag ging ich früher nach Hause. Ich schleuderte die Stinkedinger von den Füßen und rubbelte meine Beine ab. Ich dachte kurz darüber nach, die Stiefeletten über Vinted zu verhökern. Aber das käme mir unredlich vor. Die 59 Euro sind Lehrgeld, und die Stiefel der Schande gehen dahin, wo Chinaschrott hingehört: in die Mülltonne.

Fjorden Mode kann man über die Google-Suche übrigens noch auffinden. Wer auf das Suchergebnis klickt, landet aber auf Leon Boutique Berlin. Die Firma, die dahintersteckt, ist dieselbe wie bei Fjorden Mode. Sie sitzt, na klar: in Hongkong.

Sonntag, 25. Januar 2026

Ein Sturz ohne Folgen - bis jetzt

Im Dezember 2018 waren wir in Kambodscha. Es war ein schöner Urlaub, wir hatten schon Angkor Wat und eine Menge Tempel gesehen. Es war Zeit, das Hotel zu wechseln. Bisher war das Wetter uns hold gewesen, aber heute sollte es einen ordentlichen Regenguss geben. 

Unser Zimmer lag im ersten Stock und hatte eine steile Treppen mit Terracottafliesen. Und auf dieser Treppe hatte sich ordentlich der Regen gesammelt. Ich wollte unser Gepäck runterbringen, damit es pünktlich am Abholort für den Transfer steht. Leider war die Kombination aus Vans-Schuhen ohne Profil und aufschwimmendem Wasser auf steiler Treppe sehr rutschig – und so kam es, wie es kommen musste: Ich rutschte schon oben an der Treppe aus und stürzte herunter (glücklicherweise auf dem Hintern). 

Erster Gedanke: "Steißbein gebrochen." Zweiter Gedanke, beziehungsweise Feststellung: "Meine schöne, grüne North-Face-Jacke hat einen Riss am Ärmel." Aber nur einen kleinen.

Ich habe diese Jacke sehr gemocht. Sie hat eine schöne Farbe (zweimal grün), und ich fand immer, dass sie mir gut steht. In Kambodscha hatte sie anscheinend nicht so viele Einsätze, außer an dem einen Tag, an dem es geregnet hat. Es gibt kein Urlaubsfoto, auf dem ich sie trage. Daher hier nun ein Foto aus unserem Peru-Urlaub:


Der Riss war immer so klein, dass ich dachte: "Den sieht doch keiner." Aber unangenehm war es mir schon, dass die Jacke einen Riss hat, und ich versuchte immer, das zu kaschieren. 

Der neue "das kann weg"-Anlauf hat mir jetzt bewusst gemacht: Die Jacke hat mir zehn Jahre gute Dienste geleistet, sie ist durch dem Riss seit Jahren nicht mehr 100-prozentig regendicht (Hauptfeature einer Outdoorjacke?!), und ich will nicht mit einer zerrissenen Jacke rumlaufen.

Daher kann sie – so leid es mir tut – weg.

Und sonst so? Das hier:
  

Samstag, 2. Juli 2016

Jackenliebe!

Die Zeiten, in denen ich mich in diesem Blog ohne ganz besondere, einzigartige Geschichte von einem einzelnen Gegenstand aus meinem Besitz trenne, sind vorbei. Eigentlich. Aber heute mache ich eine Ausnahme, denn die graue Winterjacke hat sich einen eigenen Eintrag wirklich verdient.


Ich weiß noch, wann ich sie gekauft habe: Es war Anfang 2008, Galeria Kaufhof am Hamburger Hauptbahnhof. Ich weiß noch, dass ich sie kurz vor einem Date gekauft hatte und damals darüber nachdachte, ob sie dem Date wohl gefallen würde. Die Antwort auf diese Frage ist nicht überliefert und davon abgesehen auch komplett irrelevant, nach zwei Dates sahen wir uns nie wieder. Der Beginn einer Liebesgeschichte war es allerdings: Jackenliebe!

Die graue Jacke ist von Vero Moda, nicht zu dick und nicht zu dünn und hat eine Kapuze. Sie ist weder regenabweisend noch atmungsaktiv, sondern aus ganz normalem Stoff. Werden solche Winterjacken heute überhaupt noch hergestellt? Außerdem ist sie - wer hätte das gedacht? - grau, graue Kleidungsstücke haben bei mir ja eh einen Bonus, und hat - und das ist wirklich etwas ganz Besonderes für mich! - KEINE zu langen Ärmel.

In den Jahren danach ergänzte ich meine Wintergarderobe nach und nach um eine grüne Winterjacke (stylischer!), einen grauen Wintermantel (schicker!) und eine rote Outdoorjacke mit ein- und ausknöpfbarem Winterfutter (regendicht!). Ein paar Winter lang trug ich die graue Winterjacke nur noch selten, aber sie behielt stets einen Platz in meinem Herzen.

Vorletzten Winter stellte ich fest, dass alte Jackenliebe nicht rostet. Die graue Jacke wurde erneut zu meiner Winteruniform - und das, obwohl sie damals schon das hatte, was man beim Ankauf von Gebrauchtwaren wohl "deutliche Gebrauchsspuren" nennt: An der Kapuze fehlten zwei Druckknöpfe, an den Ärmeln gab es abgewetzte Stellen.


Durch den Dauereinsatz in den letzten zwei Wintern wurde das natürlich nicht besser. Eine neue Jacke musste her, das war mir klar. Meine halbherzigen Kaufbemühungen hatten allerdings keinen Erfolg.

Ich habe die graue Jacke nun noch mal gewaschen, wollte sie in den Schrank räumen. Ich schaute sie an und dachte: All das wird sich niemals ändern. Du wirst sie lieben, du wirst sie tragen, und gleichzeitig wirst du dich schämen, weil du weißt, dass sie schäbig ist. Es gibt nur eine Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen: Die Jacke muss weg.

Liebe graue Jacke, es war schön mit dir. Aber nun hast du deinen Dienst getan. Ruhe im Jackenhimmel. Du kannst weg.

Dienstag, 21. Juni 2016

Aus 2 mach 1

Offenbar habe ich noch gar nicht die heldenhafte Entschlossenheit gerühmt, mit der der Liebste beim Umzug ans #daskannweg-Werk ging. Das soll nun hier nachgeholt werden: Klaglos trennte er sich von den meisten seiner Möbel. Ein besonderes Opfer: Er verabschiedete sich sogar von seinem geliebten Kleiderschrank. 

Seiner war 2 Meter breit und 2,01 Meter hoch. Meiner ist 2,50 Meter breit und 2,36 Meter hoch. Wir wussten: In unser Schlafzimmer würde nur einer von beiden passen - ganz abgesehen davon, dass weiß und Birke nicht wirklich gut aussehen zusammen. Meiner war größer. Meiner durfte bleiben. 

Das bedeutet aber auch: Meine Sachen und seine Sachen mussten in einen Schrank passen, in den vorher nur meine Sachen passen mussten. Das klingt unmöglich, aber am Ende ging es doch. Der Koffer musste ausziehen, die Bettkästen wurden noch ein bisschen mehr vollgestopft als vorher, wir warfen eine Kleiderstange raus und kauften sieben neue Einlegebretter. 

Natürlich habe ich trotzdem viel weniger Platz im Schrank als früher. Aber das Gute daran: Das bewahrt mich davor, zu viele Klamotten aufzubewahren, die ich am Ende doch nicht trage.

Dienstag, 23. Februar 2016

Dinge verschwinden nicht von allein

Am Wochenende war ich also - ich hatte ja schon ganz kurz davon berichtet - zum ersten Mal bei Oxfam. Damit wurde ein guter Vorsatz in die Tat umgesetzt. Nach nur einem Jahr und zwei Tagen! Der Oxfam-Besuch war übrigens leicht deprimierend: Eine Frau verschwand mit meiner vollen Tasche hinter einer Tür, kam zwei Minuten später raus und gab mir meine leere Tasche zurück. Nicht mal ein Dankeschön. Auf dem Rückweg hab ich versucht, nicht drüber nachzudenken, dass das jetzt Klamotten in einem Neuwert von mindestens 1000 Euro waren. Das hat allerdings nicht ganz geklappt. Nun ja: Hauptsache, ich bin das Zeug los.

Das eigentlich Bestürzende an dem Oxfam-Erlebnis ist aber das Foto, das ich vor einem Jahr hier gepostet habe:

Gut zu erkennen auf dem Bild sind etwa die hochhackigen Sandalen, der Samtblazer mit Nadelstreifen und die spitzen schwarzen Stiefeletten. Nicht im Bild, aber nachweislich in der Kiste, sind die dunkelblaue Sommerjacke, das schwarze Abendkleid und das graugrüne Abendkleid, das es nie zu einem eigenen Blogeintrag gebracht hat, das aber als hartnäckiger Wiedergänger einen gewissen Ruf bei allen Swap-Teilnehmerinnen genießt. 

Über diese Dinge also schrieb ich vor einem Jahr und zwei Monaten: "Das hier bring ich bei nächster Gelegenheit zu Oxfam." Und das ist die Tasche, die ich am Samstag tatsächlich zu Oxfam brachte:

Gut zu erkennen: die hochhackigen Sandalen und die spitzen schwarzen Stiefeletten. Nicht im Bild, aber nachweislich in der Tasche, sind die dunkelblaue Sommerjacke, das schwarze Abendkleid und der Samtblazer mit Nadelstreifen. Und das, obwohl am Freitag drei neue Mit-Swapperinnen am Start waren!

Das lehrt mich zweierlei: Erstens, es gibt Dinge, die kann offenbar niemand brauchen. Es lohnt sich nicht, sie aufzuheben. Und zweitens, mit guten Vorsätzen ist es nicht getan - Dinge verschwinden nicht von allein. In Zukunft werde ich solche Kisten nicht noch einmal ein Jahr in meinem Schlafzimmer rumstehen lassen. Dann können die gleich weg.

Samstag, 20. Februar 2016

Das Beste, was eine Frau mit den Sachen machen kann, die sie nicht mehr braucht

Eins war klar: Ich konnte Hamburg auf keinen Fall ohne einen Abschieds-Swap verlassen. Ziemlich genau vor einem Jahr hatten wir zum letzten Mal bei mir Kleider getauscht, die Fragen nach einem neuen Termin häuften sich, es war eine gute Gelegenheit, meine Mädels mal wieder bei mir zu versammeln – und natürlich hatten sich in meinem Schrank mal wieder auf mysteriöse Weise mehr als genug Teile angesammelt, die ich nicht mehr trage. Plus, ihr erinnert euch vielleicht, der peinliche STAPEL hinter meiner Schlafzimmertür, den es eigentlich schon lange nicht mehr geben sollte.

Das Erste, was ich rund um diesen Swap gelernt habe, war: Wenn ihr Leute einladet und wollt, das sie kommen, müsst ihr nur sagen, dass ihr die Stadt verlassen werdet. Im vorigen Jahr waren wir acht, diesmal hatte ich 17 Zusagen. Am Ende waren wir 15.

So ein Termin musste natürlich gut vorbereitet werden. In den verangenen zwei Wochen habe ich jedes. Einzelne. Kleidungsstück. In meinem Kleiderschrank angezogen und begutachtet: Mag ich das? Trag ich das? Brauch ich das? Alles andere kam auf den großen Swap-Stapel. Das ist er (ach ja, und wer behauptet, dass man mit Handys heute schon richtig tolle Fotos machen kann - lügt).
Weil das Schrankfach irgendwann einfach voll war, musste ich noch ein paar Sachen auf die Kleiderstange hängen.

Alles, was Löcher an Stellen hatte, an denen man es nicht gut flicken kann, ging direkt in die Altkleidersammlung, ebenso alles Verwaschene, Ausgeleierte und Ausgebeulte. Ja, auch die abgeliebten Lieblingsteile! Sogar das schwarzrotgestreifte Shirt, mit dem ich jahrelang auf meinem Facebook-Profilbild zu sehen war. Dieses Profilbild war das erste, was der Liebste von mir gesehen hat (wir sind gemeinsam verreist und vor der Reise gab es eine Facebook-Gruppe zum Vorab-Kennenlernen) und von dem er noch heute behauptet, er habe sich quasi blitzverliebt (er formuliert es anders, aber es kommt mehr oder weniger darauf raus). Dieses hier:
Am Ende waren es zwei Tüten. Gut, dass der Altkleidercontainer gleich um die Ecke ist.
Außerdem eine ganze Tüte voller Schuhe, unter anderem drei Paar abgelatschte Sneakers, teilweise mit Loch, ein Paar Ballerinas, in denen ich im vorigen Jahr blutige Füße hatte, und die schönen gelben Sandalen, die leider links ausgeleiert sind, so dass nicht nur der Zeh vorne rausguckt, sondern gleich der halbe Schuh hinterherrutscht. Etwas erschreckend ist übrigens, dass ich schon am 14. Juli 2014 Folgendes schrieb:

„Ich habe diverse Paar alte Turnschuhe, die ich kaum oder nicht mehr trage:
  • silberne (von Nike, leider schon recht abgenutzt)
  • braun-orangefarbene (von adidas, sind halt braun-orangefarben, passen daher zu nix in meinem Schrank)
  • schwarze mit Stoffeinsätzen (von Puma, heiß geliebt, leider mit einem kleinen Loch)
  • spitze grüne mit Silberstreifen (von Onitsuka Tiger, bisschen arg extravagant und außerdem grün)“
Nun ja. Die drei oberen der erwähnten Paar gingen in die Altkleidersammlung, die spitzen grünen in den Swap. Manchmal dauert es eben ein bisschen länger, sich zu verabschieden.
Außerdem hab ich versucht, möglichst viel anderes Zeug in meiner Wohnung schon mal zu sortieren, damit die Mädels, wenn sie schon mal da sind, auch noch andere Dinge mitnehmen können. Das sah  noch ein bisschen beeindruckender aus als auf diesem Bild zu, was ihr ja schon kennt. Das Resultat habe ich allerdings leider nicht fotografiert. Vielleicht kann ich noch ein Bild nachreichen, ich meine, jemand anderes hat fotografiert.
Als ich bereit war, sahen meine Kleiderberge so aus:

Dann kamen die anderen Mädels.

Es war wie immer. Mit viel Lachen. Und Bier. Und Sandwiches aus dem Sandwichtoaster, der mal Steph gehörte, lange auf meinem Küchenschrank stand und den jetzt Anna bekommt. Und Julias leckeren Muffins. Mit "Das seh ich an dir, Katrin" und "Nee, das ist mir viel zu sehr Mädchen". Mit einer Kleiderstange, die irgendwann unter zu vielen Klamotten einfach zusammenbrach. Wild. Laut. Wunderbar.
Am Ende hatte Helene Töpfe für die Zweitwohnung ihres Mannes und eine Glitzertasche für ihre Tochter, Liske nahm Baldur's Gate mit, Christine Dungeon Siege III und Ariane war begeistert, dass sie für neue Glasgefäße diesmal nicht zu Ikea fahren muss.

Eva hat jetzt schon ein kariertes Kleid, das sie tragen kann, wenn sie in fünf Tagen aus dem Kreißsaal kommt, und Insa steht das blaue Kleid, das ich auf Evas Hochzeit anhatte, viel besser als mir.
Freddy freut sich wie blöd über das pinkfarbene Top von Monki, genauso sehr wie ich mich über ihr kariertes Kleid von Vero Moda. Imke kann offenbar einfach alles tragen, sogar die durchsichtige Wallewalle-Bluse, in der ich mir immer albern vorkam, und stylte sich nachts um 12 in meinem Schlafzimmer auf bayrisches Cowgirl - fehlen nur noch Hut und Coyboystiefel.
Ich weiß nicht, was Julia und Steph am Ende mit nach Hause genommen haben, irgendwie muss ich wohl die Übersicht verloren haben - kein Wunder. Ganz vorbei ist der Swap nich nicht. Die Strohsterne bringe ich Christine (der anderen Christine) heute Abend mit, Nicole holt noch den guten Whisky ab und Annas WG erbt meine angebrochenen Alkoholika. War eben doch ein bisschen viel zum Abtransportieren.

Sonntag, 31. Januar 2016

Magic Küchen-Cleaning

Das Buch „Magic Cleaning: Wie richtig Aufräumen Ihr Leben verändert“ der Japanerin Marie Kondo war ein Riesen-Bestseller. Ich hab's ehrlich gesagt nicht gelesen, wohl aber den Nachfolger „Magic Cleaning: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben“, das mir mal ein ehemaliger Kollege in die Hand drückte mit den Worten: „Das ist doch irgendwie dein Thema, willste haben?“. Eigentlich wollte ich schon lange mal was über das Buch schreiben, aber irgendwie kam es bisher nie dazu.

Nun also, zumindest kurz, zu „Magic Cleaning“. Einiges von dem, was Marie Kondo schreibt, habe ich hier auch schon geschrieben, vor allem, dass ich nur das behalten will, was ich brauche und/oder mich glücklich macht. Auf diese hervorragende Idee bin ich übrigens ganz ohne Frau Kondo gekommen ;)

Einiges sehe ich dann doch ein bisschen anders: Zum Beispiel dürfen bei mir Messer, Löffel und Ess-Stäbchen durchaus zusammen in einer Schublade liegen – bei Frau Kondo liegen sie getrennt. Warum, fragt ihr euch? Hier der Grund, ich zitiere: „Es ist zwar nur ein vages Gefühl, aber ich habe den Eindruck, dass die Stäbchen sich in der Nähe der scharfen Messerschneiden nicht wohlfühlen, und die Löffel, die eher kleine Teller sind, in so einem Umfeld nicht zur Ruhe kommen. Die Gabeln jedoch halten der aggressiven Atmosphäre, die von den Messern ausgeht, recht gut stand.“ Ich lass das mal so stehen.

Was ich noch nicht verstehe, ist die beim Magic Cleaning zwingend vorgegebene Reihenfolge: erst Kleidung, dann Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungen. Ich würde keinem Menschen raten, als allererstes den Kleiderschrank aufzuräumen. Kleidung ausmisten finde ich nämlich mühsam und schwierig. Warum?

Kleidungsstücke haben tendenziell mehr gekostet als viele andere Dinge in meinem Besitz, daher fällt es mir schwerer, mich von ihnen zu trennen.

Manche Dinge passen mir nicht mehr, obwohl ich sie eigentlich mag, dann muss ich mir auch noch eine Niederlage eingestehen, bevor ich sie aussortieren kann. Dasselbe gilt natürlich auch für Fehlkäufe.

Manche Sachen mag ich zwar nicht besonders, bilde mir aber ein, sie seien unverzichtbar. 2014 habe ich zum Beispiel einen schwarzen Cardigan aussortiert und stelle nun immer wieder fest, dass ich nichts Schönes habe, was ich über meine vielen schönen halbärmeligen Kleider tragen kann. Auch meine Unterwäscheschublade könnte mal eine Entrümpelung vertragen, aber dann müsste ich mir größere Mengen neue Unterwäsche kaufen, und wer hat da schon Lust drauf?

Viele Sachen will ich noch mal anziehen, ehe ich mich endgültig entscheide. Dadurch dauert's lange.

Viel leichter fällt es mir, die Küche auszumisten. Um mich in neuen #daskannweg-Schwung zu bringen, hab ich daher heute mal fast alle Küchenschränke ausgemistet (alle außer dem Schüssel- und Dosenschrank und der Dinge-Schublade, die brauchen einen separaten Termin).

Ich weiß natürlich, dass man die meisten schon länger abgelaufenen Lebensmittel noch problemlos essen kann, und unter normalen Umständen tue ich das auch. Ich finde das Theater ums MINDESThaltbarkeitsdatum nämlich lächerlich und halte es für eine Schande, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden. Aber angesichts des bevorstehenden Umzugs habe ich die 20/20-Regel (ihr erinnert euch vielleicht noch – wenn nicht: zur 20/20-Regel) ausnahmsweise auch auf Lebensmittel angewendet.

Gewürze, die an Aroma verloren haben, eher unleckere Nudeln und Ananas aus der Dose zwei Jahre über dem MHD in Umzugskartons packen, um sie fast 600 Kilometer quer durch die Republik zu transportieren, damit sie dann dort die Schränke in unserer schönen neuen Küche zumüllen? Nee, echt nicht. Wenn ich irgendwas davon vermissen sollte, bin ich in fünf Minuten im Supermarkt um die (neue) Ecke und kann es nachkaufen – und dann ist es sogar frisch. Am Ende waren's zwei Mülleimer voll. Und ich habe einen neuen guten Vorsatz: Weniger unnütze Vorräte kaufen!

Dazu hab ich noch allerlei Zeug zum Ausmisten vorgemerkt und auf meinem Esstisch gestellt. Eine Reihe an Zeug, was einfach unnötig und unpraktisch ist: die riesige Tasse, in der der Tee viel zu schnell abkühlt, die Teller, die zu groß sind für die Spülmaschine, die überdimensionierte Trinkflasche. Eine Reihe von Zeug, von dem ich einfach zu viel habe oder von dem der Liebste und ich künftig gemeinsam zu viel haben werden: kleine Schüsseln, die dritte Thermoskanne, leere Teedosen. Und: alle Töpfe außer zwei - der neue Herd ist ein Induktionsherd, das können die meisten meiner Töpfe nicht. Sieht ziemlich beeindruckend aus.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Kleidertausch!

Im vorigen Jahr hab ich tatsächlich keinen einzigen Kleidertausch veranstaltet - das gab's seit Jahren nicht mehr. Dabei hätte so ein Abend doch eigentlich so gut zum #daskannweg-Thema gepasst! Ich weiß nicht, oft ich die Frage "Wann machst du denn mal wieder einen Swap?" in den letzten Monaten gehört hab - aber manchmal kommt halt das Leben dazwischen und auf einmal ist das Jahr um ...

Am vorigen Wochenende haben wir uns dann endlich mal wieder hier versammelt: acht Mädels und ein Riesenberg ausrangierter T-Shirts, Röcke, Hosen, Kleider, Schals, Pullis, Handtaschen, Schuhe, Blusen, Jacken, Mäntel und Tops. Wahnsinn, wie viel da immer zusammenkommt! Die Wohnung sah mal wieder aus wie ein Klamottenladen ...



Neue Besitzerinnen gefunden haben unter anderem die schwarze Sweatjacke, das gestreifte Oberteil und die rote Kapuzenjacke mit den Streifen. Ich freu mich immer riesig, wenn ich sehe, wie gut die Sachen an den anderen Mädels aussehen. So lässt sich besser Frieden mit einem Fehlkauf machen und auch der Abschied von einem ehemals geliebten Teil fällt viel leichter. Im Gegenzug hab ich eine Kapuzenjacke, einen Pulli und eine Umhängetasche ertauscht - drei Dinge, über die ich mich total freue.

Aber natürlich bleiben am Ende doch die meisten Teile ohne neue Besitzerin - wir haben schließlich weder alle dieselbe Größe, noch denselben Geschmack. Das dunkelrote Jerseykleid sorgte zwar für viel Heiterkeit, stieß aber bei keinem der Mädels auf ernsthaftes Interesse. Auch die dunkelblaue Sommerjacke, das schwarze Abendkleid und noch etliches andere mehr blieben am Ende zurück. Klar war: Ich will wieder Kleidung in die Kemenate bringen, einen Treff für wohnungslose Frauen, nur zwei Straßen von mir entfernt. Aber die brauchen natürlich keine schwarzen Abendkleider und auch keine hochhackigen Sandalen. Wohin also mit diesen Dingen?

Einige davon haben schon den zweiten oder dritten Swap hinter sich und finden nie eine dauerhafte neue Besitzerin. Ein wunderschönes bedrucktes Kleid mit Spaghettiträgern und Spitze hatten mindestens drei meiner Freundinnen schon mal an sich genommen. Getragen hat es keine. Auch das nagelneue graugrüne Abendkleid hat Insa am Sonntag wieder mitgebracht. Ich habe keine Lust mehr, mich weiter mit diesem Zeug zu belasten.

Vage Pläne, ich könnte ja mal was bei Kleiderkreisel reinstellen oder in den Second-Hand-Laden bringen, hab ich wieder verworfen: viel zu aufwendig. Der neue Plan lautet: Oxfam. Oxfam verkauft die Dinge, die andere Leute nicht mehr brauchen. Das Geld, was dabei reinkommt, geht an Nothilfe- und Entwicklungsprojekte.

Ich hab also meine alten Klamotten sortiert: in einen Kemenate-Stapel und einen Oxfam-Stapel.

Das hier bring ich am Wochenende in die Kemenate. Ziemlich beeindruckend, was? Allerdings sind auch Sachen von meiner Freundin Helene dabei, die zu schade für die Altkleidersammlung waren.


Das hier bring ich bei nächster Gelegenheit zu Oxfam. Ich bin gespannt, ob das klappt. Drückt mir die Daumen! Da sind einige Altlasten dabei - wer genau hinsieht, erkennt sicher den berühmt-berüchtigten Samtblazer mit Nadelstreifen.


Montag, 22. Dezember 2014

Tag 356 - Das blaue T-Shirt

Ihr Lieben, ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Ich bitte um Nachsicht, dass die Dokumentation der #daskannwegs in letzter Zeit zu wünschen übrig ließ. Das blaue T-Shirt sei heute (23.12.) noch nachgereicht für den 22.12. - wie ihr seht, ist es schon ziemlich alt und verwaschen, es hat seine besten Tage lange hinter sich und kann weg.

Freitag, 19. Dezember 2014

Tag 353 - Das weinrote Haarband

Ist das etwa die Pantone Farbe des Jahres 2015, Marsala? Könnte sein, ich bin mir nicht sicher. Wahrscheinlich ist es aber ein bisschen zu wenig braun dafür. Aber selbst, wenn's so wäre: Dieses Haarband ist zu eng und ist furchtbar unbequem. Abgesehen davon mag ich echtes Rot ohnehin lieber, Farbe des Jahres hin oder her. Das Haarband kann weg.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Tag 351 - Das gestreifte Oberteil

Das gestreifte Oberteil hab ich aus einem richtig tollen Klamottenladen im Karoviertel: Cyroline. Da hab ich schon einige Lieblingsteile gekauft - für dieses hat es aber nie zu diesem Ehrentitel gereicht. Das Material - Rayon, Polyester und Spandex - fasst sich zwar schön weich an, hat aber schon beim ersten Tragen angefangen, Knötchen zu bilden. Außerdem ist es natürlich - typisch Kunstfaser - null atmungsaktiv.

Und wenn man die Sache mal ganz nüchtern betrachtet: Das Oberteil sieht verdammt nach Schlafanzug aus. Und wer will schon im Schlafanzug auf der Straße rumlaufen? Das Oberteil kann weg.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Tag 343 - Die schwarze Sweatjacke

Kürzlich suchte ich was Kompententes zum Anziehen. Mein Kleiderschrank gibt in dieser Hinsicht nicht sonderlich viel her: Mein letztes Jackett hab ich am 21. Februar aussortiert, und das war auch eher kitschig als kompetent. Da fiel mir wieder die schwarze Sweatjacke in die Hände, die ich im vorigen Jahr von Nicole geswapt habe. Ein hübsches, jackettartiges Jäckchen, genau richtig zwischen casual und schick. 

Nur nicht an mir. Die Ärmel sind mindestens zehn Zentimeter zu lang. Da man das Jäckchen offen trägt, kann es eigentlich gar nicht "nicht passen".  Aber wenn ich die Sache mal schonungslos ehrlich betrachte, muss ich zugeben: Das Jäckchen würde besser sitzen, wenn es ein wenig größer wäre. So steht es mir nicht. Ich hab dann was anderes Kompetentes zum Anziehen in meinem Schrank gefunden. Und das Jäckchen kann weg.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Tag 341 - Die Glitzerstrümpfe

Es weihnachtet sehr bei daskannweg! Deshalb gibt's heute Glitzerstrümpfe, die ich mir mal in einem Zustand geistiger Umnachtung gekauft haben muss. Denn erstens kratzen sie wie blöd und zweitens find ich Strumpfhosen viel praktischer, weil wärmer und bequemer. Die Glitzerstrümpfe können weg.

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Tag 337 - Das rote Tüchlein mit den weißen Punkten

Höchste Zeit, mal wieder eins meiner zahlreichen Halstücher auszusortieren - das letzte Mal ist immerhin schon fünf Monate her. Es ist eigentlich weniger ein Halstuch als vielmehr ein Halstüchlein: klein, quadratisch, zart und gepunktet. So was trugen wahrscheinlich elegante Damen in den 50er-Jahren. Mir fehlt offenkundig die Fähigkeit, so ein kleines Tüchlein mit Stil zu tragen. Deshalb lag es schon lange im Schrank. Und nun kann es weg.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Tag 336 - Das kleine Schwarze

Auch wenn ich im Alltag meistens mit Jeans und T-Shirt rumlaufe: Ich liebe Kleider. Ich liebe die Idee, ein Kleidungsstück anzuziehen und fertig zu sein. Schön zu sein. Deshalb hab ich diverse kleine Schwarze im Schrank. Vier, um genau zu sein (eins ist eigentlich eher ein kleines Anthrazitfarbenes), ich war kurz nachzählen. Ich bin eigentlich der Meinung, es müsste noch ein fünftes geben, aber das finde ich gerade nicht.

Das kleine Schwarze, um das es heute geht, ist schulterfrei und knielang. Ich hab es vom Kleidertausch und kein einziges Mal getragen. Weil die Zahl der Anlässe, bei denen ich ein kleines Schwarzes tragen könnte, in meinem Leben begrenzt ist. Weil ich schulterfrei nicht hundertprozentig vorteilhaft finde. Und weil mir meine anderen kleinen Schwarzen besser stehen. Dieses kann weg.

Freitag, 28. November 2014

Tag 332 - Das rotweiß geringelte T-Shirt


Für jedes neue Teil im Kleiderschrank muss ein altes gehen! So oder so ähnlich predigen schlaue Leute, und wir alle wissen, dass sie recht haben, denn würden wir nicht zumindest ein Stück weit so verfahren, wir müssten dauernd neue und größere Kleiderschränke kaufen.
 
Nun war ich am Dienstag in der Stadt, weil ich mir eine kuschelige warme Strickjacke kaufen wollte. Die scheinen gerade mächtig Trend zu sein, Fakt ist jedenfalls, dass meine Kolleginnen beneidenswerterweise alle eine haben und ich auch eine will. Eine neue Strickjacke hab ich dann allerdings nicht mit nach Hause gebracht, sondern: drei Unterhemden und zwei (Unterzieh-)-T-Shirts, eins davon geringelt. Die Gelegenheit ist günstig wie nie, mich endlich mal von dem rotweiß geringelten T-Shirt zu trennen.

Ich mag rotweißgeringelte T-Shirts, ich mag sie wirklich. Ich habe dieses auch schon viele dutzende Male getragen. Irgendwann sah ich mal ein Foto von mir in diesem T-Shirt und dachte: Diese aufgeplusterten Ärmel sind wirklich nicht vorteilhaft. Ich trug es lange gar nicht und dachte drüber nach, es auszusortieren. Aber weil ich rotweißgeringelte T-Shirts so gut finde, hab ich es in letzter Sekunde doch immer wieder vom Altkleiderstapel runtergenommen. Jetzt hab ich neue T-Shirts, das eine ist zwar nicht rotweiß, aber rotblau geringelt - das ist mindestens genauso schön und gleich noch eine nostalgische Reminiszenz an den blauen Pullover mit den roten Streifen. Und das rotweoß geringelte T-Shirt kann weg.

Sonntag, 9. November 2014

Tag 313 - Der blaue Pullover mit roten Streifen

 
Ach! Da wird mir das Herz schwer. Es steht mal wieder ein Abschied von einem Lieblingskleiderstück an: vom blauen Pullover mit roten Streifen. Ich musste tatsächlich aufs Schild gucken, weil ich nicht mehr wusste, wo ich den mal gekauft hatte. Ist von Warehouse. Der Pullover hat super Farben, einen guten Ausschnitt, ist nicht zu warm und daher perfekt für den Winter im Büro und mit den goldenen Knöpfen is er genau das richtige Bisschen besonders.

Diese Meinung allerdings habe ich schon lange und habe den Pullover deshalb schon oft getragen.Er sieht schon ziemlich traurig aus, wie er da so fürs Foto auf dem Bügel hängt, ganz verbeult und aus der Form. Was man auf dem oberen Bild nicht sieht, sind die verkratzten Kmöpfe und das wirklich große Loch unter einem der Arme.

Das Loch schließlich war es auch, was sein Schicksal besiegelte. Schon lange hatte ich vor der Schäbigkeit des Pullovers die Augen verschlossen, weil ich ihn so gern hatte. Aber das Loch konnte ich nicht länger ignorieren. Und da ich weder gut noch gern noch schnell nähen kann, musste ich mir die Frage stellen: Lohnt es sich wirklich noch, diesen Pullover zu flicken? Die Antwort lautet Nein.


Es gibt ein Wort, das in diesem Zusammenhäng eigentlich eher für Kuscheltiere benutzt wird: abgeliebt. Ja, abgeliebt - das ist dieser Pullover. Ich hab ihn lange gern getragen, aber jetzt ist er nicht mehr schön und kann weg.





Donnerstag, 6. November 2014

Tag 310 - Das T-Shirt mit Pailetten

Der Vorrat an komischen Oberteilen in meinem Kleiderschrank ist einfach unerschöpflich. Glaubt ihr nicht? Dann liefere ich heute einen neuen Beweis: dieses T-Shirt mit Pailetten drauf. Das T-Shirt ist von Rich & Royal und war mal ziemlich teuer, 70 Euro oder so. Ich hatte damals eine Pailetten-Phase und wollte es unbedingt haben.

Leider stellte ich fest, dass nach einigen Wäschen die Pailetten abzufallen begannen. Ich hab das eine Zeit lang hingenommen, aber irgendwann nervte es mich, dass überall in meiner Wohnung türkise und silberne Pailetten herumlagen, wenn ich das T-Shirt aus der Waschmaschine geholt hatte. Ganz abgesehen davon, dass das T-Shirt natürlich nicht schöner wurde dadurch, dass immer mehr Pailetten abfielen ...

Das T-Shirt wurde daher vor kurzem bei einer Kleiderschrank-Betrachtung dem Liebsten vorgestellt. Soll es weg? Und der Liebste hatte eine ziemlich clevere Idee: Wenn ich alle Pailetten entfernen würde, würde das T-Shirt sicher besser aussehen, nicht so gerupft (Der Liebste ist kein Pailetten-Fan, womöglich mag diese Tatsache seinen Rat beeinflusst haben - aber das nur am Rande).

Ich also, beim Fernsehen, mit dem T-Shirt auf dem Schoß und dem Mülleimer griffbereit, knibbele fleißig Pailetten ab. Und stelle fest: Das geht gar nicht mal so leicht wie gedacht! Vor allem die gelben Pailetten wehren sich hartnäckig gegen die Abknibbelung. Nach einer Folge NCIS gebe ich genervt auf: keine Lust mehr.

Daraufhin hatte der Liebste eine noch cleverere Idee: "Dann schmeiß es weg." Im ersten Moment war ich dagegen: Ich hatte doch gerade so viel Zeit und Mühe investiert, da konnte ich doch jetzt nicht einfach aufgeben! Dann fiel mir auf: Ich gehe gerade einem psychologischen Phänomen auf den Leim, das einen tollen Namen hat, der mir leider nicht mehr einfällt. Es geht darum, dass Menschen immer weitermachen mit Dingen, die ihnen nicht gut tun - einfach weil sie schon so viel Zeit und Mühe investiert haben. Also machen sie weiter, investieren noch mehr Zeit und Mühe, erreichen nichts als Frust, fühlen sich noch mehr verpflichtet dranzubleiben ... ihr ahnt, wie es weitergeht. Um aus so einer Falle wieder rauszukommen, hilft nur eins: loslassen. Genau das tu ich jetzt: Das T-Shirt kann weg.

Dienstag, 4. November 2014

Tag 308 - Die verwaschenen T-Shirts

Schwarze T-Shirts machen im Laufe der Jahre - und im Laufe vieler Wäschen - einen bemerkenswerten Farbwechsel durch. Das einst sehr hübsche schwarze Shirt von promod (ich mochte immer vor allem den Ausschnitt mit den Raffungen und die kleinen Ärmel) hat inzwischen eine leicht grünliche Färbung angenommen. Das einst schwarze T-Shirt mit den Rauten hingegen, 2007 in Thailand gekauft, hat sich eher zu einem Anthrazit ausgewaschen. Schön ist beides nicht.

Vielleicht hätte sich der Effekt durch brave Verwendung von Color-Waschmittel - es gibt ja sogar Waschmittel speziell für schwarze Wäsche - verhindern oder zumindest verzögern lassen. In meinem Ein-Personen-Haushalt gibt es aber gar nicht so viele schwarze Kleidungsstücke, dass ich damit regelmäßig eine Waschmaschine füllen könnte. Was es ebenfalls nicht gibt: einen Bedarf für ausgewaschene T-Shirts. Die können weg.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Tag 301 - Das blaue Longsleeve

Das blaue Longsleeve ist von promod - deren Basics sind oft aus dünnem, weichen Material, das sich gut anfühlt, wenn man sie anzieht. Das gilt auch für dieses Longsleeve. Dieses schöne Material geht aber leider leicht kaputt, und so hat auch dieses Oberteil inzwischen ein großes und ein kleines Loch. 

Sicher wäre es nachhaltig, es zu flicken, aber erstens sind meine Nähkünste - trotz täglichem Umgang mit diversen Nähkünstlerinnen - wahnsinnig überschaubar und zweitens mag ich nicht gern Geflicktes anziehen. Ich würd es vielleicht tun, wenn das blaue Longsleeve ein Lieblingsteil wäre. Ist es aber nicht. Dieser transparente Rand am Ausschnitt ist nicht mein Fall. Das Longsleeve kann weg.