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Sonntag, 1. Februar 2026

Na dann prost!

Die Flaschen, die ihr auf diesem Bild seht, sind grob geschätzt 36 Jahre alt, zusammengerechnet. Wobei sich nicht mehr genau rekonstruieren lässt, wann der Wodka und der Pitú in unseren Besitz gelangt sind. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich sie schon hatte, bevor ich 2016 von Hamburg nach Mannheim gezogen bin. Der Wodka und der Pitú sind also schon ganz schön rumgekommen in ihrem Leben.


Dass ich nicht dazu neige, mir im Alltag ständig Cocktails zu mixen, ist keine neue Erkenntnis: Schon 2014 trennte ich mich hier auf diesem Blog von Cocktailgläsern. Und doch, früher war mehr Mixen. Zumindest gelegentlich bot ich bei Partys ein Getränk namens Watermelon Crush an, bestehend aus Wassermelone, Orangensaft und Wodka, man hob die Gläser auf den "Dude" und trank White Russian oder stampfte Limetten und Rohrzucker für Caipirinha

Heute sind große Partys die Ausnahme, und selbst wenn mal jemand etwas zu feiern hat, fragen die Leute nach alkoholfreiem Bier oder verabschieden sich um zehn, weil sie am nächsten Morgen früh raus müssen. Ganz klar: Wir sind älter geworden. Und ist ja auch gesünder, nicht so viel zu trinken.

"Wer regelmäßig Alkohol trinkt, hat ein sehr viel höheres Risiko für bestimmte Krankheiten wie eine Magenschleimhautentzündung, Bluthochdruck oder eine verfettete Leber", sagt der Internist Helmut Seitz in einem Interview mit dem SPIEGEL, und weiter: "Das Organ, das am empfindlichsten auf Alkohol reagiert, ist die weibliche Brustdrüse. Das wissen die wenigsten. Bei Frauen steigt daher das Risiko für Brustkrebs." Will man alles nicht haben.

Als der Liebste nach einem feuchtfröhlichen Konzertbesuch im Oktober die schon fast obligatorischen Worte "Nie wieder Alkohol!" aussprach, dachte ich nicht, dass er es ernst meinen würde. Und doch, seitdem hat er nichts mehr angerührt, hat Weihnachtsmärkte, Weihnachten, Silvester mit Apfelpunsch und 0,0-Sekt hinter sich gebracht. Das hat uns eine neue Welt eröffnet, die Welt der alkoholfreien Biere, Weine und Sekte, und da geht erstaunlich viel. Das Zeug schmeckt, macht keinen Kater, und weniger Kalorien hat es auch.

Sich das Schrankfach mit den Spirituosen vorzunehmen, war also überfällig. Das Foto von den fünf Flaschen stellte ich bei Nebenan.de rein - zu verschenken. Noch am selben Tag kam eine Svenja vorbei, wahrscheinlich in den 50ern, im Gepäck eine Tüte mit Badekristallen, selbst gemachter Erdbeermarmelade und einen Piccolo Sekt. Den Alkohol wollte sie mitbringen zur Party einer Freundin, sie freute sich sehr, genau wie ich. Die ganze Transaktion war ebenso nett wie unkompliziert, und ich hoffe, dass Svenjas Freundin einen fantastischen Abend mit ihren Gästen hatte.

Nicht im Bild ist der Rum, den wir im vorigen Jahr aus Sri Lanka mitgebracht haben. An unserem Abschiedsabend mit Rainer von Birdingtours tranken wir Rum mit ihm. Wir saßen unter den Sternen, die Wellen brachen sich vor uns am Strand, der Rum schmeckte rund, vanillig, mild. Es hätte schöner nicht sein können.

Anschließend verbrachten wir noch ein paar Tage in einem Boutiquehotel ein paar Kilometer weiter: "Bombay Bicycle Club", gerade mal sechs Zimmer, offenes Restaurant mit Dach aus Palmenbättern, einer dieser Orte, die Stress und Sorgen instant wegbeamen, und übrig bleiben nur noch Sonne, Meer und Tiefenentspannung. 

Und weil der Abschiedsrum mit Rainer so gut gewesen war, fragten wir auch dort danach. Sie hatten keinen Rum - aber wenn wir ihm Geld gäben, sagte der Mann, könne er den Küchenchef zum Einkaufen schicken, er werde dann gern welchen besorgen. Urlaubsselig nahmen wir das Angebot an.

Womit wir nicht gerechnet hatten: Der Küchenchef brachte uns eine ganze Flasche Rum mit, einen halben Liter, zum Ladenpreis. Und weil wir so viel Rum nicht austrinken wollten, füllten wir den Rest in eine Halbliter-Plastikwasserflasche. Ich dachte schon damals kurz darüber nach, ob das wohl eine geniale Idee war und ob der Alkohol wohl das Plastik angreift. Die Flasche wanderte in den Schrank, zum Pitú, Kahlua und all den anderen ungetrunkenen Spirituosen. Was soll ich sagen: Wir haben ihn nicht mehr angerührt. 

Die sechs Flaschen sind insgesamt mehr als 11.300 Kilometer mit uns gereist. Nun endet ihre Reise.

Alles andere, was diese Woche weg konnte, hatte keine spannende Geschichte zu erzählen. Es war einfach altes, schäbiges Zeug, das endlich in den Müll gewandert ist:



Sonntag, 31. Januar 2016

Magic Küchen-Cleaning

Das Buch „Magic Cleaning: Wie richtig Aufräumen Ihr Leben verändert“ der Japanerin Marie Kondo war ein Riesen-Bestseller. Ich hab's ehrlich gesagt nicht gelesen, wohl aber den Nachfolger „Magic Cleaning: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben“, das mir mal ein ehemaliger Kollege in die Hand drückte mit den Worten: „Das ist doch irgendwie dein Thema, willste haben?“. Eigentlich wollte ich schon lange mal was über das Buch schreiben, aber irgendwie kam es bisher nie dazu.

Nun also, zumindest kurz, zu „Magic Cleaning“. Einiges von dem, was Marie Kondo schreibt, habe ich hier auch schon geschrieben, vor allem, dass ich nur das behalten will, was ich brauche und/oder mich glücklich macht. Auf diese hervorragende Idee bin ich übrigens ganz ohne Frau Kondo gekommen ;)

Einiges sehe ich dann doch ein bisschen anders: Zum Beispiel dürfen bei mir Messer, Löffel und Ess-Stäbchen durchaus zusammen in einer Schublade liegen – bei Frau Kondo liegen sie getrennt. Warum, fragt ihr euch? Hier der Grund, ich zitiere: „Es ist zwar nur ein vages Gefühl, aber ich habe den Eindruck, dass die Stäbchen sich in der Nähe der scharfen Messerschneiden nicht wohlfühlen, und die Löffel, die eher kleine Teller sind, in so einem Umfeld nicht zur Ruhe kommen. Die Gabeln jedoch halten der aggressiven Atmosphäre, die von den Messern ausgeht, recht gut stand.“ Ich lass das mal so stehen.

Was ich noch nicht verstehe, ist die beim Magic Cleaning zwingend vorgegebene Reihenfolge: erst Kleidung, dann Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungen. Ich würde keinem Menschen raten, als allererstes den Kleiderschrank aufzuräumen. Kleidung ausmisten finde ich nämlich mühsam und schwierig. Warum?

Kleidungsstücke haben tendenziell mehr gekostet als viele andere Dinge in meinem Besitz, daher fällt es mir schwerer, mich von ihnen zu trennen.

Manche Dinge passen mir nicht mehr, obwohl ich sie eigentlich mag, dann muss ich mir auch noch eine Niederlage eingestehen, bevor ich sie aussortieren kann. Dasselbe gilt natürlich auch für Fehlkäufe.

Manche Sachen mag ich zwar nicht besonders, bilde mir aber ein, sie seien unverzichtbar. 2014 habe ich zum Beispiel einen schwarzen Cardigan aussortiert und stelle nun immer wieder fest, dass ich nichts Schönes habe, was ich über meine vielen schönen halbärmeligen Kleider tragen kann. Auch meine Unterwäscheschublade könnte mal eine Entrümpelung vertragen, aber dann müsste ich mir größere Mengen neue Unterwäsche kaufen, und wer hat da schon Lust drauf?

Viele Sachen will ich noch mal anziehen, ehe ich mich endgültig entscheide. Dadurch dauert's lange.

Viel leichter fällt es mir, die Küche auszumisten. Um mich in neuen #daskannweg-Schwung zu bringen, hab ich daher heute mal fast alle Küchenschränke ausgemistet (alle außer dem Schüssel- und Dosenschrank und der Dinge-Schublade, die brauchen einen separaten Termin).

Ich weiß natürlich, dass man die meisten schon länger abgelaufenen Lebensmittel noch problemlos essen kann, und unter normalen Umständen tue ich das auch. Ich finde das Theater ums MINDESThaltbarkeitsdatum nämlich lächerlich und halte es für eine Schande, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden. Aber angesichts des bevorstehenden Umzugs habe ich die 20/20-Regel (ihr erinnert euch vielleicht noch – wenn nicht: zur 20/20-Regel) ausnahmsweise auch auf Lebensmittel angewendet.

Gewürze, die an Aroma verloren haben, eher unleckere Nudeln und Ananas aus der Dose zwei Jahre über dem MHD in Umzugskartons packen, um sie fast 600 Kilometer quer durch die Republik zu transportieren, damit sie dann dort die Schränke in unserer schönen neuen Küche zumüllen? Nee, echt nicht. Wenn ich irgendwas davon vermissen sollte, bin ich in fünf Minuten im Supermarkt um die (neue) Ecke und kann es nachkaufen – und dann ist es sogar frisch. Am Ende waren's zwei Mülleimer voll. Und ich habe einen neuen guten Vorsatz: Weniger unnütze Vorräte kaufen!

Dazu hab ich noch allerlei Zeug zum Ausmisten vorgemerkt und auf meinem Esstisch gestellt. Eine Reihe an Zeug, was einfach unnötig und unpraktisch ist: die riesige Tasse, in der der Tee viel zu schnell abkühlt, die Teller, die zu groß sind für die Spülmaschine, die überdimensionierte Trinkflasche. Eine Reihe von Zeug, von dem ich einfach zu viel habe oder von dem der Liebste und ich künftig gemeinsam zu viel haben werden: kleine Schüsseln, die dritte Thermoskanne, leere Teedosen. Und: alle Töpfe außer zwei - der neue Herd ist ein Induktionsherd, das können die meisten meiner Töpfe nicht. Sieht ziemlich beeindruckend aus.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Tag 345 - Das Johannisbeergelee

Jajajaja, Marmelade kann man ewig aufheben, weiß ich. Aber sollte man wirklich? Dieses Johannisbeegelee hier steht offen in meinem Kühlschrank, und zwar schon länger, als ich zurückdenken kann. Ich schätze mal, mindestens eineinhalb Jahre. Denn ich esse so gut wie nie Marmelade und selbst wenn, dann nicht Johannisbeergelee. Der Liebste isst zwar gern Marmelade, aber für Johannisbeergelee hat er nix übrig, ansonsten frühstücken hier nur höchst selben Leute.

Das Gelee hat meine Mama selber eingekocht und mal mit hergebracht, ich vermute, als meine Eltern mich besucht haben - beide große Marmeladenfans. Sie waren es auch, die das, was im Glas fehlt, gegessen haben. Seither schiebe ich das Marmeladenglas in meinem Kühlschrank von einer Ecke in die andere und frage mich, wie das Glas je leer werden soll und ob das Gelee nicht doch irgendwann anfängt zu verderben. Aber wegwerfen? Selbstgemachtes? Von Mama? Darf man das? 

Man darf. Sag ich jetzt einfach mal so. Ich sage: Das Johannisbeergelee kann weg.

Montag, 1. Dezember 2014

Tag 335 - Die Schokokugeln

Diese drei Schokokugeln hab ich Anfang März in Costa Rica gekauft, in einem Bribri-Dorf nahe der Grenze zu Panama gekauft. Die Bribri sind das, was man politisch korrekt ein "indigenes Volk" nennt: Sie leben mitten im Dschungel, ihr Dorf ist nur mit dem Boot erreichbar, Strom gibt es nur sporadisch, alle tragen Gummistiefel, und auch wenn ab und zu ein Arzt vorbeikommt, fragen sie gern den Schamanen um Rat. Ab und an beherbergen sie Touristen wie mich, die sich dieses fremde Leben mal für ein paar Tage anschauen wollen. Davon leben sie.

Die Bribri bauen Kakao an. Ich hab in ihrem Dorf frische Kakaobohnen direkt aus der Schote gegessen. Ich hab selbst den Fleischwolf gedreht, mit dem die Dorfbewohner die Kakaobohnen mahlen, um Kakaomasse herzustellen. Danach war es nur noch ein kleiner Schritt bis zum Kauf von drei Kakaokugeln, das Stück für einen Dollar.

Man kann die Kugeln auflösen und Kakao draus kochen, haben sie uns gesagt. Oder mit süßer Kondensmilch eine Creme draus anrühren. Hat alles wahnsinnig gut geschmeckt unter der Sonne Costa Ricas. Hab ich natürlich nie gemacht hier zuhause in der grauen Realität, in der ich etwa einmal im Jahr Kakao trinke und mir nicht viel aus Desserts mache. Ob ich schon in dem Moment, als ich die Kakaokugeln kaufte, wusste, dass ich sie sehr wahrscheinlich nicht benutzen werde? Wahrscheinlich. Macht auch nichts, ich kann die drei Dollar verschmerzen, und den Dorfbewohnern helfen sie hoffentlich weiter. Aber ich muss die Kugeln nicht aufbewahren, wenn ich sie nicht verwenden will. Sie können weg.


Mittwoch, 3. September 2014

Tag 244 - Die abgelaufenen Lebensmittel

Es ist mal wieder Zeit, ein paar abgelaufene Lebensmittel zu entsorgen. Dieses Sortiment zeugt von gebrochenen guten Ernährungsvorsätzen:
  • gesünder frühstücken (Müsli)
  • wenn schon kein Müsli frühstücken, dann wenigstens weniger tierische Fette essen (Marmelade)
  • mehr Omega-3-Fettsäuren zu mir nehmen (Leinöl)
Es hilft nix, das Zeug weiter im Regal stehen zu lassen, ich esse es ja doch nicht. Ich ess halt lieber Salamibrot. Außerdem datiert das älteste Mindesthaltbarkeitsdatum in dieser Sammlung auf 6.9.2011.

Und dann sind da noch die sauleckeren Ingwerbonbons, die leider in ihren Einzelverpackungen geschmolzen sind und die man da unmöglich wieder rauskriegt.

Nicht mit im Bild ist das, was ich aus dem Tiefkühlschrank direkt in den Müll geworfen habe: Undefiniertes in unbeschrifteten Tüten und in Eiswürfelbehältern (nein, es war kein Wasser, sondern irgendwas anderes). Kann, bzw. konnte alles weg.

Dienstag, 12. August 2014

Tag 222 - Die Marinade

Grillen finde ich ja super. Weniger super finde ich allerdings Dinge mit ellenlangen Zutatenlisten. 

Diese Marinade enthält: Wasser, Salz, Zuckerrübensirup, Bio Balsamico (Bio Weinessig Bio Traubenmost), Worchester Sauce (Branntweinessig, Gerstenmalzesig, Wasser, Zucker, Salz, Karamell, Gewürze, u.a. Selleriesaat, Zitronenöl), Sojasauce (Wasser, Sojabohnen, Salz, Weizenmehl), Säuerungsmittel Ascorbinsäure, Chipotle (Chili, Rauch), Zucker, Senfmehl, Zwiebelpulver, Knoblauchpulver, Ingwer, Gewürze, Verdickungsmittel Xanthan, Guarkernmehl.

Das ist jetzt alles nicht mal wahnsinnig schlimm, steht nicht mal Aroma dabei (wobei: "Gewürze" kann ja vieles sein). Aber allein bei den Worten Zwiebelpulver und Knoblauchpulver vergeht's mir. Damit mag ich nicht grillen. Die Marinade kann weg.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Tag 203 - Ein Haufen Kram

Ihr Lieben, wir müssen reden. Hier wurde mehr als 200 Tage lang jeden Tag fleißig gebloggt, aber die nächsten Tage macht daskannweg eine kleine Sommerpause. Dafür gibt's zwei Gründe: Erstens sind einige Dinge auszusortieren, zu denen ich nichts wirklich Spannendes zu erzählen habe. Die liegen seit Wochen auf Halde und können einfach mal weg. Zweitens bin ich übers Wochenende schon wieder nicht in der Stadt und hatte nicht genug Zeit, was Ordentliches vorzubereiten.

Ehe ich euch also langweile mit schnell hingepfuschten Texten über öde Dinge, kann heute etwas weg, was ich "ein Haufen Kram" nennen möchte: eklig schmeckendes Lipgloss, Gewürzmischung mit Knoblauchpulver, Glitzerlidschatten, eine Schale mit Werbeaufdruck, Butterbrotpapier, Lippenstifte in doofen Farben und Salzkristalle in der Größe von Kandiszucker. Zeug, das mich schon seit langem irritiert und nervt, mir jedenfalls zu nichts Nütze ist. Wir lesen uns dann nächste Woche wieder hier. Habt ein sonniges Wochenende!

Samstag, 19. Juli 2014

Tag 198 - Die Magnesium-Brausetabletten

Magnesium ist wichtig für Muskeln und Nerven. Das steht zumindest auf der Packung der hochdosierten Magnesium-Brausetabletten mit Orangen-Grapefruitgeschmack. Angeblich hilft es gegen Wadenkrämpfe. Ob das stimmt, ist fraglich, aber immerhin schadet es nichts. Eine Zeitlang hab ich manchmal nachts Wadenkrämpfe gehabt und da hab ich mir die Brausetabletten gekauft. Um festzustellen: Schaden vielleicht nicht, schmecken mir aber auch nicht. 

Ich bin dann von Leitungswasser wieder auf magnesiumhaltiges Mineralwasser umgestiegen, seitdem hab ich keine Probleme mehr, warum auch immer. Und die Brausetabletten liegen seitdem ungeliebt und ungetrunken in der Schublade. Die können weg.

Wer mag sowas? Sie sind sogar noch haltbar!

Donnerstag, 3. Juli 2014

Tag 184 - Der Hugo

Sommer, Sonne, Fußball-WM, die vierte! Den Hugo hat mal irgendwer mitgebracht, vielleicht zum Swap oder so. Seitdem steht er rum. Nun ist gegen Hugo an sich erst mal nichts einzuwenden, finde ich. Kann man durchaus trinken, auch wenn's wahrscheinlich Last Year ist, wie kritische Hipster wohl anmerken würden.

Wenn ich aber Hugo trinke, dann möchte ich aber gern, dass echte Holunderblüten und echte Limetten im Spiel sind. Was ich nicht möchte, ist ein "aromatisierter weinhaltiger Cocktail mit Holunderblüten- & Limettengeschmack", auch nicht, wenn er von Käfer ist. Ja, was das angeht, bin ich Food-Snob, und da bin ich kategorisch - aromatisiert? No-no.

Der Hugo kann weg. Wer ist weniger kategorisch als ich und will ihn trinken?


Freitag, 20. Juni 2014

Tag 171 – Der Kasten Bier auf dem Balkon



 
Der heutige Post ist mir fast ein wenig peinlich, denn er beweist, wie uncool ich doch eigentlich bin. Ich horte Bier, anstatt einfach mal abends eine Flasche weg zu zischen. Mit dem Kasten Becks auf dem Balkon verhält es sich ähnlich wie mit der Süßkartoffel: Er steht seit meinem Geburtstag rum, und ich weiß nichts damit anzufangen. Allerdings bereits seit meinem Geburtstag 2013...


Ich feiere nicht permanent Partys in meiner Wohnung. Das soll nicht heißen, ich sei ungesellig oder so. Nein, ganz im Gegenteil. Mein Bier trinke ich jedoch lieber auswärts mit Freunden. Wenn ich zuhause Alkohol trinke, dann selten allein und meist eher Wein oder Aperol Spritz. Das dann auch gerne auf meinem gemütlichen Balkon.


Das Becks sind immer noch die Reste meiner Geburtstagsparty im März 2013. 19 Flaschen, haltbar bis Juli 2013.


Nichts ist peinlicher, als wenn auf einer Feier plötzlich das Bier ausgeht und irgendwer spät nachts zur Tankstelle fahren muss, um Nachschub zu besorgen. Ich hatte damals zwei Kästen Bier und etliche Flaschen Prosecco besorgt. Kasten Nr.1 trank sich wie von selbst – aber dann wollte plötzlich keiner mehr was. 

„Gut, trinken wir ein andermal“, dachte ich. „Kommt schon weg.“ Nee, tut es leider nicht. Denn eigentlich mag ich das grüne Becks selbst gar nicht so sehr. Ist mir zu herb. Ich hatte es für die anwesenden Männer besorgt.


Fazit: Seit März 2013 waren ganz offensichtlich zu wenige Männer in meiner Wohnung, sonst wäre der Schandfleck längst beseitigt. Ich habe eine Flasche geöffnet und probiert, ob man das Zeug noch trinken kann: Ist okay. Etwas bitter vielleicht. Ich lebe noch, leider weder unter Halluzinationen, noch Lähmungserscheinungen. Ich lade Euch herzlich ein zum gemeinsamen Bier-Vernichten! Nächste Woche? Mit Fußball-Gucken? Wer hat Lust vorbeizukommen?

Sonntag, 15. Juni 2014

Tag 166 – Die Süßkartoffel



Wer mich kennt, weiß: Ich bin nicht die größte Köchin auf Erden. Es gibt ein paar wenige Gerichte, die ich gut zubereiten kann. Ansonsten bin ich zu faul, mein Repertoire zu erweitern.
 
Ich hoffe immer noch darauf, dass sich das irgendwann einmal ändern wird und mich, angesportn von Jamie, Mälzer, Lafer, Lichter und wie sie alle heißen, das Kochfieber packt. Manchmal ereilt mich ein Hauch davon. So auch dieses Jahr am 21. Februar, meinem Geburtstag. Meine Mutter war zu Besuch und wir schlenderten am Vormittag über den Isemarkt. Plötzlich schlug sie vor: „Ich koche dir heute was ganz Raffiniertes mit Süßkartoffeln!“ – „Toll, Mama, unbedingt!“ Wir kauften zwei große Süßkartoffeln, stellten beim Schnippeln in der Küche jedoch schnell fest, dass eine einzige ebenfalls gereicht hätte für ein Gratin zusammen mit normalen Kartoffeln. 

Seit diesem Tag gammelt die zweite Knolle in meiner Küche rum, und ich habe nicht so recht Ahnung, was ich damit anfangen soll. Die Suchanfrage „Rezepte Süßkartoffel“ liefert mir bei Google zwar 317.000 Treffer, aber keine der vorgeschlagenen Zubereitungen macht mich so richtig an. 

Also: Braucht irgendwer zufällig gerade dringend eine Süßkartoffel? Oder hat eine Idee, was ich damit machen soll? Ansonsten kommt das Ding jetzt in den Müll – obwohl man Essen ja eigentlich nicht wegwirft.

PS: Heute ist übrigens Anges Geburtstag! Ihr denkt, an ihren Wunsch und mistet heute ebenfalls alle brav etwas aus? DANKE! 

Mittwoch, 28. Mai 2014

Tag 148 - Das Bohnenkraut



Bohnenkraut gehört zu den Dingen in meiner Küche, die ich, nun ja, nicht ständig brauche. Obwohl ich grüne Bohnen sogar sehr gern esse, bereite ich sie eher selten zu – vielleicht ein, zwei Mal pro Jahr.

Das ist wohl auch der Grund, warum ich in meinem Gewürzschrank gleich zwei Dosen Bohnenkraut habe: Wahrscheinlich stand ich irgendwann mal im Supermarkt, packte Bohnen in den Einkaufswagen, fragte mich: „Hab ich eigentlich noch Bohnenkraut?“ und konnte mich nicht dran erinnern, dass ich noch welches habe. Nun hab ich also gleich zwei Dosen, und die werd ich nie, nie, niemals aufbrauchen, ehe das böse MHD abläuft. Danach könnte man es zwar noch weiterverwenden, aber verschenken mag ich es dann eigentlich nicht mehr. Kommt irgendwie komisch rüber. Also, ihr Lieben: Die Bohnensaison steht bevor, eine Dose Bohnenkraut kann weg, vielleicht sind Bohnenfans anwesend?

Ich würd auch noch ne Dose Currypulver mit draufpacken. Das ist zwar abgelaufen, aber noch tiptop in Ordnung.

Samstag, 17. Mai 2014

Tag 137 - Die Gewürzmischung Tai Fun

Ich bin ja nicht so empfindlich mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum. Aber das Asia-Gewürz mit dem schönen Namen Tai Fun ist am 15.10.10 abgelaufen. Man könnte es sicher noch nehmen, vielleicht schmeckt es nicht mehr nach sehr viel, aber was soll an Gewürzen schon schlecht werden.

Tai Fun hab ich mal auf der Eat 'n Style gekauft. In der Mühle stecken Salinesalz, Coriander, Paprika, Zitrone, Rohrzucker, Ingwer, Zwiebeln, Szechuanpfeffer, Paradieskörner, Knoblauch, Basilikum und Chili. Will ich das wirklich immer alles an meinem Essen haben? Eigentlich entscheide ich lieber selber, womit ich würze. Und Zwiebeln, Knoblauch und Basilikum nehm ich sowieso lieber frisch. Gewürzmischungen und ich, wir werden einfach keine Freunde. Ich ahne, dass ich niemals Lust haben werde, mit Tai Fun zu würzen. Und genau das ist der Grund, warum Tai Fun weg kann.

Sonntag, 11. Mai 2014

Tag 131 - Der Apricot Brandy

Ja, sicher, Insa hat erst vorige Woche in der Blogvertretung Alkohol aussortiert. Aber heute ist ein "Nie wieder Alkohol"-Tag, da passt es einfach zu gut, um es nicht selbst auch noch zu tun. Auch wenn gestern Bier getrunken wurde und nicht Apricot Brandy.

Den Apricot Brandy hab ich wahrscheinlich mal zum Backen gebraucht. Ist jedenfalls kaum was raus aus der Flasche. Was macht man sonst mit Apricot Brandy? Cocktails? Mach ich nicht, wie schon berichtet. Über Eis und Desserts kippen? Bei meiner Eis- und Dessert-Essquote hält das Zeug noch hundert Jahre, zumal hier noch einige andere Spirituosen rumstehen. Vielleicht hat jemand anderes eher Verwendung dafür?

Der Apricot Brandy kann weg. Und ich geh jetzt erst mal duschen und ne Kopfschmerztablette nehmen. 

Donnerstag, 1. Mai 2014

Tag 121: Der Bommerlunder

Ich trinke keinen Alkohol. Es ist also die denkbar schlechteste Idee, mir Wein, Schampus oder sonst irgendeine Art von Alkohol zu schenken. Hin und wieder kommt es aber doch mal vor, dass ich die ein oder andere Flasche bekomme. Ich find’s nicht weiter tragisch. Oft kann ich dann zu einer Party einen Wein mitbringen. Auch ganz praktisch.

Im letzten Jahr war ein Bekannter auf der Durchreise und suchte eine Übernachtungsmöglichkeit in Hamburg. Ich hab mich gefreut ihn mal wiederzusehen und er hat mir als kleine Aufmerksamkeit eine Flasche Bommerlunder mitgebracht. Warum ausgerechnet Bommerlunder? Gute Frage! Ganz genau weiß ich es nicht, aber es hat irgendwie mit seinem Spitznamen Bommi zu tun. Mein Bekannter hatte jedenfalls ein ganz schlechtes Gewissen, weil er gar nicht wusste, dass ich keinen Alkohol trinke. Ich hab noch gesagt: "Da kommt bestimmt mal jemand zu Besuch, der Bommerlunder mag." Und: "Den kann ich bestimmt zum Kochen oder Backen nehmen."

In der Realität ist es aber so: Die Flasche Bommerlunder wohnt ungeöffnet seit zehn Monaten in meinem Kühlschrank. Es kommt keiner, der Bommerlunder mag. Und die Rezepte, die ich mit Bommerlunder gefunden habe, haben mich nicht umgehauen. Der Bommerlunder kann also weg.