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Donnerstag, 28. Januar 2016

Ist mein Mail-Account kaputt? [Gastbeitrag]


In letzter Zeit beschleicht mich immer öfter das Gefühl, dass der Liebste still und heimlich zum besseren #daskannwegger in dieser Beziehung geworden ist. Insofern hätte ich mich wohl gar nicht wundern sollen, als mich heute Morgen um 7:28 Uhr - ich lag noch im Bett - eine WhatsApp mit folgendem Text erreichte: ich schreib grad n das kann weg gastbeitrag ;) Er schrieb in der Straßenbahn, auf dem Weg zur Arbeit, in den iPhone-Notizblock. Weil ihm das Thema ein Anliegen war. Aber lest selbst: 

Am Sonntag habe ich wirklich gedacht, mein E-Mail-Account sei kaputt. Ich wartete auf eine wichtige Mail, schon seit einer Woche. Die letzte Mail kam Freitag – das kann doch nicht sein! Mit dem beruflichen E-Mail-Account eine Testmail geschickt ... alles in Ordnung.

Was das mit #daskannweg zu tun hat? Von der Wegwerffrau habe ich gelernt, dass man Dinge, die man nicht braucht, wirklich nicht braucht. Das betrifft nicht nur Gegenstände, sondern auch ungewollte elektronische Post. Natürlich kann man den üblichen Spam zu Viagra und versprochenen tollen Sex-Dates nicht abstellen, aber dafür gibt's ja den Spam-Filter, der bei Gmail gut funktioniert.

Mir geht es um Newsletter: Jeder Onlinehändler, bei dem ich mal was bestellt habe, will mich über seine Angebote informieren, jeder, der irgendwie mal an meine Mail-Adresse gekommen ist, will mir schreiben. Das ist ja nett gemeint - aber gelesen habe ich diese Mails nie.

Das führte dazu, dass mein iPhone mich jeden Tag daran erinnerte, dass noch 128 ungelesene Mails darauf warten, gelesen zu werden - wenn auch diskret mit einem roten Kreis an der Mail-App. Ich wollte diese Mails gar nicht lesen. Aber trotzdem blieb immer die Ungewissheit: Vielleicht ist eine dieser 128 Mails doch kein Newsletter, sondern wichtig.

Nach einem sonntäglichen Gespräch, bei dem ich mich über die immense Zahl an Newslettern in meinem Postfach beschwerte, hatte die Liebste mal wieder die pragmatische Lösung: abbestellen! Das tat ich ab diesem Tag, mit aller Konsequenz. Bei jeder Mail, die reinkam, drückte ich den Unsubscribe-Button. Auch wenn der sich meist ganz klein am Ende der Mail versteckt und schön unscheinbar ist: Es gibt ihn wirklich - und er funktioniert. Der Newsletter von einem Versandhändler, bei dem ich irgendwann mal ein Geschenk gekauft habe? Weg. Der Newsletter vom Schuhhändler, der mit schreienden Frauen wirbt? Weg. Der vom Lieferdienst? Weg. Ich könnte ewig so weitermachen.

Ein halbes Jahr lang bin ich immer mal wieder die Ungelesen-Mails durchgegangen und habe noch etliche Newsletter abbestellt. Ganz newsletterfrei bin ich natürlich immer noch nicht: Ich bekomme das Kinoprogramm, das ich gerne studiere, Infos von einem Konzertveranstalter und von einem Softwarehändler, der Sonderangebote anpreist. Das reicht mir völlig aus: Wenn ich etwas suche, kann ich Google bemühen. Ich gehöre sowieso nicht zu der Sorte Menschen, die etwas kauft, nur weil es gerade angeboten wird.

Daher: Newsletter können weg!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Tag 274 - Das Weinregal

Ich war schon immer ein ordentlicher Mensch, und diese Tatsache plus 274 Tage #daskannweg sollten eigentlich längst der letzten Rumpelecke in meiner Wohnung den Garaus gemacht haben. Stimmt aber nicht, denn da ist noch die Ecke mit dem Weinregal, zwischen dem Tiefkühlschrank und dem Raumteiler-Regal, auf dem der Fernseher steht: immer vollgestellt mit Kram, für den in der Ecke eigentlich zu wenig Platz ist. 

Ich bin auf keinen Fall eine Weinkennerin. Nichts gegen ein Glas Wein, aber an den meisten Tagen trinke ich lieber Bier. Oder Tee. Und der Wust an Weinwissen, den man sich auf dem Weg zur Weinkennerin draufschaffen muss, hat jegliche Ambition in diese Richtung im Keim erstickt. Mein Weinregal ist nur halb gefüllt mit irgendwelchem Wein: zwei Flaschen Rotwein, zwei Flaschen Weißwein, eine Flasche Rosé. Mindestens drei der Flaschen wurden ziemlich sicher mal von irgendwem mitgebracht, eine war mal ein Geschenk und ist wahrscheinlich mehr wert als die anderen, was dazu führt, dass ich sie seit Jahren für einen "besonderen Anlass" aufbewahre. Wahrscheinlich ist der Wein inzwischen zu Essig geworden. Außerdem lagern auf dem Weinregal eine Thermoskanne und eine leere Flasche, die als Trinkflasche für unterwegs dient.

Und dann ist da noch das Weinregal selbst, eine leicht angegilbte, zusammenklappbare Ikea-Scheußlichkeit. Nicht schön, aber Weinflaschen müssen nun mal liegend gelagert werden, das weiß jeder, der schon mal irgendwo was über Wein gehört hat! Müssen sie das wirklich, frage ich mich? Auch wenn sie maximal fünf Euro gekostet haben und vermutlich weder vom Rumstehen noch vom Rumliegen besser werden? Ich werde es herausfinden. Denn das Weinregal kann weg.

Samstag, 30. August 2014

Tag 240 - Das Körbchen

Ein Highlight jagt das andere? Nicht in diesem Blog! An diesem sonnigen Samstag lass ich's mal ruhig angehen und trenne mich ohne große Worte von diesem bezaubernden kleinen Körbchen.

Das Körbchen stand viel zu lange auf der Holzkiste, in der meine Teebeutel wohnen, was einigermaßen unpraktisch war, weil man es immer runterräumen musste, wenn man an die Teebeutel ran wollte. Von Zeit zu Zeit legte ich ein paar Teebeutel rein oder ein Teesieb, damit es nicht so leer aussah. Einen wirklichen Zweck erfüllte es aber nicht. Das Körbchen kann weg.

Mittwoch, 27. August 2014

Tag 237 - Das Malerzuhör

Ich hab ja gesagt, dass ich nie wieder freiwillig allein eine Wand streichen werde. Und dazu steh ich auch weiterhin. Deshalb ist es nur konsequent, dass ich nach der Wandfarbe nun auch das restliche Malerzubehör loswerde, das aus unerfindlichen Gründen bis heute in meinem Kabuff überlebt hat: einen farbverklecksten Eimer, ein farbverkleckstes altes T-Shirt, Abdeckplane, eine Pinselablage, ein von Farbe steifer Pinsel und zwei Rollen (eine bereits als Requisit bei der Wandfarbe bekannt). Das Zeug kann weg und wird so, wie es ist, in den Müll verfrachtet.

Die Wandfarbe ist übrigens immer noch in meinem Besitz und wartet auf einen neuen Eigentümer. Da man sowas auch auf dem Flohmarkt nicht los wird, rufe ich jetzt hier noch mal Freiwillige dazu auf, sich zu melden. Wenn sich niemand findet, stelle ich den Eimer auf bewährte Weise mit "Zu verschenken"-Schild zu den Netto-Einkaufswagen.

Montag, 18. August 2014

Tag 228 - Die Papiere

Mein Freund lag am Wochenende krank im Bett und sagte mir, ich solle ihn lieber nicht besuchen, "weil du hier nur 'n rumliegenden Mann sehen und dafür 130 Euro bezahlen würdest. Ich soll und muss eh viel schlafen." Recht hat er, und ein Gutes hatte diese kurzfristige Planänderung: Ich hatte endlich keine Ausrede mehr, mir den Riesenberg an Papierkram vorzunehmen, der sich in meiner Ablagebox stapelte. 

Stundenlang habe ich sortiert, abgeheftet und weggeworfen. Das ist das, was übrig blieb: Alles auf diesem Stapel kann weg und wandert nun in den Papiermüll.

Samstag, 16. August 2014

Tag 226 - Noch zwei Mo-Hayder-Bücher

Am 30. Mai verabschiedete ich mich hier von einem richtig, richtig schlechten Mo-Hayder-Thriller. Wie bereits berichtet, war "Die Sekte" mein dritter Mo Hayder, und "Die Behandlung" und "Der Vogelmann" hatte ich durchaus ganz gern gelesen.

Es klingt vielleicht merkwürdig, aber irgendwie hat mir "Die Sekte" im Nachhinein die beiden anderen Bücher verleidet. Wenn ich die nun in meinem Regal sehe, denke ich nicht "Ach, das war wirklich spannend", ich denke "Das ist doch von derselben Frau wie dieses völlig bekloppte Buch mit dem gestörten Mädchen mit dem Schwanz". Das ist kein Gedanke, den ich beim Betrachten meines Bücherregals gern habe, und deshalb können die beiden anderen Mo-Hayder-Bücher nun auch weg. Wer gern eher blutige Thriller liest, wird seine Freude daran haben.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Tag 203 - Ein Haufen Kram

Ihr Lieben, wir müssen reden. Hier wurde mehr als 200 Tage lang jeden Tag fleißig gebloggt, aber die nächsten Tage macht daskannweg eine kleine Sommerpause. Dafür gibt's zwei Gründe: Erstens sind einige Dinge auszusortieren, zu denen ich nichts wirklich Spannendes zu erzählen habe. Die liegen seit Wochen auf Halde und können einfach mal weg. Zweitens bin ich übers Wochenende schon wieder nicht in der Stadt und hatte nicht genug Zeit, was Ordentliches vorzubereiten.

Ehe ich euch also langweile mit schnell hingepfuschten Texten über öde Dinge, kann heute etwas weg, was ich "ein Haufen Kram" nennen möchte: eklig schmeckendes Lipgloss, Gewürzmischung mit Knoblauchpulver, Glitzerlidschatten, eine Schale mit Werbeaufdruck, Butterbrotpapier, Lippenstifte in doofen Farben und Salzkristalle in der Größe von Kandiszucker. Zeug, das mich schon seit langem irritiert und nervt, mir jedenfalls zu nichts Nütze ist. Wir lesen uns dann nächste Woche wieder hier. Habt ein sonniges Wochenende!

Freitag, 27. Juni 2014

Tag 178 - Die Kartons

Ich zupfe manchmal an meiner Nagelhaut herum. Auch wenn ich mir regelmäßig vornehme, es zu lassen, passiert es mir doch immer wieder. Was das mit diesem Blog zu tun hat? Es geht um schlechte Angewohnheiten - und um die Disziplin, die man braucht, um sie sein zu lassen. Eine schwache Sekunde, und schon ist es wieder passiert. Das gilt nicht nur für die Nagelhaut, sondern auch fürs Horten von Dingen "Für den Fall, dass".

Kartons zum Beispiel. Wer weiß, was man da noch mal reintun kann! Mal ehrlich: Im vergangenen Jahr hab ich genau ein Päckchen verschickt. Da ich immer mehr Kram ausmiste, brauche ich glücklicherweise immer weniger Kisten und Kästen, um Kram aufzubewahren. Und außerdem, ihr wisst schon, die Werbeaufdrucke ...

Die Kartons können weg. Ich wollte heute Abend eh den Papiermüll wegbringen. Da kann ich diese Kartons gleich mitnehmen. Und wenn ich mal wieder was kaufe, das in einem Karton ist, werfe ich den in Zukunft gleich in den Papiermüll. Es sei denn, es passiert in einer schwachen Sekunde ...

Donnerstag, 26. Juni 2014

Tag 177 - Die nicht abgeschickten Briefe



In meiner Wohnung gibt es ein Schrankfach, das ich seit Monaten zu öffnen vermeide. Es ist das Fach in meinem Schreibtisch, bis oben hin vollgestopft mit Zeug aus dem vorigen Jahr, als mein Leben sehr viel komplizierter und weit weniger schön war als heute, darunter ein Karton voll mit nicht abgeschickten Briefen.

Meine damalige Beziehung war, sagen wir mal, schwierig, und um all das Schwierige irgendwie zu sortieren und zu strukturieren, schrieb ich. Die Briefe bedeuten mir schon lange nichts mehr, aber bisher hatte ich mich erfolgreich davor gedrückt, das Chaos im Schrank zu beseitigen, wahrscheinlich, weil ich von dieser Zeit meines Lebens so weit wie möglich wegbleiben wollte. 

Wäre ich auch nur ansatzweise esoterisch veranlagt, ich würde wahrscheinlich an böse Schwingungen glauben, die aus dem Schrank dringen und mir die Lebensenergie rauben. Zum Glück bin ich null esoterisch veranlagt. Warum ich den Schrankinhalt nun trotzdem endlich mal in Angriff nehme? Dafür gibt es eine ganz pragmatische Erklärung: Ich würde den Schrank gern wieder benutzen, und das geht nicht, wenn er bis oben hin vollgestopft ist mit Zeug, das weg kann. Wie diesen Briefen: Die können weg.

Übrigens kann ich nur davon abraten, solche Dinge zu verbrennen. Hielt ich für eine super Idee, damit die Müllabfuhr sich nicht durchlesen kann, was ich geschrieben habe (als ob die sich dafür interessieren würden), und da der Grill eh auf dem Balkon stand ... Und jaaaa, vielleicht hatte mich auch spontan ein Hang zum Symbolträchtigen angeflogen.

Nach drei Minuten hab ich ne Gießkanne voll Wasser drübergekippt. Ich hatte Angst, jemand könnte ob der Qualmentwicklung die Feuerwehr rufen.

Dienstag, 17. Juni 2014

Tag 168 – Die Helene Fischer-DVD und -CD



Alle lieben Helene Fischer! Sie kann singen, tanzen, moderieren, schauspielern. Sie sieht toll aus, hat eine Top-Figur. Sie tauft Schiffe in Hamburg und turnt dabei leicht wie eine Feder am Trapez. Ach, sie ist ja so bezaubernd und "Atemlos" ein so tolles Lied. Plötzlich sind alle Schlager-Fans.

Mich stört Helene Fischer nicht weiter – aber ich lasse mich auch nicht von der allgemeinen Euphorie um sie anstecken. 

Im Dezember 2012 besuchte ich dienstlich mit Kollegen die TV-Aufzeichnung der „Helene Fischer-Show“ in Berlin. Obwohl die Gute bereits zwei Generalproben hinter sich hatte, vergeigte Helene fast jede Moderation im ersten Take. Das führte dazu, dass die Aufzeichnung der 90-minütigen Show (inklusive gefühlter 25 Outfitwechsel) fast vier Stunden dauerte. Statt wie angekündigt gegen 22.30 Uhr, begann die After-Show-Party erst um 1 Uhr nachts. Das war sehr ärgerlich, denn eigentlich hatte ich an besagtem Abend einen privaten Anschlusstermin: Ein Date mit einem echt guten Typen, der mich damals nach heftigem Geflirte auf diversen Partys endlich näher kennenlernen wollte. Wir smsten während der kompletten Show - aber da sich das ja alles so verdammt in die Länge zog, ging er irgendwann schlafen und reagierte nicht mehr. Ich rutschte währenddessen weiter nervös auf meinem unbequemen Stuhl im Tempodrom hin und her. Um mich herum lauter Helene-Verrückte. Schleichend wurde mir klar, dass ich das Date für heute wohl abschreiben konnte. "Danke, Helene, Du blöde Kuh!", dachte ich trotzig und wollte nur noch eines: Endlich raus hier.

Ein paar Tage nach der Show schickte mir die Plattenfirma die damals aktuelle DVD und CD zu. Sozusagen als Erinnerung an den gelungenen Abend. Beides steht seither bei mir im Regal, und ich habe immer Angst, dass irgendwelcher Besuch denken könnte, ich sei Fan. Nein, bin ich nicht. 

Aber vielleicht kann ich hier ja jemanden mit Helene glücklich machen. Vielleicht als Geschenk für Tante oder Oma? "Atemlos" ist nicht mit drauf, dafür aber Evergreens wie "Vergeben, vergessen und wieder vertrau'n", "Ich will immer wieder dieses Fieber spür'n", "Phänomen" oder "Die Hölle morgen früh". Na, wer will? ;-)

Samstag, 24. Mai 2014

Tag 144 - Der Besteckkasten

Mein Vater hat vier Schwestern. Und als ich ungefähr zwölf Jahre alt war, beschlossen diese Schwestern (und meine Großeltern), dass ich Besteck bräuchte. Richtig gutes, teures Besteck von Auerhahn. Für die Aussteuer. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie begeistert eine Zwölfjährige ist, wenn sie zum Geburtstag und zu Weihnachten von jeder Tante zwei Gabeln, drei Teelöffel oder eine Soßenkelle bekommt: geht-so-begeistert nämlich.

Weil mir das Besteck immer zu gut und zu teuer schien, um es zu benutzen, stand es viele Jahre ganz oben in meinem Küchenschrank - in einem Besteckkasten. Im Alltag benutzte ich Billigbesteck von Ikea; das Auerhahn-Besteck holte ich nur raus, wenn Gäste kamen. Damit ist jetzt Schluss: In meiner Besteckschublade ist genug Platz für das gute und das alltagse Besteck - und der sperrige, unnütze Besteckkasten kann weg.

Montag, 19. Mai 2014

Tag 139 - Die Porzellanblume

Als ich im Februar/März in Costa Rica war, hat meine Freundin Katrin netterweise meine Pflanzen gegossen. "Die nehmen schon ganz schön viel Licht weg", sagte sie, als sie mir meinen Wohnungsschlüssel zurückgab. Ich murmelte was von "voriges Jahr schon zwei weggeworfen" (hatten eine komische Krankheit)  und dass ich die Porzellanblume vor vielen Jahren als Ableger von meiner Studienfreundin Suse bekommen habe - sowas wirft man nicht einfach weg. Und "hab die Ranken erst neulich radikal zurückgeschnitten".

Aber nun beginnt die Porzellanblume, auch bekannt unter dem Namen Wachsblume, mal wieder zu blühen, und meine Zuneigung zu ihr schwindet. "Zauberhafte Blüten mit einem intensiven, süßlichen Duft kennzeichnen die Wachsblume", kann man bei livingathome.de lesen. Ich sage: Die Blüten stinken. Jedesmal, wenn die Porzellanblume blüht, klettere ich täglich auf meiner Fensterbank rum, um die stinkenden Blüten mit der Schere abzuschneiden. Damit ist jetzt Schluss. Denn Katrin hat recht, sie nimmt auch noch ganz schön viel Licht weg. Die Porzellanblume kann weg.

Donnerstag, 17. April 2014

Tag 107 - Ein Stapel Gesellschaftsspiele

Meine liebe Kollegin und Freundin Insa und ich, wir haben im letzten Herbst/Winter eine unfassbare Menge an Gesellschaftsspielen getestet und darüber geschrieben. Da ich die Person mit dem großen Esstisch bin, finden solche Veranstaltungen gern bei mir zuhause statt, und seit unserem Spieletest stapeln sich in meiner Wohnung die Brettspiele. Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass der durchschnittliche Spielekarton in den letzten, sagen wir mal, 20 Jahren deutlich an Größe zugenommen hat? 

Nun sind das alles Rezensionsspiele, die endlich mal zurück in die Redaktion müssten. Das #daskannweg ist heute also eher ein #daskannzurück, ein #gettingthingsdone. Aber weg aus meiner Wohnung, aus meinem Leben sind die Spiele danach ja, also müsste das eigentlich auch zählen, oder?

Dienstag, 25. Februar 2014

Tag 56 - Die Blumentöpfe

Die Balkon- und Gartensaison steht bevor, da wird es Zeit, Vorbereitungen zu treffen. Vielleicht will jemand Tomaten ziehen oder Blumen und braucht noch Blumentöpfe? Ich hätte da welche abzugeben. Genauer gesagt: 17 Stück.

Man kauft Pflanzen in kleinen Blumentöpfen, aber irgendwann wachsen sie da raus und brauchen größere. Die kleinen Blumentöpfe sind dann übrig. Hinzu kommt: Ich hatte mal mehr Pflanzen als heute. Ich hab sie zugunsten von mehr Licht in meiner Wohnung abgeschafft. Daher die großen Blumentöpfe.

Aber all das ist keine ausreichende Erklärung für die Blumentopf-Berge auf meinem Balkon und in meiner Abstellkammer. Ehrlich gesagt: Ich habe keine. Es scheint so zu sein, dass Blumentöpfe sich anhäufen, vor allem kleine.

17 Blumentöpfe, das sind exakt so viele wie Tage, die dieses Blog ohne mich auskommen muss. Und das ist natürlich kein Zufall, schließlich lautet mein Motto "365 Tage - 365 Dinge", und daran ändert auch mein Urlaub nichts.

Großartigerweise wird ab morgen Nicole hier bloggen. Vielen Dank dafür!

Sonntag, 16. Februar 2014

Tag 47 - Die Matratze

Die Matratze ist 1x2 Meter groß und aus Schaumstoff. Ich habe ich 2000 gekauft, als ich für ein halbes Jahr in Itzehoe wohnte, und zwar quasi ohne Möbel, denn die waren in meiner damaligen WG in Leipzig. Ich konnte mir eine olle Kommode besorgen, einen ebenso ollen Schreibtisch und einen komischen, unbequemen Klappsessel. Ein Bett hatte leider keiner übrig. Also kaufte ich die Matratze und schlief ein halbes Jahr auf der Matratze direkt auf dem Boden.

Die Matratze muss mehrmals mit mir umgezogen sein, auch wenn ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann, wo ich sie in der 30-Quadratmeter-Wohnung verstaut hatte.  

Seit ich in meiner jetzigen Wohnung wohne, steht die Matratze hinter meiner Schlafzimmertür. Da stand sie auch nicht großartig im Weg. Aber im Oktober habe ich einen neuen Kleiderschrank gekauft und nun ist hinter der Tür nicht mehr genug Platz, um die Matratze gerade hinzustellen. Sie steht jetzt ein bisschen schief, so dass man Angst hat, sie könnte umfallen, wenn man die Schlafzimmertür zu energisch aufmacht. Ich füge ein Bild von der Matratze in ihrem natürlichen Habitat hinzu, damit ihr versteht, was ich meine. 


Wenn die Matratze weg wäre, könnten der Wäscheständer und die Klappstühle bequem hinter der Schlafzimmertür stehen. Deswegen kann, ach was, muss die Matratze weg. Es schläft sowieso keiner auf der Matratze. Die meisten Menschen dürfen in meinem Bett schlafen, es sei denn, sie schnarchen, dann auf der Couch. Aber die ist allemal genauso bequem.

Ich hab sie bei ebay-Kleinanzeigen reingestellt - zu verschenken. Den Spiegel übrigens auch gleich. Damit das hier mal ein bisschen vorangeht.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Tag 44 - Der Eimer mit Wandfarbe

Vor eineinhalb Jahren hatte ich mir mal in den Kopf gesetzt, meinen Flur zu streichen. Daher fuhr ich mit dem Rad zum Baumarkt und kaufte einen Eimer Alpinaweiß-Wandfarbe und was man sonst so zum Streichen braucht. An diesem Satz kann man ablesen, wie ernst es mir mit der Sache war, denn der Baumarkt ist vier Kilometer entfernt, und wer je einen 10-Liter-Eimer Wandfarbe im Fahrradkorb transportiert hat, kann bestätigen, dass es schönere Möglichkeiten gibt, seinen Tag zu verbringen.

Ich strich also den Flur, er ist etwa 1x2 Meter groß, und zwei Wände in meinem Wohnzimmer, weil ich da ein altes Regal weggeräumt hatte und feststellte, dass die Wände dahinter wüst aussahen. Es hat mir keinen Spaß gemacht. So gar nicht. Vor allem war ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Nach stundenlangem Ach und Weh war die Wand am Ende doch ein bisschen scheckig. 

Einen Maler zu beschäftigen, um eine Wand zu streichen, das fand ich lange ziemlich dekadent. Das kann man doch auch selber machen! Doch nach diesem Erlebnis habe ich meine Meinung geändert. Voriges Jahr im Herbst habe ich mein Schlafzimmer streichen lassen. Es dauerte keine zwei Stunden und kostete 120 Euro - inklusive Farbe. Und: Es ist kein bisschen scheckig.

Ich bin seitdem absolut sicher, dass ich nie wieder freiwillig allein eine Wand streichen werde. Was also soll ich mit einem halb vollen Eimer Farbe, der mir seitdem meine Abstellkammer vollrümpelt? Die Farbe kann also weg. Keine Ahnung, ob die nach eineinhalb Jahren noch gut ist. Ich hab das mal gegoogelt, da steht, wenn sie nicht eklig riecht, kann man die noch nehmen. Tut sie nicht. Falls also einer von euch was zu streichen hat und mehr Streichtalent und -ausdauer besitzt als ich: Holt sie gern ab.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Tag 36 - Das PC-Gehäuse

Das PC-Gehäuse gehört zu einem Computer, den ich seit mindestens sechs Jahren nicht mehr benutze. Es stand auf dem Dachboden und ich hatte schon im Sommer beschlossen, dass es weg kann. Wäre ich wie geplant im November umgezogen, hätte ich es wohl nicht mehr. Aber ich bin nicht umgezogen und hatte andere Dinge im Kopf, als PC-Gehäuse zu entsorgen. Deshalb habe ich das Gehäuse immer noch.

Ich weiß außerdem nicht so recht, wohin damit. Sowas darf man doch wahrscheinlich nicht in den Hausmüll werfen, oder? Wahrscheinlich müsste ich es zum Recyclinghof bringen. Aber das Gehäuse passt nicht in meinen Fahrradkorb. Vielleicht haben auch Bastler noch Interesse daran?

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, dass ich die Sache unnötig verkompliziere. Will ich wirklich im Ernst das Gehäuse noch bei ebay-Kleinanzeigen als "zu verschenken" reinstellen? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ein zehn Jahre altes PC-Gehäuse haben will? 

In Wahrheit suche ich doch nur Ausreden, es nicht zum Recyclinghof zu bringen. Dabei weiß ich ganz genau: Recyclinghofbesuche stehen auf derselben Stufe wie Steuererklärungen: Man schiebt sie ewig vor sich her, und wenn man sie dann endlich erledigt hat, stellt man fest: War eigentlich gar nicht so schlimm. Man fragt sich: Warum genau hab ich das so lange vor mir hergeschoben? Und nimmt sich vor, es das nächste Mal anders, besser zu machen. 

Normalerweise fahre ich immer mit dem Fahrrad zur Arbeit. Aber Freitag hatte ich mir eine Wochenkarte für die U-Bahn gekauft, weil die Gangschaltung an meinem Rad eingefroren war. Es ist die perfekte Woche, um endlich mit der U-Bahn zum Recyclinghof zu fahren und das PC-Gehäuse hinzubringen.

Freitag, 17. Januar 2014

Tag 17 - Der Spiegel

Der Spiegel ist von Ikea. Er hat einen breiten Rahmen aus unlackiertem Holz, wahrscheinlich Kiefer, und er misst – ich hab nachgemessen – 145 mal 45 Zentimeter. Der Spiegel steht seitlich an meinen schmalen Esszimmerschrank gelehnt. Vor ein paar Jahren hab ich mal mit einem Mann zusammengewohnt. Wir hatten einen sehr langen Flur. Da hing der Spiegel quer an der Flurwand. Wahnsinnig modern fanden wir das damals.

Ich hab jetzt keinen langen Flur mehr, und ich glaube, ich finde es auch gar nicht mehr so wahnsinnig modern, Spiegel quer an Wände zu hängen.

Einmal im Jahr, wenn wir swappen, hole ich den Spiegel aus seiner Ecke. Den Rest des Jahres steht er beim Putzen im Weg und fällt um, wenn ich mit dem Staubsauger dagegenfahre. Der Spiegel kann weg. Wir können uns auch im Schlafzimmer spiegeln, wenn wir einmal im Jahr bei mir Kleider tauschen.

Falls also jemand einen langen Flur hat oder auch einfach nur so einen Spiegel braucht, meldet euch einfach bei mir. First come, first reflect - oder so.

Ach ja, auf dem Foto sieht man aus Versehen auch meine Wohnzimmerheizung und meine Wohnzimmerfensterbankpflanze. Vielleicht freut das all diejenigen, die sich schon immer gefragt haben, wie diese beiden Dinge wohl aussehen mögen.

Freitag, 10. Januar 2014

Tag 10 - Die Becher mit der Erdbeere drauf

Ich hab so viele Tassen und Becher, dass sie nicht mehr alle in das Tassenfach in meinem Küchenschrank passen. Ich muss einige in das Fach obendrüber stellen, aber das ist eigentlich auch schon voll, weil da die Untertassen, die Schalen und die kleinen Schneidebretter stehen. Über die Schneidebretter wird noch bei anderer Gelegenheit zu sprechen sein – aber zurück zu den Bechern.

Einige dieser Becher hab ich, seit ich mit 19 bei meinen Eltern ausgezogen bin, einige sind Geschenke. Die fünf kleineren Kaffeetassen gehören zu einem bunt gestreiften Service, das ich mal in einer Anwandlung von Spießigkeit bei Tchibo gekauft habe (eine Tasse muss wohl irgendwann mal kaputt gegangen sein).


Und dann sind da die beiden weißen Becher mit der Erdbeere drauf. Ich glaube, ich hab sie mal als Trostpreis in der Weihnachtstombola gewonnen. Ich fand sie nie besonders schön, aber auch nie hässlich genug, um sie auszusortieren.

Ich hab genug andere Becher. Die Becher können weg. Ich werde sie meiner Freundin Katrin schenken. Sie passen gut zu ihrem Geschirr. Außerdem hat Katrin heute Geburtstag. Aber keine Angst, Liebes. Kriegst auch noch ein richtiges Geschenk.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Tag 1 – Der Stuhl

Neues Jahr, neues Glück Blog: Heute beginnt mein "Jahr mit immer weniger Kram". Ich hab eine ganze Weile darüber gegrübelt, von welchem Gegenstand ich mich als erstes trennen soll. Es sollte nicht gerade ein Buch oder ein Kugelschreiber sein und auch keine scheußliche Tischdeko, von wegen "Der erste Eindruck zählt" und so (Hallo übrigens an alle, die mitlesen - schön dass ihr hier seid! Und frohes neues Jahr natürlich!). Vor allem aber wollte ich: Ernst machen. Ich wollte mich von einem Ding trennen, dessen Abwesenheit mir jeden Tag bewusst wird. Ich musste dieses Ding nur noch finden.

Auf einmal war alles ganz einfach. Denn da ist dieser Stuhl.

Er steht zwischen Kühlschrank und Sitzbank, also an der Stelle meiner Wohnung, an der die Küche ins Esszimmer übergeht (ich hab eine offene Küche). Der Stuhl ist aus Holz und wahrscheinlich von Ikea, ich hab ihn schon ziemlich lange, bestimmt 12, 13 Jahre. Ich hänge oft Geschirrtücher zum Trocknen über die Lehne, manchmal lege ich ein Backblech drauf ab, wenn ich den Ofen ausräume, ich hänge eine Schürze drüber oder die gelben Gummihandschuhe, die ich zum Abwaschen trage und die mir selber irgendwie peinlich sind. Zu etwas anderem benutze ich den Stuhl nicht.

Das stimmt nicht ganz. Vor einem Jahr habe ich auf dem Stuhl gestanden, als ich eine Wand in meinem Wohnzimmer strich. Da ist weiße Farbe auf die Sitzfläche getropft. Ich habe die ganze Sitzfläche angepinselt, damit man die Kleckse nicht so sieht. Man sieht sie trotzdem. Deswegen liegt meistens ein Kissen auf dem Stuhl. Das Kissen ist bordeauxrot und passt nicht zu den anderen Stuhlkissen in meiner Wohnung. Eigentlich passt es zu gar nichts in meiner Wohnung.

Zwei, dreimal im Jahr habe ich viele Gäste. Dann stelle ich den Stuhl an den Esstisch. Den Rest des Jahres steht der Stuhl rum. Und nervt. Beim Putzen ist er im Weg. Beim Blumengießen ist er im Weg. Beim Auf-die-Sitzbank-setzen ist er im Weg. Er stellt meine Wohnung voll und tut nichts, um das zu rechtfertigen. Der Stuhl kann weg.

Meine Freundin Steph verwandelt alte Stühle mit Pappmaché und Farbe in Kunstwerke. Vielleicht will sie den Stuhl haben.