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Sonntag, 23. Februar 2014

PS - Der Monitor und Oberteil-Woche

Gerade war meine Freundin Imke hier, um endlich den Monitor abzuholen. Bei der Gelegenheit hab ich ihr gleich auch mal die Tüte mit den Oberteilen hingehalten, die ich bei der Oberteil-Woche ausgemistet hab und die mir zu schäbig waren für die Swap-Tüte.

Imke ist Modedesignerin, unterrichtet an der HTW in Berlin und gibt Nähkurse in Hamburg. Sie hat selbst mir beigebracht, eine Tasche und ein Schminktäschchen zu nähen - und das will was heißen. Alte Stoffe und interessant geschnittene Teile kann sie immer brauchen, für ihre Studenten und für ihre Nähschüler. 

"Oh, ein Raglanärmel", kommentierte sie das pinkfarbene Oberteil, und als ich sagte, dass ich das Oberteil eigentlich immer sehr gern mochte, nur dass es inzwischen ein bisschen schäbig ist und außerdem beißt, sagte sie, ich könne ja in ihr Atelier kommen und es nachnähen (ha! ich!). Sie hat das Oberteil mitgenommen, und das dunkelblaue mit dem Wasserfallausschnitt und den olivfarbenen Kapuzenpulli auch. Sie sagte was von Zerschneiden und Neu-Zusammensetzen, von Experimenten und Projekten, ich hab es nicht wirklich verstanden, aber ich freu mich, dass meine alten Oberteile nun bald ein aufregendes Leben führen dürfen. 

Imke, wenn deine Experimente zu einem vorzeigbaren Ergebnis kommen, hätte ich gern ein Foto! 



Tag 54 - Das Longsleeve mit dem Käfer

Kleidertauschpartys sind ein großer Spaß, aber sie bergen auch zwei Gefahren - erstens: die Bequatscht-Werden-Gefahr, zweitens: den Schnäppchenwahn. In der Praxis sieht das dann so aus: Alle sagen "steht dir", man selber denkt "ach ja, kost' ja nix", und schon liegt das Teil im Schrank und man zieht's nicht an. Das geht offenbar nicht nur mir so: Beim Swap tauchen immer wieder Teile auf, die erst bei der letzten Party eine neue Besitzerin gefunden hatten.
Das Longsleeve mit dem Käfer fand ich damals gleich super - gute Farben und durch das pixelige Bild so schön nerdig. Aber immer wenn ich es anziehe, ziehe ich es gleich wieder aus und lege es zurück in den Schrank: der Ausschnitt zu tief und der Schnitt irgendwie ungünstig für mich.

Das ist echt schade, zumal das Longsleeve von Schumacher ist und sicher mal sauteuer war. Und zumal ich mich erinnere, dass es bei der Party noch andere Interessentinnen dafür gab.

Das Longsleeve kann weg. Ich gebe es in meine Swap-Tüte und biete es bei der nächsten Party an.

Samstag, 22. Februar 2014

Tag 53 - Der olivfarbene Kapuzenpulli

Heute mach ich's mal kurz: Adieu, olivfarbener Kapuzenpulli, der du seit vielen Jahren ungetragen in meinem Schrank herumliegst. Du bist leicht schäbig, hast zu kurze Ärmel und die falsche Farbe. Du kannst weg.

Freitag, 21. Februar 2014

Tag 52 - Der Samtblazer mit den Nadelstreifen


Die Oberteil-Woche heißt mit Absicht Oberteil-Woche - damit ich da nicht nur T-Shirts loswerden kann, sondern auch anderes "für obenrum". Zum Beispiel diesen Samtblazer.

Inzwischen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass Blazer im Allgemeinen was für andere Leute sind. So ähnlich wie Parfüm. Oder Ketten. Dauert halt seine Zeit, seinen eigenen Stil zu finden. Und auf dem Weg dahin biegt man immer mal wieder falsch ab. Zum Beispiel zu Samtblazern. 

Wie bereits erwähnt, es gab mal eine Zeit in meinem Leben, in der ich viel bei zero kaufte. Aus dieser Zeit stammt auch der Blazer. Ich fand ihn toll damals. Richtig, richtig toll. So toll, dass ich ihn unbedingt haben musste, obwohl er eigentlich viel zu teuer war für meinen Studentinnen-Lebensstandard.160 Euro hat er gekostet, glaube ich. Oder waren es 160 Mark? Ich weiß nicht mehr. Ich weiß nur, es war viel Geld. Speziell, wenn man bedenkt, wie oft ich ihn getragen habe. Maximal zweimal.

Seitdem hängt er im Schrank. Im Grunde hab ich schon vor Jahren beschlossen, mich von ihm zu trennen. Aber weil ich ihn mal so toll fand und er mir mal so viel meines Monatsbudgets wert war, tu ich mich sehr schwer damit, ihn wegzugeben. Speziell für kein Geld an fremde Leute. Deshalb hab ich ihn auf bisher jeder einzelnen Kleidertauschparty angepriesen - ohne Erfolg. Und so hab ich ihn nach jeder Party wieder eingepackt und zurückgelegt.

Damit ist jetzt Schluss. Entweder hier meldet sich jemand, der ihn haben will. Oder nach dem Urlaub geht er bei Kleiderkreisel rein. Das wollte ich eh mal ausprobieren.

Und hier noch eine diesmal etwas andere Zahl der Woche - nämlich: null. So viele Blazer habe ich jetzt noch in meinem Kleiderschrank.


Donnerstag, 20. Februar 2014

Tag 51 - Das dunkelblaue Top

Über Socken fressende Waschmaschinen ist schon viel zu viel geschrieben worden. Um so merkwürdiger, dass über ein anderes merkwürdiges Phänomen im Waschzusammenhang gar nicht berichtet wird (bis jetzt!): Beim Waschen werden viele Oberteile kürzer und weiter. Dieses Schicksal wiederfuhr auch dem dunkelblauen Top.

Ich bin inzwischen aus dem Alter raus, in dem man Unterhemden uncool findet. Heute denke ich mir: Ist kalt draußen, ich zieh mir lieber mal was unter, was wärmt. Das blaue Top hat das immer prima gemacht. Doch im Lauf der Jahre wurde es viele Male gewaschen, und mit jeder Wäsche wurde es kürzer und weiter. Inzwischen ist es deutlich breiter als hoch und rutscht ständig aus der Hose. So geht das nicht. Das Top kann weg.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Tag 50 - Der petrolfarbene Pullover

Der petrolfarbene Pullover ist von Urban Outfitter's, beziehungsweise eigentlich ist er von Sparkle & Fade, aber gekauft habe ich ihn mal bei Urban Outfitter's. Ist also eigentlich was Urbanes, eins der Teile in meinem Kleiderschrank, für das ich mich nicht schämen müsste, falls mal eine Kollegin aus dem Moderessort fragen sollte, wo es her ist. Trotzdem kann der Pullover weg. Er nervt nämlich.

Die Gründe im Überblick: zu kurze Ärmel, komischer Schnitt und billiges Material. Aber der Reihe nach: Die Ärmel gehen bis knapp über den Ellenbogen, so dass ich im Winter (und das ist nun mal die Jahreszeit, in der ich Pullover in erster Linie trage) an den Unterarmen friere. Ich hab letztens mal versucht, ein dünnes Longsleeve drunterzuziehen, damit die Unterarme warm sind, sah aber auch komisch aus.

Denn zweitens, der Pullover ist komisch geschnitten. Irgendwie kastig, weit und beulig. Urban-Outfitter's-mäßig halt. Vielleicht sieht das an sehr jungen, sehr großen, sehr dünnen Personen toll aus. An mir irgendwie nicht.

Und dann ist da drittens noch das Material. Der Grund, warum Dinge bei Urban Outfitter's gar nicht mal so billig sind, ist definitiv nicht die hohe Materialqualität. Der Pullover ist aus billigen Kunstfasern, 70 Prozent Acryl, 30 Prozent Nylon, made in China. So trägt er sich auch, und obwohl ich ihn noch gar nicht mal so oft gewaschen habe, fängt er an Fäden zu ziehen und zu fusseln.

Als ich den Pullover letztens im Büro trug, kombiniert mit besagtem Longsleeve, war das ein allerletzter Test: Kann der wirklich weg? Ich erzählte Freddy von meinen Gedanken, Schreibtischnachbarin, Freundin und stilsichere Erbin des pinkfarbenen Nagellack. Sie schaute mich und den Pullover gedankenvoll an, sagte "Die Farbe ist wirklich schön". Und damit hat sie recht. Aber das ist nicht genug. Der Pullover kann weg.

Dienstag, 18. Februar 2014

Tag 49 - das pinkfarbene Oberteil mit dem V-Ausschnitt

Anfang der 2000er gab es mal eine Phase in meinem Leben, in der ich ziemlich viel bei zero kaufte. Das kommt mir heute komisch vor, ist aber so. Aus dieser Phase stammt das pinkfarbene Oberteil mit V-Ausschnitt.

Irgendwann ist es mal umgezogen, aus dem Schrankfach "Dinge fürs Büro" ins Fach "Dinge, die ich beim Rumhängen zuhause anziehe". Es ist ein bisschen verwaschen und hat irgendwo ein ganz kleines Loch, aber sonst ist es eigentlich noch in Ordnung. Ich finde die Farbe toll und den Schnitt mag ich auch.

Es wäre ein gemütliches Oberteil. Aber es gibt diese eine Sache, die mich schon seit Jahren nervt. Das Oberteil beißt mich in den Arm. Das liegt daran, dass alle Nähte mit Plastik unterlegt sind. Und dieses Plastik piekt und zwickt und beißt. Ich hab das jahrelang toleriert, weil ich dachte, irgendwas ist ja immer, und der Schnitt und die Farbe und sonst ist es ja schön. Aber jetzt ist Schluss damit. Das Oberteil kann weg. Ich hab genug andere, die mich nicht in den Arm beißen.

Montag, 17. Februar 2014

Tag 48 - Das dunkelblaue Oberteil mit dem Wasserfallausschnitt

Wie viele Oberteile habt ihr "für daheim rum", wie man bei uns so sagt, oder aber mal beiseite gelegt, um sie zu tragen, falls ihr mal die Wohnung streichen wollt? Wenn es euch so geht wie mir, dann könnt ihr beim Renovieren gleich noch eine Modenschau veranstalten.

Und nachdem ich ja beschlossen habe, meine Wohnung nie wieder selbst zu streichen, ist es nun Zeit, sich von potenziellen Streichklamotten zu verabschieden. Adieu, dunkelblaues, Jahre altes, seit Jahren ungetragenes Oberteil von H&M, leicht abgetragen, mit Wasserfallausschnitt und diversen kleinen Löchern. Ich brauch dich nicht mehr.

Mit diesem Oberteil beginnt übrigens eine neue Themenwoche: Oberteil-Woche. To be continued...