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Dienstag, 10. Februar 2026

Die Tasse aus der Vergangenheit

Als ich im September 2024 die BASF verließ, dachte ich darüber nach, dass ich eigentlich meinen ersten tollen LinkedIn-Post machen und das übliche Blabla schreiben müsste: wie schön es gewesen war, aber dass jetzt neue Herausforderungen warten und so weiter. Ihr kennt sie bestimmt alle.

Tatsächlich war der letzte Tag vollgepackt. Ich hatte Lieblingskuchen vom Café Blum organisiert (bester Kuchen in Mannheim), um meinen direkten Kollegen morgens in der Teamrunde eine letzte Freude zu machen. Und nachmittags viele liebe Kollegen, die ich in 18 Jahren Betriebszugehörigkeit kennen gelernt hatte, eingeladen, vorbeizuschauen und mit mir Kuchen zu essen. Ich war überwältigt, wie viele gekommen waren. Und dann war der Tag auch schon vorbei – es blieb ein Foto vom Einwerfen des Werksausweises, und das war's. Den LinkedIn-Post habe ich nie geschrieben. Um so seltsamer, jetzt noch mal über diesen Tag zu schreiben, nachdem ich über ein Jahr weg bin.

Die Tasse hatte ich irgendwann am Anfang meiner BASF-Zeit gekauft. Es gab sie im Zweierset, ich habe keine Ahnung, wo die andere hingekommen ist. Das Logo der BASF hat sich inzwischen geändert und auch meine Einstellung zu der Firma.

Und noch etwas ist anders: Damals, als ich die Tasse kaufte, war ich stolzer Mitarbeiter eines Dax-Konzerns, der auch zu Hause seine Zugehörigkeit zeigen wollte. Heute bin ich wieder stolzer Mitarbeiter, muss das aber in der Freizeit nicht ständig nach außen tragen. Mal im Firmenshirt laufen gehen ist okay, mehr muss nicht sein. 

Wir haben genug Tassen, und ich brauche keine Erinnerung an meine Arbeit, wenn ich am Wochenende gemütlich Kaffee trinken möchte, schon gar nicht an meinen Ex-Arbeitgeber. Also wanderte die Tasse nach dem Umzug nach Hamburg in den Keller.

Als wir die Küchenkiste aus dem Keller holten, wusste ich gar nicht mehr, was wir darin ausgelagert hatten. Aber als ich die Tasse sah, war mir sofort klar: Die kann weg!

Sonntag, 8. Februar 2026

Keller-Clean-up, Baby!

Alles, was du ein Jahr lang nicht benutzt hast, kann weg – das ist wohl einer der bekanntesten Ratschläge, wenn's ums Ausmisten geht. Höchste Zeit also, mal einen Blick in den Keller zu werfen. Und da stand sie: die Kiste mit den Küchensachen. 


Unsere Küche in Mannheim hatte ein paar Schränke mehr gehabt als die in Hamburg. Als wir Ende 2023 umzogen und unsere Küchenschränke einräumten, bekamen wir einfach nicht alles unter. Und so packten wir einiges in eine Kiste und in den Keller.

Zum Beispiel den Kaffeefilter – er stammt aus der Zeit, in der der Liebste noch eine Kaffeepad-Maschine hatte. Wenn meine Eltern, echte Coffeeholics, zu Besuch kamen, brühten wir damit Kaffee für sie auf. Das Milchaufschäumgefäß ist eine Kaffeegeneration jünger – aus der Vollautomat-Ära, aber vor der Kaffee-nur-schwarz-Ära. Den Spätzlehobel kaufte ich, als ich Foodredakteurin war und über Spätzle aus dem Kühlregal die Nase rümpfte. Die Geschichte der BASF-Tasse erzählt der Liebste selbst. All diese Dinge sind Grüße aus unserer Vergangenheit, die in unserem heutigen Leben keine Bedeutung und keinen Nutzen mehr haben.

Auch die Plastikbecher, die Kühlakkus, die Schraubgläser, die Vorratsgläser und die Flaschen haben etwas gemeinsam: Wir hatten erheblich zu viele davon. 

Überhaupt, Gefäße! Dosen und Gläser für Gewürze, Brot, Vorräte, selbst angesetzte Kräuteröle und mehr. Wann will man all das Zeug, das man darin aufbewahren könnte, kaufen oder herstellen? Wo soll man das alles lagern? Und wer soll das alles essen?

Nichts aus der Kellerkiste haben wir seit Ende 2023 vermisst. Einiges davon ging direkt in den Müll, manches in eine "Zu verschenken"-Kiste. Das Campinggeschirr darf zurück in den Keller, das brauchen wir nicht jeden Tag im Schnellzugriff. 

Und immerhin eine Plastikbox mit Deckel haben wir aus dem Kellerexil befreit und ihr eine neue Bestimmung gegeben: In ihr lagern jetzt diverse Küchenhelfer vom Dosenöffner bis zum Salatbesteck. Irgendwas sagt mir allerdings, dass das noch nicht das Ende unserer Küchendingereise war ...


Sonntag, 1. Februar 2026

Na dann prost!

Die Flaschen, die ihr auf diesem Bild seht, sind grob geschätzt 36 Jahre alt, zusammengerechnet. Wobei sich nicht mehr genau rekonstruieren lässt, wann der Wodka und der Pitú in unseren Besitz gelangt sind. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich sie schon hatte, bevor ich 2016 von Hamburg nach Mannheim gezogen bin. Der Wodka und der Pitú sind also schon ganz schön rumgekommen in ihrem Leben.


Dass ich nicht dazu neige, mir im Alltag ständig Cocktails zu mixen, ist keine neue Erkenntnis: Schon 2014 trennte ich mich hier auf diesem Blog von Cocktailgläsern. Und doch, früher war mehr Mixen. Zumindest gelegentlich bot ich bei Partys ein Getränk namens Watermelon Crush an, bestehend aus Wassermelone, Orangensaft und Wodka, man hob die Gläser auf den "Dude" und trank White Russian oder stampfte Limetten und Rohrzucker für Caipirinha

Heute sind große Partys die Ausnahme, und selbst wenn mal jemand etwas zu feiern hat, fragen die Leute nach alkoholfreiem Bier oder verabschieden sich um zehn, weil sie am nächsten Morgen früh raus müssen. Ganz klar: Wir sind älter geworden. Und ist ja auch gesünder, nicht so viel zu trinken.

"Wer regelmäßig Alkohol trinkt, hat ein sehr viel höheres Risiko für bestimmte Krankheiten wie eine Magenschleimhautentzündung, Bluthochdruck oder eine verfettete Leber", sagt der Internist Helmut Seitz in einem Interview mit dem SPIEGEL, und weiter: "Das Organ, das am empfindlichsten auf Alkohol reagiert, ist die weibliche Brustdrüse. Das wissen die wenigsten. Bei Frauen steigt daher das Risiko für Brustkrebs." Will man alles nicht haben.

Als der Liebste nach einem feuchtfröhlichen Konzertbesuch im Oktober die schon fast obligatorischen Worte "Nie wieder Alkohol!" aussprach, dachte ich nicht, dass er es ernst meinen würde. Und doch, seitdem hat er nichts mehr angerührt, hat Weihnachtsmärkte, Weihnachten, Silvester mit Apfelpunsch und 0,0-Sekt hinter sich gebracht. Das hat uns eine neue Welt eröffnet, die Welt der alkoholfreien Biere, Weine und Sekte, und da geht erstaunlich viel. Das Zeug schmeckt, macht keinen Kater, und weniger Kalorien hat es auch.

Sich das Schrankfach mit den Spirituosen vorzunehmen, war also überfällig. Das Foto von den fünf Flaschen stellte ich bei Nebenan.de rein - zu verschenken. Noch am selben Tag kam eine Svenja vorbei, wahrscheinlich in den 50ern, im Gepäck eine Tüte mit Badekristallen, selbst gemachter Erdbeermarmelade und einen Piccolo Sekt. Den Alkohol wollte sie mitbringen zur Party einer Freundin, sie freute sich sehr, genau wie ich. Die ganze Transaktion war ebenso nett wie unkompliziert, und ich hoffe, dass Svenjas Freundin einen fantastischen Abend mit ihren Gästen hatte.

Nicht im Bild ist der Rum, den wir im vorigen Jahr aus Sri Lanka mitgebracht haben. An unserem Abschiedsabend mit Rainer von Birdingtours tranken wir Rum mit ihm. Wir saßen unter den Sternen, die Wellen brachen sich vor uns am Strand, der Rum schmeckte rund, vanillig, mild. Es hätte schöner nicht sein können.

Anschließend verbrachten wir noch ein paar Tage in einem Boutiquehotel ein paar Kilometer weiter: "Bombay Bicycle Club", gerade mal sechs Zimmer, offenes Restaurant mit Dach aus Palmenbättern, einer dieser Orte, die Stress und Sorgen instant wegbeamen, und übrig bleiben nur noch Sonne, Meer und Tiefenentspannung. 

Und weil der Abschiedsrum mit Rainer so gut gewesen war, fragten wir auch dort danach. Sie hatten keinen Rum - aber wenn wir ihm Geld gäben, sagte der Mann, könne er den Küchenchef zum Einkaufen schicken, er werde dann gern welchen besorgen. Urlaubsselig nahmen wir das Angebot an.

Womit wir nicht gerechnet hatten: Der Küchenchef brachte uns eine ganze Flasche Rum mit, einen halben Liter, zum Ladenpreis. Und weil wir so viel Rum nicht austrinken wollten, füllten wir den Rest in eine Halbliter-Plastikwasserflasche. Ich dachte schon damals kurz darüber nach, ob das wohl eine geniale Idee war und ob der Alkohol wohl das Plastik angreift. Die Flasche wanderte in den Schrank, zum Pitú, Kahlua und all den anderen ungetrunkenen Spirituosen. Was soll ich sagen: Wir haben ihn nicht mehr angerührt. 

Die sechs Flaschen sind insgesamt mehr als 11.300 Kilometer mit uns gereist. Nun endet ihre Reise.

Alles andere, was diese Woche weg konnte, hatte keine spannende Geschichte zu erzählen. Es war einfach altes, schäbiges Zeug, das endlich in den Müll gewandert ist:



Montag, 26. Januar 2026

Das zweite Leben einer alten Telefonzelle

Übers Bücher-Entsorgen habe ich ganz sicher schon mal geschrieben – auch wenn ich den Post gerade nicht mehr wiederfinde. All die klugen Gedanken anderer Leute einfach ins Altpapier werfen? Das kommt mir irgendwie falsch vor. 

Die Rettung nahte in Form einer alten Telefonzelle. Telefonzellen konnten weg, als Handys aufkamen. Umso schöner, dass diese nun als "Kleine Bibliothek" ein zweites Leben lebt, zehn Minuten von unserer Wohnung entfernt. 

Diese Woche trug ich eine Tasche voll alter Ratgeberbücher zu Karrierethemen dorthin. Ich mag den Gedanken, dass die Bücher, die bei mir im Regal standen, nun noch eine Chance haben, gelesen zu werden. 


Was haltet ihr von öffentlichen Bücherschränken? Bringt ihr manchmal Bücher hin oder holt euch dort neuen Lesestoff? 

Die Bücher waren natürlich nicht das einzige, was diese Woche weg konnte:



Sonntag, 25. Januar 2026

Ein Sturz ohne Folgen - bis jetzt

Im Dezember 2018 waren wir in Kambodscha. Es war ein schöner Urlaub, wir hatten schon Angkor Wat und eine Menge Tempel gesehen. Es war Zeit, das Hotel zu wechseln. Bisher war das Wetter uns hold gewesen, aber heute sollte es einen ordentlichen Regenguss geben. 

Unser Zimmer lag im ersten Stock und hatte eine steile Treppen mit Terracottafliesen. Und auf dieser Treppe hatte sich ordentlich der Regen gesammelt. Ich wollte unser Gepäck runterbringen, damit es pünktlich am Abholort für den Transfer steht. Leider war die Kombination aus Vans-Schuhen ohne Profil und aufschwimmendem Wasser auf steiler Treppe sehr rutschig – und so kam es, wie es kommen musste: Ich rutschte schon oben an der Treppe aus und stürzte herunter (glücklicherweise auf dem Hintern). 

Erster Gedanke: "Steißbein gebrochen." Zweiter Gedanke, beziehungsweise Feststellung: "Meine schöne, grüne North-Face-Jacke hat einen Riss am Ärmel." Aber nur einen kleinen.

Ich habe diese Jacke sehr gemocht. Sie hat eine schöne Farbe (zweimal grün), und ich fand immer, dass sie mir gut steht. In Kambodscha hatte sie anscheinend nicht so viele Einsätze, außer an dem einen Tag, an dem es geregnet hat. Es gibt kein Urlaubsfoto, auf dem ich sie trage. Daher hier nun ein Foto aus unserem Peru-Urlaub:


Der Riss war immer so klein, dass ich dachte: "Den sieht doch keiner." Aber unangenehm war es mir schon, dass die Jacke einen Riss hat, und ich versuchte immer, das zu kaschieren. 

Der neue "das kann weg"-Anlauf hat mir jetzt bewusst gemacht: Die Jacke hat mir zehn Jahre gute Dienste geleistet, sie ist durch dem Riss seit Jahren nicht mehr 100-prozentig regendicht (Hauptfeature einer Outdoorjacke?!), und ich will nicht mit einer zerrissenen Jacke rumlaufen.

Daher kann sie – so leid es mir tut – weg.

Und sonst so? Das hier:
  

Samstag, 2. Juli 2016

The Kitchen Wars: Brotmaschine vs. Küchenrollenhalter

Der Küchenplaner bezeichnete unsere Küche als „ganz kleines L“. Und genau das ist sie auch. Zwischen Spüle, Herd und Kühlschrank gibt es zwei Stückchen Arbeitsplatte: eins ist einen Meter breit, eins 45 Zentimeter und dann geht es um die Ecke (L!) noch mal 30 Zentimeter weiter. Um diese wenige freie Fläche in der Küche finden in unserer ansonsten höchst harmonischen Wohn- und Lebensgemeinschaft gern mal erbitterte Verteilungskämpfe statt: Ich will immer alles in den Schrank räumen, damit wir beim Kochen möglichst viel Platz haben, der Liebste findet das unpraktisch und eventuell sogar einen Tick "Asperger", wie er gern sagt, wenn er mich so richtig ärgern will.

Nicht in den Schrank räumen möchte ich allerdings meine elektrische Brotschneidemaschine. Ich liebe gutes Brot, es gibt wenig, was mich glücklicher macht als eine Scheibe frisches Walnussbrot mit Avocado und mittelaltem Gouda, oder ein Kürbiskernbrot mit Baguettesalami ... hach! Und ich komme nun mal aus einer Brotmaschinenfamilie: Ich kann nicht ohne. Wenn ich es versuche, sieht das Ergebnis so aus:


Meine Brotmaschine gehörte mal meiner Oma, ich glaube, ich habe sie geerbt, als Oma damals ins Altersheim umzog - genau kann ich das nicht mehr rekonstruieren. Ihr Alter sieht man der Brotmaschine auch deutlich an: Ehemals weiß, ist sie nun vergilbt und hat allerlei klebrige Flecken, die sich nicht mehr abschrubben lassen. Weil der Fingerschutz fehlt, braucht man zum Schneiden von Brotresten Wagemut und Geschick. Aber: Sie funktioniert!

Der Liebste findet Brotmaschinen überflüssig (und minimalismusbeseelt wäre ich geneigt, ihm Recht zu geben, wäre da nicht meine brotmaschinenfamilienbedingte Unfähigkeit, Brot ohne Brotmaschine ... ihr wisst schon) - aber ganz besonders verhasst ist ihm mein vergilbtes Uralt-Exemplar.

Auch der Liebste hat einen Gegenstand mit in unsere Küche gebracht, der mir ein echter Dorn im Auge ist: einen blau angemalten hölzernen Küchenrollenständer. Warum um Himmels willen braucht man einen Küchenrollenständer, frage ich mich? Küchenrolle hat eine perfekte Säulenform, die ist unten flach und steht prima ohne Ständer. Und wenn ich die Küchenrolle zum Beispiel mal woanders brauche, muss ich sie erst aus dem Küchenrollenständer rausfummeln oder den Ständer mit herumtragen - beides nervt.

Nach monatelangem subtilem Geläster auf beiden Seiten schlug ich schließlich einen Kompromiss vor: Ich trenne mich von der Brotmaschine, wenn der Liebste sich vom Küchenrollenhalter trennt. Ich würde, so der Plan, lernen, wie man Brot auch ohne Brotmaschine so schneidet, dass eine Scheibe unten nicht dicker ist als oben.

Über dieses Friedensangebot musste der Liebste erst einmal nachdenken. Dann besuchten wir meine Eltern und er sah: deren Brotmaschine, edelstahlglänzend, unvergilbt, schön. Und der Liebste sprach: Eine solche Brotmaschine, edelstahlglänzend statt altersvergilbt, die würde er in unserem ganz kleinen L wohl akzeptieren. Sprach's und bestellte ohne langes Herumdiskutieren eine im Internet.

Ich handelte schnell noch aus, dass der Küchenrollenhalter auch bei Brotmaschinentausch weg muss. Und damit sind die Kitchen Wars im Hause #daskannweg beigelegt und sie und ihre neue, edelstahlglänzende Brotmaschine lebten glücklich und zufrieden ... und so weiter und so weiter.

Jackenliebe!

Die Zeiten, in denen ich mich in diesem Blog ohne ganz besondere, einzigartige Geschichte von einem einzelnen Gegenstand aus meinem Besitz trenne, sind vorbei. Eigentlich. Aber heute mache ich eine Ausnahme, denn die graue Winterjacke hat sich einen eigenen Eintrag wirklich verdient.


Ich weiß noch, wann ich sie gekauft habe: Es war Anfang 2008, Galeria Kaufhof am Hamburger Hauptbahnhof. Ich weiß noch, dass ich sie kurz vor einem Date gekauft hatte und damals darüber nachdachte, ob sie dem Date wohl gefallen würde. Die Antwort auf diese Frage ist nicht überliefert und davon abgesehen auch komplett irrelevant, nach zwei Dates sahen wir uns nie wieder. Der Beginn einer Liebesgeschichte war es allerdings: Jackenliebe!

Die graue Jacke ist von Vero Moda, nicht zu dick und nicht zu dünn und hat eine Kapuze. Sie ist weder regenabweisend noch atmungsaktiv, sondern aus ganz normalem Stoff. Werden solche Winterjacken heute überhaupt noch hergestellt? Außerdem ist sie - wer hätte das gedacht? - grau, graue Kleidungsstücke haben bei mir ja eh einen Bonus, und hat - und das ist wirklich etwas ganz Besonderes für mich! - KEINE zu langen Ärmel.

In den Jahren danach ergänzte ich meine Wintergarderobe nach und nach um eine grüne Winterjacke (stylischer!), einen grauen Wintermantel (schicker!) und eine rote Outdoorjacke mit ein- und ausknöpfbarem Winterfutter (regendicht!). Ein paar Winter lang trug ich die graue Winterjacke nur noch selten, aber sie behielt stets einen Platz in meinem Herzen.

Vorletzten Winter stellte ich fest, dass alte Jackenliebe nicht rostet. Die graue Jacke wurde erneut zu meiner Winteruniform - und das, obwohl sie damals schon das hatte, was man beim Ankauf von Gebrauchtwaren wohl "deutliche Gebrauchsspuren" nennt: An der Kapuze fehlten zwei Druckknöpfe, an den Ärmeln gab es abgewetzte Stellen.


Durch den Dauereinsatz in den letzten zwei Wintern wurde das natürlich nicht besser. Eine neue Jacke musste her, das war mir klar. Meine halbherzigen Kaufbemühungen hatten allerdings keinen Erfolg.

Ich habe die graue Jacke nun noch mal gewaschen, wollte sie in den Schrank räumen. Ich schaute sie an und dachte: All das wird sich niemals ändern. Du wirst sie lieben, du wirst sie tragen, und gleichzeitig wirst du dich schämen, weil du weißt, dass sie schäbig ist. Es gibt nur eine Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen: Die Jacke muss weg.

Liebe graue Jacke, es war schön mit dir. Aber nun hast du deinen Dienst getan. Ruhe im Jackenhimmel. Du kannst weg.

Sonntag, 31. Januar 2016

Magic Küchen-Cleaning

Das Buch „Magic Cleaning: Wie richtig Aufräumen Ihr Leben verändert“ der Japanerin Marie Kondo war ein Riesen-Bestseller. Ich hab's ehrlich gesagt nicht gelesen, wohl aber den Nachfolger „Magic Cleaning: Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben“, das mir mal ein ehemaliger Kollege in die Hand drückte mit den Worten: „Das ist doch irgendwie dein Thema, willste haben?“. Eigentlich wollte ich schon lange mal was über das Buch schreiben, aber irgendwie kam es bisher nie dazu.

Nun also, zumindest kurz, zu „Magic Cleaning“. Einiges von dem, was Marie Kondo schreibt, habe ich hier auch schon geschrieben, vor allem, dass ich nur das behalten will, was ich brauche und/oder mich glücklich macht. Auf diese hervorragende Idee bin ich übrigens ganz ohne Frau Kondo gekommen ;)

Einiges sehe ich dann doch ein bisschen anders: Zum Beispiel dürfen bei mir Messer, Löffel und Ess-Stäbchen durchaus zusammen in einer Schublade liegen – bei Frau Kondo liegen sie getrennt. Warum, fragt ihr euch? Hier der Grund, ich zitiere: „Es ist zwar nur ein vages Gefühl, aber ich habe den Eindruck, dass die Stäbchen sich in der Nähe der scharfen Messerschneiden nicht wohlfühlen, und die Löffel, die eher kleine Teller sind, in so einem Umfeld nicht zur Ruhe kommen. Die Gabeln jedoch halten der aggressiven Atmosphäre, die von den Messern ausgeht, recht gut stand.“ Ich lass das mal so stehen.

Was ich noch nicht verstehe, ist die beim Magic Cleaning zwingend vorgegebene Reihenfolge: erst Kleidung, dann Bücher, Papiere, Kleinkram, Erinnerungen. Ich würde keinem Menschen raten, als allererstes den Kleiderschrank aufzuräumen. Kleidung ausmisten finde ich nämlich mühsam und schwierig. Warum?

Kleidungsstücke haben tendenziell mehr gekostet als viele andere Dinge in meinem Besitz, daher fällt es mir schwerer, mich von ihnen zu trennen.

Manche Dinge passen mir nicht mehr, obwohl ich sie eigentlich mag, dann muss ich mir auch noch eine Niederlage eingestehen, bevor ich sie aussortieren kann. Dasselbe gilt natürlich auch für Fehlkäufe.

Manche Sachen mag ich zwar nicht besonders, bilde mir aber ein, sie seien unverzichtbar. 2014 habe ich zum Beispiel einen schwarzen Cardigan aussortiert und stelle nun immer wieder fest, dass ich nichts Schönes habe, was ich über meine vielen schönen halbärmeligen Kleider tragen kann. Auch meine Unterwäscheschublade könnte mal eine Entrümpelung vertragen, aber dann müsste ich mir größere Mengen neue Unterwäsche kaufen, und wer hat da schon Lust drauf?

Viele Sachen will ich noch mal anziehen, ehe ich mich endgültig entscheide. Dadurch dauert's lange.

Viel leichter fällt es mir, die Küche auszumisten. Um mich in neuen #daskannweg-Schwung zu bringen, hab ich daher heute mal fast alle Küchenschränke ausgemistet (alle außer dem Schüssel- und Dosenschrank und der Dinge-Schublade, die brauchen einen separaten Termin).

Ich weiß natürlich, dass man die meisten schon länger abgelaufenen Lebensmittel noch problemlos essen kann, und unter normalen Umständen tue ich das auch. Ich finde das Theater ums MINDESThaltbarkeitsdatum nämlich lächerlich und halte es für eine Schande, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden. Aber angesichts des bevorstehenden Umzugs habe ich die 20/20-Regel (ihr erinnert euch vielleicht noch – wenn nicht: zur 20/20-Regel) ausnahmsweise auch auf Lebensmittel angewendet.

Gewürze, die an Aroma verloren haben, eher unleckere Nudeln und Ananas aus der Dose zwei Jahre über dem MHD in Umzugskartons packen, um sie fast 600 Kilometer quer durch die Republik zu transportieren, damit sie dann dort die Schränke in unserer schönen neuen Küche zumüllen? Nee, echt nicht. Wenn ich irgendwas davon vermissen sollte, bin ich in fünf Minuten im Supermarkt um die (neue) Ecke und kann es nachkaufen – und dann ist es sogar frisch. Am Ende waren's zwei Mülleimer voll. Und ich habe einen neuen guten Vorsatz: Weniger unnütze Vorräte kaufen!

Dazu hab ich noch allerlei Zeug zum Ausmisten vorgemerkt und auf meinem Esstisch gestellt. Eine Reihe an Zeug, was einfach unnötig und unpraktisch ist: die riesige Tasse, in der der Tee viel zu schnell abkühlt, die Teller, die zu groß sind für die Spülmaschine, die überdimensionierte Trinkflasche. Eine Reihe von Zeug, von dem ich einfach zu viel habe oder von dem der Liebste und ich künftig gemeinsam zu viel haben werden: kleine Schüsseln, die dritte Thermoskanne, leere Teedosen. Und: alle Töpfe außer zwei - der neue Herd ist ein Induktionsherd, das können die meisten meiner Töpfe nicht. Sieht ziemlich beeindruckend aus.

Sonntag, 5. Juli 2015

das konnte doch nicht weg - oder: Rückschläge gehören dazu

Die Gurke. Übrigens fotografiert mit der alten Kamera.
Anfang Februar hat mir der Liebste sein altes Handy geschenkt, ein iPhone 5. Klar, dass ich mein kleines altes Samsung Galaxy S3 Mini nicht länger behalten wollte. Ich hab es meiner Mutter gegeben. Die hat sich wie verrückt gefreut, denn sie hatte bisher kein Smartphone, nun konnte sie endlich Candy Crush Saga spielen, das hatte sie bei mir mal gesehen. Und mit ihren Freundinnen Whatsapps schreiben.

Dann allerdings passierte etwas, was so nicht geplant war. Ende März, am letzten Urlaubstag unserer Malaysia-Reise, konnte etwas weg, das ich eigentlich gern behalten hätte: meine Handtasche. Sie  wurde mir geklaut - mitsamt Kamera, Pass und eben dem iPhone 5. Weil Malaysia mich ohne Pass nicht ausreisen ließ, mussten wir unseren Urlaub sogar noch um drei Tage verlängern.

Der Urlaub hatte ein ziemliches Loch in mein Budget gerissen, da wollte ich mir nicht gleich ein neues Handy kaufen müssen. Zurück in Deutschland bat ich meine Mutter, mir mein altes Handy zurückzugeben. Ich hatte ein fürchterlich schlechtes Gewissen deswegen – zumal ich ja hier einmal geschrieben habe: "Willst du dann wirklich wieder zurück zu dem alten Kram, den du durch was anderes ersetzt hast, weil er nicht mehr gut genug war? Willst du dann nicht lieber was Neues?"


Und noch etwas anderes, das ich bereits aussortiert hatte, ist nach dem Diebstahl zurück in meinen Fundus gewandert: meine alte Kamera. „Kamera verkaufen“ stand schon eine ganze Weile auf meiner To-Do-Liste. Nun bin ich froh, dass ich sie noch habe.

Ob ich nach dieser Erfahrung abrücken soll von meiner Prämisse, dass altes Zeug weg kann, wenn man sich was Neues gekauft hat? Ich weiß nicht so recht. Einerseits war es ein großes Glück, das alte Handy zurückbekommen zu können. Aber natürlich hätte ich mir auch ein neues Handy kaufen können, wenn ich gemusst hätte. Jetzt hab ich immer noch diese alte Gurke mit dem Sprung im Display, bei der der Akku ständig schlapp macht und auf der viele Apps nicht vernünftig laufen, weil der Prozessor so lahm ist.

Gut genug? Eigentlich nicht. Dennoch scheue ich die Anschaffung. Weil ich noch Urlaubspläne habe für dieses Jahr und Angst habe, dass das Geld nicht für alle meine Wünsche reicht? Oder weil ich mich vielleicht auch ein winziges Bisschen für meine eigene Unachtsamkeit bestrafen will? Was immer es ist, das Gurkenhandy und ich, wir sind noch nicht ganz fertig miteinander.

Einen Fehler immerhin habe ich bei der ganzen Angelegenheit nicht gemacht: Ich hab mir kein Übergangshandy gekauft. Eines, das zwar nicht so viel kosten würde wie ein neues iPhone, das ich aber eigentlich gar nicht haben will. Dann bleib ich lieber der Gurke treu.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Tag 357 - Die Musikexpress-CDs

Weihnachten naht, ich bin bei meiner Familie und hab keine Lust, die nächsten Tage so zu tun, als würde ich fleißig ausmisten, wo ich doch in Wahrheit singend unterm Tannenbaum rumhänge und Lebkuchen esse. Da aber das Motto "jeden Tag des Jahres ein Gegenstand aus meinem Besitz" natürlich weiter gilt, musste eine Vielzahl gleichartiger Gegenstände her, die mich über die faulen Weihnachtstage bringen würde. Etwas Geeignetes fand ich schließlich in einem der berühmten Kartons auf dem Bücherregal: ein Berg Gratis-CDs, die einst der "Musikexpress" beilagen, einer Zeitschrift, die ich in meiner Jugend ziemlich regelmäßig gekauft habe. Wie man sieht - jede CD steht für eine gekaufte Zeitschrift.

Wie alle Jugendlichen fand auch ich in meiner Jugend Musik irre wichtig und bedeutsam. Welche Musik jemand hörte, definierte, wer jemand WAR. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, eine Freundschaft - oder gar mehr - mit jemandem anzustreben, der Technomusik mochte! Heute weiß ich ziemlich genau, wer ich bin und was mir wichtig ist. Ich weiß, dass es Wichtigeres gibt als die bloße Tatsache, dass man denselben Musikgeschmack hat. Dennoch erinnere ich mich mit einem Lächeln an diese Zeit zurück, und die CDs scheinen mir wie Stellvertreter dafür. Wäre es nicht frevelhaft, mich von den CDs zu trennen? Würde ich damit nicht auch die Erinnerung an meine Jugend wegwerfen?

Ach, wisst ihr: Was für ein sentimentaler Quatsch. Die meisten CDs hab ich genau einmal angehört, das meiste nicht gemocht und sie dann in den Schrank gepackt. In den Neunzigern! Die Lieder, die mir gefielen, hab ich mir auf den PC gezogen - ich glaube es war 1997 (ich war damals ganz weit vorne beim Thema digitale Musikverwaltung). Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mühevoll jedes einzelne Lied erst in eine WAV-Datei umwandeln und anschließend in ein MP3 konvertiert habe. Und selbst diese Lieblingslieder vom CD-Berg hab ich seit vielen Jahren nicht mehr angehört.

Natürlich gab es immer mal wieder Pläne, die CDs noch mal durchzuhören. Vielleicht mag ich ja heute was, was mir vor 18 Jahren noch nicht gefallen hat? Kann schon sein. Aber Tatsache ist, ich hab seit Jahren keine Lust darauf. Ich leg den Plan jetzt zu den Akten. Und die CDs können weg.

Montag, 22. Dezember 2014

Tag 356 - Das blaue T-Shirt

Ihr Lieben, ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Ich bitte um Nachsicht, dass die Dokumentation der #daskannwegs in letzter Zeit zu wünschen übrig ließ. Das blaue T-Shirt sei heute (23.12.) noch nachgereicht für den 22.12. - wie ihr seht, ist es schon ziemlich alt und verwaschen, es hat seine besten Tage lange hinter sich und kann weg.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Tag 355 - Die erste Brille

Huch, wo kommt die denn her? Hab ich beim Herumkramen in einem Karton gefunden: meine erste Brille. Ich wusste gar nicht mehr, dass ich die noch hab. Tragen würde ich sie heute auf gar keinen Fall mehr - ziemlich gruselig-hässlich, was? Dagegen ist dieses Modell ja noch regelrecht modisch ... Die Brille kann weg.

Freitag, 19. Dezember 2014

Tag 353 - Das weinrote Haarband

Ist das etwa die Pantone Farbe des Jahres 2015, Marsala? Könnte sein, ich bin mir nicht sicher. Wahrscheinlich ist es aber ein bisschen zu wenig braun dafür. Aber selbst, wenn's so wäre: Dieses Haarband ist zu eng und ist furchtbar unbequem. Abgesehen davon mag ich echtes Rot ohnehin lieber, Farbe des Jahres hin oder her. Das Haarband kann weg.

Montag, 15. Dezember 2014

Tag 349 - Der Modeschmuck

Passend zu diesen goldenen Creolen hatte ich mal einen Armreif. Den hab ich auf dem Flohmarkt verkauft und damals noch in meinem Schmuckkästchen nach den Ohrringen gekramt, um sie dem Mädel auch noch aufschwatzen zu können - vergebens. Da dachte ich, ich hätte sie wohl doch schon weggegeben. Jetzt sind sie mir wieder in die Hände gefallen. Ich mag nicht mal echten Goldschmuck (steht mir nicht), aber diese billigen Imitate aus Fake-Antikgold schon gar nicht. 

Überhaupt finde ich in den Ecken meiner Wohnung immer wieder schrottigen Modeschmuck: mädchenhafte Haarspangen oder billige Ohrringe. Ob sich das Zeug wohl heimlich in dunklen Schubladen vermehrt? Wie auch immer, es kann weg - und damit ist das Nest nun hoffentlich ausgerottet.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Tag 345 - Das Johannisbeergelee

Jajajaja, Marmelade kann man ewig aufheben, weiß ich. Aber sollte man wirklich? Dieses Johannisbeegelee hier steht offen in meinem Kühlschrank, und zwar schon länger, als ich zurückdenken kann. Ich schätze mal, mindestens eineinhalb Jahre. Denn ich esse so gut wie nie Marmelade und selbst wenn, dann nicht Johannisbeergelee. Der Liebste isst zwar gern Marmelade, aber für Johannisbeergelee hat er nix übrig, ansonsten frühstücken hier nur höchst selben Leute.

Das Gelee hat meine Mama selber eingekocht und mal mit hergebracht, ich vermute, als meine Eltern mich besucht haben - beide große Marmeladenfans. Sie waren es auch, die das, was im Glas fehlt, gegessen haben. Seither schiebe ich das Marmeladenglas in meinem Kühlschrank von einer Ecke in die andere und frage mich, wie das Glas je leer werden soll und ob das Gelee nicht doch irgendwann anfängt zu verderben. Aber wegwerfen? Selbstgemachtes? Von Mama? Darf man das? 

Man darf. Sag ich jetzt einfach mal so. Ich sage: Das Johannisbeergelee kann weg.

Freitag, 28. November 2014

Tag 332 - Das rotweiß geringelte T-Shirt


Für jedes neue Teil im Kleiderschrank muss ein altes gehen! So oder so ähnlich predigen schlaue Leute, und wir alle wissen, dass sie recht haben, denn würden wir nicht zumindest ein Stück weit so verfahren, wir müssten dauernd neue und größere Kleiderschränke kaufen.
 
Nun war ich am Dienstag in der Stadt, weil ich mir eine kuschelige warme Strickjacke kaufen wollte. Die scheinen gerade mächtig Trend zu sein, Fakt ist jedenfalls, dass meine Kolleginnen beneidenswerterweise alle eine haben und ich auch eine will. Eine neue Strickjacke hab ich dann allerdings nicht mit nach Hause gebracht, sondern: drei Unterhemden und zwei (Unterzieh-)-T-Shirts, eins davon geringelt. Die Gelegenheit ist günstig wie nie, mich endlich mal von dem rotweiß geringelten T-Shirt zu trennen.

Ich mag rotweißgeringelte T-Shirts, ich mag sie wirklich. Ich habe dieses auch schon viele dutzende Male getragen. Irgendwann sah ich mal ein Foto von mir in diesem T-Shirt und dachte: Diese aufgeplusterten Ärmel sind wirklich nicht vorteilhaft. Ich trug es lange gar nicht und dachte drüber nach, es auszusortieren. Aber weil ich rotweißgeringelte T-Shirts so gut finde, hab ich es in letzter Sekunde doch immer wieder vom Altkleiderstapel runtergenommen. Jetzt hab ich neue T-Shirts, das eine ist zwar nicht rotweiß, aber rotblau geringelt - das ist mindestens genauso schön und gleich noch eine nostalgische Reminiszenz an den blauen Pullover mit den roten Streifen. Und das rotweoß geringelte T-Shirt kann weg.

Donnerstag, 27. November 2014

Tag 331 - Die Bedienungsanleitungen

Kürzlich suchten der Liebste und ich ein Kabel für meine Kamera. Meine Kabel bewahre ich in einem Karton auf dem Bücherregal auf, und da der Liebste ein Stückchen größer ist als ich, musste er den Karton vom Regal runternehmen. Und dann noch einen. Und noch einen. Und noch einen. Und ich begann mich zu schämen. Und darüber nachzudenken, wie es eigentlich sein kann, dass ich nach nahezu einem Jahr Ausmisten immer noch acht Kartons mit Kram auf meinem Regal stehen habe. Ich werde die in den nächsten Tagen öffnen und reinschauen. Mal sehen, was ich da so finde.

Den Anfang macht der Karton mit den Bedienungsanleitungen. Ja, dafür habe ich einen eigenen Karton! Und wenn man einen eigenen Karton für etwas hat, dann bewahrt man auch Dinge darin auf - so lange, bis er irgendwann voll ist, unabhängig davon, ob man die Dinge noch braucht oder nicht. Es ist erstaunlich, was sich auf diese Weise alles ansammelt: Garantiekarten zu Gegenständen, die ich schon deutlich länger besitze als die zwei Jahre Garantiefrist, oder Erläuterungen zu Mainboards aus alten, längst verschrotteten PCs oder Handys und zum Elektrogrill, den ich mal verliehen und nie zurückbekommen habe.

Aber das Schönste in dem Karton sind eigentlich die Anleitungen zu Geräten wie Bügeleisen, Monitoren oder Handmixern. Ernsthaft, der Mixer hat genau drei Tasten: Geschwindigkeit, Schneebesen auswerfen und Turbo. Ich hab noch nie das Bedürfnis verspürt, in dieser Anleitung zu schmökern, und das wird sicher auch nicht mehr passieren. Falls doch, kann ich die Anleitung sicher im Internet runterladen.

Montag, 24. November 2014

Tag 328 - Sternenfahrer von Catan

Ihr Lieben, heute geht es nicht nur um die Sternenfahrer von Catan, sondern noch um etwas ganz anderes: blinde Flecken.

Schon an Tag 28 dieses daskannweg-Jahres trennte ich mich von Sternenschiff Catan - mit der hellsichtigen Begründung: seit Jahren ungespielt im Schrank. Zu Sternenfahrer habe ich damals eigentlich schon alles geschrieben, was es zu schreiben gibt: "eine Weiterentwicklung des Siedler-Brettspiels (nur im Weltraum)". Man kann es nur mit drei bis vier Spielern spielen und braucht 120 Minuten Zeit dafür. Ich hab's mal geschenkt bekommen, wahrscheinlich war es sogar ziemlich teuer. Ich schätze, die Male, die es gespielt wurde, kann ich an einer Hand abzählen. Ich schätze weiterhin, dass das letzte Mal mehr als zehn Jahre zurückliegt. Seitdem gilt für Sternenfahrer ebenso wie für Sternenschiff: ungespielt im Schrank.

Inzwischen sind meine Spiele umgezogen, vom Schrank ins Regal. Ich schaue jeden Tag darauf. Und trotzdem befindet sich Sternenfahrer von Catan an Tag 328 immer noch ebenda: im Regal. Wie konnte das nur passieren? Das Spiel misst 29,5x29,5x11 Zentimeter - man sollte meinen, es sei schwierig, es zu übersehen. Die Schachtel wiegt 2121 Gramm - ich habe nachgewogen - und enthält 100 Rohstoffkarten, 32 Begegnungskarten, 16 Freundschaftskarten, 24 Bordkanonen, 24 Antriebe, 20 Frachtringe, 40 Ruhmesringe, 36 Kolonien, 28 Handelsstationen, 12 Raumhafenringe, 12 Transporter, 38 Ertragsplättchen und weiteren Kram, ich bin zu faul, das alles abzutippen.

Ich hab mal was über Kaufhausdiebe gelesen, die vom Kaufhaus engagiert wurden, um dort zu klauen. Damit sollte überprüft werden, ob die Kaufhausdetektive ordentlich arbeiten. Diese bestellten Diebe jedenfalls klauten ein Doppelbett, indem sie es völlig offen durch alle Abteilungen raustrugen. Niemand hielt sie an, weil alle dachten, wenn die das so offensichtlich machen, dürfen die das.

So ähnlich muss es auch mit Sternenfahrer von Catan gewesen sein: Offen im Regal stehen war seine beste Tarnung. Keine gute Erklärung, das gebe ich zu, aber die einzige, die ich habe dafür, dass das Spiel so hartnäckig durchs daskannweg-Raster gerutscht ist. Tatsächlich saß ich vor kurzem mit meiner Freundin Steph beim Mittagessen und klagte, es werde langsam schwieriger, noch interessante daskannweg-Objekte zu finden. Ich erzählte, wie ich in meiner Wohnung umhergehe, Schränke aufmache und Schrankinhalte begutachte, auf der Suche nach Ausmistbarem. Sie schwieg kurz und sagte dann: Hast du Sternenfahrer von Catan noch? Ich sagte: Hm, ich weiß gar nicht, aber ich glaube nicht. Ging nach Hause, schaute in mein Regal - und da stand es. Und ich wusste, was ich im Grunde längst wusste: Das Spiel kann weg.

Sonntag, 23. November 2014

Tag 327 - Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können

Das Buch "Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können" ist von Allan und Barbara Pease. Nach Jahren habe ich dieses Buch nun zum zweiten Mal gelesen. Anfangs fand ich es noch recht spannend, dann wird es immer platter und unnötig ausgedehnt, wie das häufig mit pseudowissenschaftlichen Büchern ist, die aus Amerika kommen. Zeitweise hat es richtig genervt. 

Da es Ende der Neunziger zum erstmalig erschien (diese Ausgabe ist von 2004), ist sowieso die Frage, ob es inzwischen neue Erkenntnisse zu diesem Thema gibt. Das Buch kann also definitiv weg!

Samstag, 22. November 2014

Tag 326 - Der Joe-Cocker-Schlüsselanhänger mit Lämpchen

Habe neulich den Joe-Cocker-Schlüsselanhänger mit Lämpchen gefunden, den ich anlässlich des Konzerts 1997 in Köln bekam. Das Konzert hat mich damals nicht vom Hocker gerissen, wirkte alles sehr abgespult, mit wenig Leidenschaft. Aber die Lampe funktioniert erstaunlicherweise immer noch!

Allerdings brauche ich keinen beleuchteten Schlüsselanhänger, vor meiner Haustür ist es immer hell genug. Er kann also weg.