Dienstag, 7. April 2026

Fahrradnavi from Hell

Ursprünglich hatte ich mir das Fahrradnavi, ein Garmin Oregon 750 mit Farbdisplay, zum Geocachen gekauft. Mit der Bedienung war ich von Anfang an nicht zufrieden. Außerdem habe ich erst später verstanden, dass bei dem Gerät keine Karten dabei waren. Ich musste zusätzlich zu dem hohen Anschaffungspreis – fast 500 Euro – noch mal, glaube ich, über 100 Euro ausgeben, um eine vernünftige Karte zum Navigieren zu haben. Das fand ich schon sehr ärgerlich. Aber ich habe in dem Moment lieber noch mal etwas nachinvestiert, als mir einzugestehen, dass das Gerät vielleicht nicht so gut war oder nicht das Richtige für mich.

2019 haben Angie und ich einen Fahrradurlaub gemacht, mit dem Rad durch die Lüneburger Heide und über den Weserradweg bis nach Wesel. Das Fahrradnavi war mit im Gepäck, die Navigationsfunktion habe ich damals aber nur selten genutzt – ich hatte das Gerät nur als elektronische Landkarte mit eingeblendeter Route dabei. Das hat gut funktioniert. Ich konnte die Routen vorher auf eine extra SD-Karte (nächster Zusatzinvest!) laden und dann dem farbig auf der Landkarte hinterlegen Weg folgen. Die benötigten GPX-Dateien für die Radwege, die wir gefahren sind, waren im Internet zu finden.

2021 waren wir dann mit dem Rad in Belgien unterwegs, von Brüssel nach Brügge. Dort gingen die Probleme los. Ich kann mich noch sehr gut an eine verregnete 70-Kilometer-Tour nach Gent erinnern. Irgendwann hatten wir keine Lust mehr, durch den Regen zu fahren. Die reguläre Strecke hätte uns sehr weit um Gent herumgeführt, damit man nicht so viel mit dem Fahrrad durch die Stadt musste. Wir entschieden, die Route zu verlassen und auf direktem Weg selber zum Hotel zu navigieren. Das Foto ist entstanden, als wir endlich angekommen sind.

Es stellte sich schnell heraus, dass das ein echt dumme Idee gewesen war. Es regnete in Strömen, und in Gent gab nicht wie im Rest von Belgien schöne Radwege, stattdessen nur Straßen mit vielen Autos und erstaunlich vielen Straßenbahnschienen. Und zu allem Überfluss fing der Akku des Navi an, besorgniserregende Ladestände anzuzeigen. Irgendwann ging das Gerät komplett aus. Mit einer Hand am Lenker und dem Handy mit Google Maps in der anderen kamen wir zwar irgendwie ans Ziel. Aber danach war klar: Der Akku hält keine Tagestour mehr aus.
Das Foto ist entstanden, als wir endlich angekommen waren.
2023 habe ich noch versucht, das Gerät zu retten, und einen neuen Akku gekauft. Damals war das Navi schon so alt, dass es den Ersatzakku nur auf dem Zweitmarkt gab, nicht mehr als offizielles Ersatzteil. Die Probleme löste der neue Akku nicht.
Danach lag das Fahrradnavi lange im Schrank, irgendwie war ich nicht bereit, es wegzuwerfen. Letztes Jahr habe ich wieder angefangen, mehr Fahrrad zu fahren, und wollte auch Strecken von Komoot nutzen (was mit der Handy-App jedes Mal den Handyakku leer saugt). Also habe ich mir ein neues Fahrradnavi gekauft, tatsächlich wieder ein Garmin, diesmal das Edge 1040.

Und was soll ich sagen: Die Dinger haben sich sehr positiv weiterentwickelt! Man kann Komoot-Tracks laden, externe Sensoren anbinden, zum Beispiel für Geschwindigkeit oder Trittfrequenz, oder – ganz neu für mich – die getretene Leistung messen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit und benutze es sehr gern. Letztes Jahr haben wir damit auch schon die erste Mehrtagestour absolviert, auf der Flamingoroute durch das Münsterland und die Niederlande.

Das alte Fahrradnavi kann damit weg und in den Elektroschrott.

Sonntag, 29. März 2026

Mein Auftritt als wandelnde Aldi-Litfaßsäule

Da sind wir wieder! Wir waren auf einem "trip down memory lane" – in Costa Rica, wo wir uns vor zwölf Jahren kennen gelernt haben. Und dachten uns, man muss hier im Blog ja nicht breittreten, dass unsere Wohnung drei Wochen leersteht ... 

Schön war's jedenfalls. Aber danach brauchten wir erst mal etwas Zeit, um unseren Alltag auf die Reihe zu kriegen und wieder in den #daskannweg-Flow zu kommen.

Wie vor jeder Reise haben wir auch im Februar unsere Reisekiste aus dem Keller geholt: einen Karton voll mit Zeug, das man nur im Urlaub braucht. Und weil der Karton eine wahre #daskannweg-Schatzkiste war, haben wir vor Costa Rica noch schnell ein Reisespecial gemacht – #10dinge mit Reisebezug konnten weg. Darunter eine schon bedrohlich aufgeblähte Powerbank, ein Reiseadapter mit derart verbogenen Steckern, dass er sich der nur noch mit Gewalt in eine Steckdose stecken ließ, ein ziemlich peinlicher Fischerhut und Outdoorhandtuch Nummer fünf (Vermehren die sich eigentlich im dunklen Keller? Diese Frage bleibt wohl auf ewig unbeantwortet).

Eine andere Art von #daskannweg-Tradition pflege ich beim Kofferpacken: Ich lege immer viel zu viele Dinge in eine Klappkiste – alles, wovon ich denke: Das könnte man vielleicht mitnehmen. Vorm Einpacken wird dann wieder ausgepackt. So lange, bis ich die Menge an Gepäck für akzeptabel halte.

In einer der Auspackrunden musste diesmal mein Regencape dran glauben: zu knallgelb zum Tiere-Beobachten, und vor allem: zu großes Packmaß. So ein robustes Cape braucht man vielleicht fürs Hamburger Regenradeln, aber doch sicher nicht in den Tropen, in der Trockenzeit. Als wir 2014, ebenfalls im Februar, in Costa Rica gewesen waren, hatte es schließlich kein bisschen geregnet. 

Kurz vorm Zuklappen warf ich dann doch noch ein transparentblaues Einweg-Regencape in den Koffer, das ich ganz unten in der Reisekiste gefunden hatte – immerhin war es klein und leicht. Wo war das noch mal hergekommen? Keine Ahnung. Egal.

Selten habe ich mit einer Packentscheidung so danebengelegen. Denn diesmal regnete es in Costa Rica. Heftig. Anfangs dachten wir noch: besser ein kurzer Platzregen als den ganzen Tag Getröpfel. Doch dann drehte der Regen noch mal richtig auf – und dachte nicht dran aufzuhören. Es war höchste Zeit, das transparentblaue Einweg-Cape auszupacken.

Als ich es entfaltete, traute ich meinen Augen kaum. Auf der Brust prangten unter anderem ein Einkaufswagen, eine Gitarre, die Aufschrift "Dein Support Act" – und ein Aldi-Logo. Und dann fiel es mir wieder ein: Diese Capes hatte Aldi auf dem Deichbrand-Festival verteilt.

Das Aldi-Cape kam ausgiebig zum Einsatz. Denn es regnete, mit einigen Unterbrechungen, vier Tage lang. Ich schämte mich, als wandelnde Aldi-Litfaßsäule rumzurennen, aber immerhin hielt mich die dünne Plastikhaut notdürftig trocken. Zwischendurch rieb ich das Cape notdürftig ab, drehte es auf links und damit den Aufdruck nach innen.

Das Cape ist in Costa Rica geblieben. Es hat seinen Job erledigt. 

Aber irgendetwas sagt mir, dass die Geschichte der Reisekiste noch nicht zu Ende erzählt ist. Da wären beispielsweise die nagelneuen Schnorchelflossen, angeschafft nach einem atemberaubenden Schnorchelerlebnis auf Galapagos 2023. Sie hatten diesmal nicht in den Koffer geschafft, weil sie ziemlich sperrig sind und man auf Schnorchelausflügen meist kostenlos oder für kleines Geld Flossen leihen kann. Ob wir sie jemals benutzen werden? Fraglich. Aber momentan bringe ich es noch nicht übers Herz, sie auszusortieren – schließlich müsste ich mir dafür eingestehen, dass die Dinger ein Fehlkauf waren.

Was außer dem Regencape diese Woche weg konnte, erfahrt ihr hier:

Dienstag, 10. Februar 2026

Die Tasse aus der Vergangenheit

Als ich im September 2024 die BASF verließ, dachte ich darüber nach, dass ich eigentlich meinen ersten tollen LinkedIn-Post machen und das übliche Blabla schreiben müsste: wie schön es gewesen war, aber dass jetzt neue Herausforderungen warten und so weiter. Ihr kennt sie bestimmt alle.

Tatsächlich war der letzte Tag vollgepackt. Ich hatte Lieblingskuchen vom Café Blum organisiert (bester Kuchen in Mannheim), um meinen direkten Kollegen morgens in der Teamrunde eine letzte Freude zu machen. Und nachmittags viele liebe Kollegen, die ich in 18 Jahren Betriebszugehörigkeit kennen gelernt hatte, eingeladen, vorbeizuschauen und mit mir Kuchen zu essen. Ich war überwältigt, wie viele gekommen waren. Und dann war der Tag auch schon vorbei – es blieb ein Foto vom Einwerfen des Werksausweises, und das war's. Den LinkedIn-Post habe ich nie geschrieben. Um so seltsamer, jetzt noch mal über diesen Tag zu schreiben, nachdem ich über ein Jahr weg bin.

Die Tasse hatte ich irgendwann am Anfang meiner BASF-Zeit gekauft. Es gab sie im Zweierset, ich habe keine Ahnung, wo die andere hingekommen ist. Das Logo der BASF hat sich inzwischen geändert und auch meine Einstellung zu der Firma.

Und noch etwas ist anders: Damals, als ich die Tasse kaufte, war ich stolzer Mitarbeiter eines Dax-Konzerns, der auch zu Hause seine Zugehörigkeit zeigen wollte. Heute bin ich wieder stolzer Mitarbeiter, muss das aber in der Freizeit nicht ständig nach außen tragen. Mal im Firmenshirt laufen gehen ist okay, mehr muss nicht sein. 

Wir haben genug Tassen, und ich brauche keine Erinnerung an meine Arbeit, wenn ich am Wochenende gemütlich Kaffee trinken möchte, schon gar nicht an meinen Ex-Arbeitgeber. Also wanderte die Tasse nach dem Umzug nach Hamburg in den Keller.

Als wir die Küchenkiste aus dem Keller holten, wusste ich gar nicht mehr, was wir darin ausgelagert hatten. Aber als ich die Tasse sah, war mir sofort klar: Die kann weg!

Sonntag, 8. Februar 2026

Keller-Clean-up, Baby!

Alles, was du ein Jahr lang nicht benutzt hast, kann weg – das ist wohl einer der bekanntesten Ratschläge, wenn's ums Ausmisten geht. Höchste Zeit also, mal einen Blick in den Keller zu werfen. Und da stand sie: die Kiste mit den Küchensachen. 


Unsere Küche in Mannheim hatte ein paar Schränke mehr gehabt als die in Hamburg. Als wir Ende 2023 umzogen und unsere Küchenschränke einräumten, bekamen wir einfach nicht alles unter. Und so packten wir einiges in eine Kiste und in den Keller.

Zum Beispiel den Kaffeefilter – er stammt aus der Zeit, in der der Liebste noch eine Kaffeepad-Maschine hatte. Wenn meine Eltern, echte Coffeeholics, zu Besuch kamen, brühten wir damit Kaffee für sie auf. Das Milchaufschäumgefäß ist eine Kaffeegeneration jünger – aus der Vollautomat-Ära, aber vor der Kaffee-nur-schwarz-Ära. Den Spätzlehobel kaufte ich, als ich Foodredakteurin war und über Spätzle aus dem Kühlregal die Nase rümpfte. Die Geschichte der BASF-Tasse erzählt der Liebste selbst. All diese Dinge sind Grüße aus unserer Vergangenheit, die in unserem heutigen Leben keine Bedeutung und keinen Nutzen mehr haben.

Auch die Plastikbecher, die Kühlakkus, die Schraubgläser, die Vorratsgläser und die Flaschen haben etwas gemeinsam: Wir hatten erheblich zu viele davon. 

Überhaupt, Gefäße! Dosen und Gläser für Gewürze, Brot, Vorräte, selbst angesetzte Kräuteröle und mehr. Wann will man all das Zeug, das man darin aufbewahren könnte, kaufen oder herstellen? Wo soll man das alles lagern? Und wer soll das alles essen?

Nichts aus der Kellerkiste haben wir seit Ende 2023 vermisst. Einiges davon ging direkt in den Müll, manches in eine "Zu verschenken"-Kiste. Das Campinggeschirr darf zurück in den Keller, das brauchen wir nicht jeden Tag im Schnellzugriff. 

Und immerhin eine Plastikbox mit Deckel haben wir aus dem Kellerexil befreit und ihr eine neue Bestimmung gegeben: In ihr lagern jetzt diverse Küchenhelfer vom Dosenöffner bis zum Salatbesteck. Irgendwas sagt mir allerdings, dass das noch nicht das Ende unserer Küchendingereise war ...


Dienstag, 3. Februar 2026

Gratis Inbusschlüssel - ein ungewolltes Geschenk

Oh nein, es ist mal wieder #daskannweg-Tag! Schnell mal in die Ablagefächer geguckt, und siehe da: gleich wieder was gefunden.

Ihr habt bestimmt auch welche: Gratis-Inbusschlüssel. Sie liegen Möbeln bei, damit man diese auch ohne eigenes Werkzeug zusammenschrauben kann. Geprägt wurde die Idee durch Ikea, die Selbstaufbau-Möbel salonfähig gemacht haben. Sie legen immer ihren S-förmigen Inbusschlüssel bei und haben damit einen Standard etabliert.

Wenn ich ein Möbel aufgebaut habe und neben der Verpackung so ein Inbusschlüssel rumliegt, denke ich jedes Mal: "Oh nein, den kann ich nicht wegschmeißen. Das ist wertvolles Metall, und auch die Herstellung hat Energie gekostet." Also lege ich ihn in meine Schublade, zum Wegwerfen ist er mir zu schade. 

Aber wenn es dann mal was zum Schrauben gibt, hole ich nicht die billigen Inbusschlüssel aus der Schublade. Ich versuche auch nicht rauszufinden, ob einer von ihnen zur aktuellen Aufgabe passt. Denn ich habe ja eigenes Werkzeug, das viel höherwertiger ist. Wenn ich was zusammenschrauben muss, nutze ich das gern.

Somit liegen die Inbusschlüssel ungenutzt über Jahre herum. Mindestens zwölf Stück hatte ich zusammengetragen, die ich alle nie mehr benutzen werde. Über die verschwendeten Ressourcen und auch die zusätzlichen Kosten denken die Hersteller anscheinend nicht nach.

Andere Leute machen aus ihren Ikea-Werkzeugen sogar Kunst. Aber ein Bild aus Imbussschlüsseln brauche ich nicht, und eine andere sinnvolle Verwendung habe ich für sie leider nicht gefunden. Daher werden meine Inbusschlüssel entsorgt.

Und sonst so? Das hier:

Sonntag, 1. Februar 2026

Na dann prost!

Die Flaschen, die ihr auf diesem Bild seht, sind grob geschätzt 36 Jahre alt, zusammengerechnet. Wobei sich nicht mehr genau rekonstruieren lässt, wann der Wodka und der Pitú in unseren Besitz gelangt sind. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich sie schon hatte, bevor ich 2016 von Hamburg nach Mannheim gezogen bin. Der Wodka und der Pitú sind also schon ganz schön rumgekommen in ihrem Leben.


Dass ich nicht dazu neige, mir im Alltag ständig Cocktails zu mixen, ist keine neue Erkenntnis: Schon 2014 trennte ich mich hier auf diesem Blog von Cocktailgläsern. Und doch, früher war mehr Mixen. Zumindest gelegentlich bot ich bei Partys ein Getränk namens Watermelon Crush an, bestehend aus Wassermelone, Orangensaft und Wodka, man hob die Gläser auf den "Dude" und trank White Russian oder stampfte Limetten und Rohrzucker für Caipirinha

Heute sind große Partys die Ausnahme, und selbst wenn mal jemand etwas zu feiern hat, fragen die Leute nach alkoholfreiem Bier oder verabschieden sich um zehn, weil sie am nächsten Morgen früh raus müssen. Ganz klar: Wir sind älter geworden. Und ist ja auch gesünder, nicht so viel zu trinken.

"Wer regelmäßig Alkohol trinkt, hat ein sehr viel höheres Risiko für bestimmte Krankheiten wie eine Magenschleimhautentzündung, Bluthochdruck oder eine verfettete Leber", sagt der Internist Helmut Seitz in einem Interview mit dem SPIEGEL, und weiter: "Das Organ, das am empfindlichsten auf Alkohol reagiert, ist die weibliche Brustdrüse. Das wissen die wenigsten. Bei Frauen steigt daher das Risiko für Brustkrebs." Will man alles nicht haben.

Als der Liebste nach einem feuchtfröhlichen Konzertbesuch im Oktober die schon fast obligatorischen Worte "Nie wieder Alkohol!" aussprach, dachte ich nicht, dass er es ernst meinen würde. Und doch, seitdem hat er nichts mehr angerührt, hat Weihnachtsmärkte, Weihnachten, Silvester mit Apfelpunsch und 0,0-Sekt hinter sich gebracht. Das hat uns eine neue Welt eröffnet, die Welt der alkoholfreien Biere, Weine und Sekte, und da geht erstaunlich viel. Das Zeug schmeckt, macht keinen Kater, und weniger Kalorien hat es auch.

Sich das Schrankfach mit den Spirituosen vorzunehmen, war also überfällig. Das Foto von den fünf Flaschen stellte ich bei Nebenan.de rein - zu verschenken. Noch am selben Tag kam eine Svenja vorbei, wahrscheinlich in den 50ern, im Gepäck eine Tüte mit Badekristallen, selbst gemachter Erdbeermarmelade und einen Piccolo Sekt. Den Alkohol wollte sie mitbringen zur Party einer Freundin, sie freute sich sehr, genau wie ich. Die ganze Transaktion war ebenso nett wie unkompliziert, und ich hoffe, dass Svenjas Freundin einen fantastischen Abend mit ihren Gästen hatte.

Nicht im Bild ist der Rum, den wir im vorigen Jahr aus Sri Lanka mitgebracht haben. An unserem Abschiedsabend mit Rainer von Birdingtours tranken wir Rum mit ihm. Wir saßen unter den Sternen, die Wellen brachen sich vor uns am Strand, der Rum schmeckte rund, vanillig, mild. Es hätte schöner nicht sein können.

Anschließend verbrachten wir noch ein paar Tage in einem Boutiquehotel ein paar Kilometer weiter: "Bombay Bicycle Club", gerade mal sechs Zimmer, offenes Restaurant mit Dach aus Palmenbättern, einer dieser Orte, die Stress und Sorgen instant wegbeamen, und übrig bleiben nur noch Sonne, Meer und Tiefenentspannung. 

Und weil der Abschiedsrum mit Rainer so gut gewesen war, fragten wir auch dort danach. Sie hatten keinen Rum - aber wenn wir ihm Geld gäben, sagte der Mann, könne er den Küchenchef zum Einkaufen schicken, er werde dann gern welchen besorgen. Urlaubsselig nahmen wir das Angebot an.

Womit wir nicht gerechnet hatten: Der Küchenchef brachte uns eine ganze Flasche Rum mit, einen halben Liter, zum Ladenpreis. Und weil wir so viel Rum nicht austrinken wollten, füllten wir den Rest in eine Halbliter-Plastikwasserflasche. Ich dachte schon damals kurz darüber nach, ob das wohl eine geniale Idee war und ob der Alkohol wohl das Plastik angreift. Die Flasche wanderte in den Schrank, zum Pitú, Kahlua und all den anderen ungetrunkenen Spirituosen. Was soll ich sagen: Wir haben ihn nicht mehr angerührt. 

Die sechs Flaschen sind insgesamt mehr als 11.300 Kilometer mit uns gereist. Nun endet ihre Reise.

Alles andere, was diese Woche weg konnte, hatte keine spannende Geschichte zu erzählen. Es war einfach altes, schäbiges Zeug, das endlich in den Müll gewandert ist:



Montag, 26. Januar 2026

Das zweite Leben einer alten Telefonzelle

Übers Bücher-Entsorgen habe ich ganz sicher schon mal geschrieben – auch wenn ich den Post gerade nicht mehr wiederfinde. All die klugen Gedanken anderer Leute einfach ins Altpapier werfen? Das kommt mir irgendwie falsch vor. 

Die Rettung nahte in Form einer alten Telefonzelle. Telefonzellen konnten weg, als Handys aufkamen. Umso schöner, dass diese nun als "Kleine Bibliothek" ein zweites Leben lebt, zehn Minuten von unserer Wohnung entfernt. 

Diese Woche trug ich eine Tasche voll alter Ratgeberbücher zu Karrierethemen dorthin. Ich mag den Gedanken, dass die Bücher, die bei mir im Regal standen, nun noch eine Chance haben, gelesen zu werden. 


Was haltet ihr von öffentlichen Bücherschränken? Bringt ihr manchmal Bücher hin oder holt euch dort neuen Lesestoff? 

Die Bücher waren natürlich nicht das einzige, was diese Woche weg konnte:



Sonntag, 25. Januar 2026

Ein Sturz ohne Folgen - bis jetzt

Im Dezember 2018 waren wir in Kambodscha. Es war ein schöner Urlaub, wir hatten schon Angkor Wat und eine Menge Tempel gesehen. Es war Zeit, das Hotel zu wechseln. Bisher war das Wetter uns hold gewesen, aber heute sollte es einen ordentlichen Regenguss geben. 

Unser Zimmer lag im ersten Stock und hatte eine steile Treppen mit Terracottafliesen. Und auf dieser Treppe hatte sich ordentlich der Regen gesammelt. Ich wollte unser Gepäck runterbringen, damit es pünktlich am Abholort für den Transfer steht. Leider war die Kombination aus Vans-Schuhen ohne Profil und aufschwimmendem Wasser auf steiler Treppe sehr rutschig – und so kam es, wie es kommen musste: Ich rutschte schon oben an der Treppe aus und stürzte herunter (glücklicherweise auf dem Hintern). 

Erster Gedanke: "Steißbein gebrochen." Zweiter Gedanke, beziehungsweise Feststellung: "Meine schöne, grüne North-Face-Jacke hat einen Riss am Ärmel." Aber nur einen kleinen.

Ich habe diese Jacke sehr gemocht. Sie hat eine schöne Farbe (zweimal grün), und ich fand immer, dass sie mir gut steht. In Kambodscha hatte sie anscheinend nicht so viele Einsätze, außer an dem einen Tag, an dem es geregnet hat. Es gibt kein Urlaubsfoto, auf dem ich sie trage. Daher hier nun ein Foto aus unserem Peru-Urlaub:


Der Riss war immer so klein, dass ich dachte: "Den sieht doch keiner." Aber unangenehm war es mir schon, dass die Jacke einen Riss hat, und ich versuchte immer, das zu kaschieren. 

Der neue "das kann weg"-Anlauf hat mir jetzt bewusst gemacht: Die Jacke hat mir zehn Jahre gute Dienste geleistet, sie ist durch dem Riss seit Jahren nicht mehr 100-prozentig regendicht (Hauptfeature einer Outdoorjacke?!), und ich will nicht mit einer zerrissenen Jacke rumlaufen.

Daher kann sie – so leid es mir tut – weg.

Und sonst so? Das hier:
  

Dienstag, 20. Januar 2026

Handstaubsaugerliebe und -leid

Handstaubsauger gehören zu der Sorte Besitztümer, die ich 2014, zum Start des Blogs, vermutlich  energisch für überflüssig erklärt hätte. Inzwischen, deutlich über 40, bin ich nicht nur älter, sondern auch weiser. Ich weiß, dass sich Krümel gern unter dem Esstisch sammeln und dass es nicht schadet, ab und an mal das Sofa abzusaugen oder im Winter, wenn man Splittsteine unter den Schuhen hatte, die Fußmatte.

Also entschied ich im Sommer 2024: Ein Handstaubsauger muss her! Nicht zuletzt übrigens wegen der Loblieder, die Nicole (die hier auch mal vertretungsweise gebloggt hat - Tag 57 bis Tag 73) auf ihren gesungen hat. Und so begann es: the Song of Handstaubsaugerliebe und -leid. 

Nach intensiver Amazon-Recherche entschied ich mich für ein Modell der Marke Kitbezn. Von der hatte ich vorher zwar noch nie gehört, aber der Sauger war weder allzu billig noch allzu teuer - und hey: Die Bewertungen waren ziemlich begeistert!

Das Leid begann sofort, nachdem der Sauger, nennen wir ihn Kitty, bei uns eingezogen war. Der Liebste hasste, hasste, HASSTE ihn von der ersten Sekunde an, mit einer Inbrunst, die mich kalt erwischte. Er warf mir vor, "billigen Chinascheiß" gekauft zu haben - was ich energisch zurückwies (siehe oben). Er beklagte sich, dass ich Kitty ohne ihn ausgesucht hatte (fair, ich hatte sein Interesse an Handstaubsaugern offensichtlich unterschätzt). Und: Er fand Kitty laut. Jedes Mal, wenn ich etwas wegsaugte, durfte ich mir anhören, dass ein Modell von Bosch, Shark oder Rowenta ganz sicher nicht so einen Höllenlärm gemacht hätte.

Ich ging dazu über, nur noch dann zu handstaubsaugen, wenn der Liebste nicht zu Hause war. Das änderte allerdings nichts an einer beklagenswerten Tatsache: Der Liebste hatte recht.

Kittys Dröhnen, von Beginn an unangenehm, nahm nach einigen Monaten weiter zu. Im Herbst 2025 steigerte es sich zu einem ohrenbetäubendem Pfeifen, so unangenehm, dass ich den Betrieb beinahe gänzlich einstellte.

Ich war beinah erleichtert, als der Höllenlärm olfaktorische Begleitung bekam: Kitty begann, entschieden verbrannt zu riechen - eine Tatsache, die sein Schicksal besiegelte. Er fand sein Ende im Kleinelektrogeräte-Container.

Im Nachhinein war Kitty ganz klar ein Fehlkauf. Einer, an dem ich nur deswegen so lange festhielt, weil ich nicht zugeben wollte, dass der Liebste von Anfang an recht gehabt hatte.

Vorige Woche dann Kittys letzter Gruß aus der Gruft: Beim Herumkramen fiel mir sein Ladekabel in die Hände; es hatte sich ganz hinten in einer Schublade zusammengekringelt. Das konnte nun auch weg.

Inzwischen ist übrigens Kittys Nachfolger bei uns eingezogen. Der Neue, ausgesucht vom Liebsten höchstpersönlich, heißt Severin, saugt ohne Ohrenbetäubung und wird von beiden Mitgliedern des Haushalts gern und oft benutzt. So einfach kann Handstaubsaugerliebe sein.

Und sonst so? Das hier:

Samstag, 17. Januar 2026

Die Lego-Bauanleitungen funkeln nicht

Ich liebe Lego! Vor Corona habe ich irgendwann den Youtube-Kanal vom Held der Steine entdeckt und war baff. Da sitzt ein erwachsener Mann und bespricht Lego und wird dafür NICHT ausgelacht. Nein, es ist ganz normal. Er macht das sehr lustig und hat eine Menge Follower (heute 1,15 Millionen). Inzwischen übt er auch viel Kritik an der Preispolitik und der Gestaltung der modernen Lego-Modelle. 

Das war für mich ein wirklich verändernder Moment. Als Kind habe ich IMMER mit Lego gespielt, aber für Lego Star Wars war ich leider schon zu alt gewesen. Ich habe mal ein Set gekauft, als die Serie 1999  neu erschienen ist, aber es bei einem Umzug weggeworfen. 

Also begann ich meiner Leidenschaft nachzugehen und kaufte das eine oder andere Set. Wichtig waren mir vor allem die mit den schönsten Minifiguren. Mit Corona eskalierte das Thema etwas und mit dem Umzug nach Hamburg noch weiter. Ich habe mit Angie den Deal, dass meine Sammlung zwei Regale nicht überschreitet, und den will ich auch einhalten.

Es gibt sogar einen Namen für Leute wie mich: AFOL – Adult Fan of Lego. Die machen inzwischen einen großen Teil des Umsatzes von Lego aus; das sieht man auch an den immer teureren Sets. Bei Lego (auch wenn es die Wohnung vollsteht) würde ich immer sagen: „Does it sparkle? Does it bring joy? YES, it does!“ Ich liebe vor allem die Figuren mit den Accessoires und viele der Modelle und habe sie schön ausgestellt. 

ABER leider hat das Hobby auch ein paar negative Seiten. Jedes Set kommt natürlich in einem Pappkarton und mit einer (oder auch mehreren) Bauanleitungen. Die Anleitungen wollte ich natürlich erst mal aufbewahren. Man hat Geld dafür bezahlt und vielleicht braucht man sie noch mal. 

Ich habe irgendwann gelernt, dass die Bauanleitungen und Pappkartons teilweise zu erstaunlichen Preisen auf Plattformen wie BrickLink gebraucht verkauft werden. Das war für mich immer ein Grund für mich, diese aufzubewahren. Vielleicht verkaufe ich sie ja mal für ein paar Euros. Daher hatte ich sie in drei Stehsammlern, die den Schrank gut gefüllt haben. Allerdings kamen auch immer mehr dazu, so dass sie auch teilweise gar nicht mehr reingepasst haben und auch darüber und daneben lose im Regal rumgeflogen sind. 

Vor einiger Zeit habe ich mich mal zum Spaß als Verkäufer bei BrickLink angemeldet. Aber der Aufwand ist immens. Wenn man wirklich etwas verkaufen will, braucht man Steuernummer, AGB, Haftungsausschluss und Lieferoptionen. Das hat mich dann doch ganz schön abgeschreckt. So viel Aufwand für ein paar Euro, und dann vielleicht noch rechtliche Fragestellungen und sich mit unzufriedenen Leuten herumärgern. Ich wollte doch nur ein bisschen mehr Platz im Regal! 

Daher bin ich nun doch die Abkürzung gegangen: Ich werfe die Dinger ins Altpapier. Die Anleitungen liste ich diese Woche auf, die Pappkartons (Spoiler Alert!) nächste Woche. 


Die Bauanleitungen gibt es übrigens schon seit vielen Jahren bei Lego online zum Download – und das gratis, sogar von Sets, die man nicht gekauft hat. Aufbewahren braucht die Papieranleitungen daher wirklich niemand mehr.

Und sonst so? Das hier: