Dienstag, 3. Februar 2026

Gratis Inbusschlüssel - ein ungewolltes Geschenk

Oh nein, es ist mal wieder #daskannweg-Tag! Schnell mal in die Ablagefächer geguckt, und siehe da: gleich wieder was gefunden.

Ihr habt bestimmt auch welche: Gratis-Inbusschlüssel. Sie liegen Möbeln bei, damit man diese auch ohne eigenes Werkzeug zusammenschrauben kann. Geprägt wurde die Idee durch Ikea, die Selbstaufbau-Möbel salonfähig gemacht haben. Sie legen immer ihren S-förmigen Inbusschlüssel bei und haben damit einen Standard etabliert.

Wenn ich ein Möbel aufgebaut habe und neben der Verpackung so ein Inbusschlüssel rumliegt, denke ich jedes Mal: "Oh nein, den kann ich nicht wegschmeißen. Das ist wertvolles Metall, und auch die Herstellung hat Energie gekostet." Also lege ich ihn in meine Schublade, zum Wegwerfen ist er mir zu schade. 

Aber wenn es dann mal was zum Schrauben gibt, hole ich nicht die billigen Inbusschlüssel aus der Schublade. Ich versuche auch nicht rauszufinden, ob einer von ihnen zur aktuellen Aufgabe passt. Denn ich habe ja eigenes Werkzeug, das viel höherwertiger ist. Wenn ich was zusammenschrauben muss, nutze ich das gern.

Somit liegen die Inbusschlüssel ungenutzt über Jahre herum. Mindestens zwölf Stück hatte ich zusammengetragen, die ich alle nie mehr benutzen werde. Über die verschwendeten Ressourcen und auch die zusätzlichen Kosten denken die Hersteller anscheinend nicht nach.

Andere Leute machen aus ihren Ikea-Werkzeugen sogar Kunst. Aber ein Bild aus Imbussschlüsseln brauche ich nicht, und eine andere sinnvolle Verwendung habe ich für sie leider nicht gefunden. Daher werden meine Inbusschlüssel entsorgt.

Und sonst so? Das hier:

Sonntag, 1. Februar 2026

Na dann prost!

Die Flaschen, die ihr auf diesem Bild seht, sind grob geschätzt 36 Jahre alt, zusammengerechnet. Wobei sich nicht mehr genau rekonstruieren lässt, wann der Wodka und der Pitú in unseren Besitz gelangt sind. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich sie schon hatte, bevor ich 2016 von Hamburg nach Mannheim gezogen bin. Der Wodka und der Pitú sind also schon ganz schön rumgekommen in ihrem Leben.


Dass ich nicht dazu neige, mir im Alltag ständig Cocktails zu mixen, ist keine neue Erkenntnis: Schon 2014 trennte ich mich hier auf diesem Blog von Cocktailgläsern. Und doch, früher war mehr Mixen. Zumindest gelegentlich bot ich bei Partys ein Getränk namens Watermelon Crush an, bestehend aus Wassermelone, Orangensaft und Wodka, man hob die Gläser auf den "Dude" und trank White Russian oder stampfte Limetten und Rohrzucker für Caipirinha

Heute sind große Partys die Ausnahme, und selbst wenn mal jemand etwas zu feiern hat, fragen die Leute nach alkoholfreiem Bier oder verabschieden sich um zehn, weil sie am nächsten Morgen früh raus müssen. Ganz klar: Wir sind älter geworden. Und ist ja auch gesünder, nicht so viel zu trinken.

"Wer regelmäßig Alkohol trinkt, hat ein sehr viel höheres Risiko für bestimmte Krankheiten wie eine Magenschleimhautentzündung, Bluthochdruck oder eine verfettete Leber", sagt der Internist Helmut Seitz in einem Interview mit dem SPIEGEL, und weiter: "Das Organ, das am empfindlichsten auf Alkohol reagiert, ist die weibliche Brustdrüse. Das wissen die wenigsten. Bei Frauen steigt daher das Risiko für Brustkrebs." Will man alles nicht haben.

Als der Liebste nach einem feuchtfröhlichen Konzertbesuch im Oktober die schon fast obligatorischen Worte "Nie wieder Alkohol!" aussprach, dachte ich nicht, dass er es ernst meinen würde. Und doch, seitdem hat er nichts mehr angerührt, hat Weihnachtsmärkte, Weihnachten, Silvester mit Apfelpunsch und 0,0-Sekt hinter sich gebracht. Das hat uns eine neue Welt eröffnet, die Welt der alkoholfreien Biere, Weine und Sekte, und da geht erstaunlich viel. Das Zeug schmeckt, macht keinen Kater, und weniger Kalorien hat es auch.

Sich das Schrankfach mit den Spirituosen vorzunehmen, war also überfällig. Das Foto von den fünf Flaschen stellte ich bei Nebenan.de rein - zu verschenken. Noch am selben Tag kam eine Svenja vorbei, wahrscheinlich in den 50ern, im Gepäck eine Tüte mit Badekristallen, selbst gemachter Erdbeermarmelade und einen Piccolo Sekt. Den Alkohol wollte sie mitbringen zur Party einer Freundin, sie freute sich sehr, genau wie ich. Die ganze Transaktion war ebenso nett wie unkompliziert, und ich hoffe, dass Svenjas Freundin einen fantastischen Abend mit ihren Gästen hatte.

Nicht im Bild ist der Rum, den wir im vorigen Jahr aus Sri Lanka mitgebracht haben. An unserem Abschiedsabend mit Rainer von Birdingtours tranken wir Rum mit ihm. Wir saßen unter den Sternen, die Wellen brachen sich vor uns am Strand, der Rum schmeckte rund, vanillig, mild. Es hätte schöner nicht sein können.

Anschließend verbrachten wir noch ein paar Tage in einem Boutiquehotel ein paar Kilometer weiter: "Bombay Bicycle Club", gerade mal sechs Zimmer, offenes Restaurant mit Dach aus Palmenbättern, einer dieser Orte, die Stress und Sorgen instant wegbeamen, und übrig bleiben nur noch Sonne, Meer und Tiefenentspannung. 

Und weil der Abschiedsrum mit Rainer so gut gewesen war, fragten wir auch dort danach. Sie hatten keinen Rum - aber wenn wir ihm Geld gäben, sagte der Mann, könne er den Küchenchef zum Einkaufen schicken, er werde dann gern welchen besorgen. Urlaubsselig nahmen wir das Angebot an.

Womit wir nicht gerechnet hatten: Der Küchenchef brachte uns eine ganze Flasche Rum mit, einen halben Liter, zum Ladenpreis. Und weil wir so viel Rum nicht austrinken wollten, füllten wir den Rest in eine Halbliter-Plastikwasserflasche. Ich dachte schon damals kurz darüber nach, ob das wohl eine geniale Idee war und ob der Alkohol wohl das Plastik angreift. Die Flasche wanderte in den Schrank, zum Pitú, Kahlua und all den anderen ungetrunkenen Spirituosen. Was soll ich sagen: Wir haben ihn nicht mehr angerührt. 

Die sechs Flaschen sind insgesamt mehr als 11.300 Kilometer mit uns gereist. Nun endet ihre Reise.

Alles andere, was diese Woche weg konnte, hatte keine spannende Geschichte zu erzählen. Es war einfach altes, schäbiges Zeug, das endlich in den Müll gewandert ist:



Montag, 26. Januar 2026

Das zweite Leben einer alten Telefonzelle

Übers Bücher-Entsorgen habe ich ganz sicher schon mal geschrieben – auch wenn ich den Post gerade nicht mehr wiederfinde. All die klugen Gedanken anderer Leute einfach ins Altpapier werfen? Das kommt mir irgendwie falsch vor. 

Die Rettung nahte in Form einer alten Telefonzelle. Telefonzellen konnten weg, als Handys aufkamen. Umso schöner, dass diese nun als "Kleine Bibliothek" ein zweites Leben lebt, zehn Minuten von unserer Wohnung entfernt. 

Diese Woche trug ich eine Tasche voll alter Ratgeberbücher zu Karrierethemen dorthin. Ich mag den Gedanken, dass die Bücher, die bei mir im Regal standen, nun noch eine Chance haben, gelesen zu werden. 


Was haltet ihr von öffentlichen Bücherschränken? Bringt ihr manchmal Bücher hin oder holt euch dort neuen Lesestoff? 

Die Bücher waren natürlich nicht das einzige, was diese Woche weg konnte:



Sonntag, 25. Januar 2026

Ein Sturz ohne Folgen - bis jetzt

Im Dezember 2018 waren wir in Kambodscha. Es war ein schöner Urlaub, wir hatten schon Angkor Wat und eine Menge Tempel gesehen. Es war Zeit, das Hotel zu wechseln. Bisher war das Wetter uns hold gewesen, aber heute sollte es einen ordentlichen Regenguss geben. 

Unser Zimmer lag im ersten Stock und hatte eine steile Treppen mit Terracottafliesen. Und auf dieser Treppe hatte sich ordentlich der Regen gesammelt. Ich wollte unser Gepäck runterbringen, damit es pünktlich am Abholort für den Transfer steht. Leider war die Kombination aus Vans-Schuhen ohne Profil und aufschwimmendem Wasser auf steiler Treppe sehr rutschig – und so kam es, wie es kommen musste: Ich rutschte schon oben an der Treppe aus und stürzte herunter (glücklicherweise auf dem Hintern). 

Erster Gedanke: "Steißbein gebrochen." Zweiter Gedanke, beziehungsweise Feststellung: "Meine schöne, grüne North-Face-Jacke hat einen Riss am Ärmel." Aber nur einen kleinen.

Ich habe diese Jacke sehr gemocht. Sie hat eine schöne Farbe (zweimal grün), und ich fand immer, dass sie mir gut steht. In Kambodscha hatte sie anscheinend nicht so viele Einsätze, außer an dem einen Tag, an dem es geregnet hat. Es gibt kein Urlaubsfoto, auf dem ich sie trage. Daher hier nun ein Foto aus unserem Peru-Urlaub:


Der Riss war immer so klein, dass ich dachte: "Den sieht doch keiner." Aber unangenehm war es mir schon, dass die Jacke einen Riss hat, und ich versuchte immer, das zu kaschieren. 

Der neue "das kann weg"-Anlauf hat mir jetzt bewusst gemacht: Die Jacke hat mir zehn Jahre gute Dienste geleistet, sie ist durch dem Riss seit Jahren nicht mehr 100-prozentig regendicht (Hauptfeature einer Outdoorjacke?!), und ich will nicht mit einer zerrissenen Jacke rumlaufen.

Daher kann sie – so leid es mir tut – weg.

Und sonst so? Das hier:
  

Dienstag, 20. Januar 2026

Handstaubsaugerliebe und -leid

Handstaubsauger gehören zu der Sorte Besitztümer, die ich 2014, zum Start des Blogs, vermutlich  energisch für überflüssig erklärt hätte. Inzwischen, deutlich über 40, bin ich nicht nur älter, sondern auch weiser. Ich weiß, dass sich Krümel gern unter dem Esstisch sammeln und dass es nicht schadet, ab und an mal das Sofa abzusaugen oder im Winter, wenn man Splittsteine unter den Schuhen hatte, die Fußmatte.

Also entschied ich im Sommer 2024: Ein Handstaubsauger muss her! Nicht zuletzt übrigens wegen der Loblieder, die Nicole (die hier auch mal vertretungsweise gebloggt hat - Tag 57 bis Tag 73) auf ihren gesungen hat. Und so begann es: the Song of Handstaubsaugerliebe und -leid. 

Nach intensiver Amazon-Recherche entschied ich mich für ein Modell der Marke Kitbezn. Von der hatte ich vorher zwar noch nie gehört, aber der Sauger war weder allzu billig noch allzu teuer - und hey: Die Bewertungen waren ziemlich begeistert!

Das Leid begann sofort, nachdem der Sauger, nennen wir ihn Kitty, bei uns eingezogen war. Der Liebste hasste, hasste, HASSTE ihn von der ersten Sekunde an, mit einer Inbrunst, die mich kalt erwischte. Er warf mir vor, "billigen Chinascheiß" gekauft zu haben - was ich energisch zurückwies (siehe oben). Er beklagte sich, dass ich Kitty ohne ihn ausgesucht hatte (fair, ich hatte sein Interesse an Handstaubsaugern offensichtlich unterschätzt). Und: Er fand Kitty laut. Jedes Mal, wenn ich etwas wegsaugte, durfte ich mir anhören, dass ein Modell von Bosch, Shark oder Rowenta ganz sicher nicht so einen Höllenlärm gemacht hätte.

Ich ging dazu über, nur noch dann zu handstaubsaugen, wenn der Liebste nicht zu Hause war. Das änderte allerdings nichts an einer beklagenswerten Tatsache: Der Liebste hatte recht.

Kittys Dröhnen, von Beginn an unangenehm, nahm nach einigen Monaten weiter zu. Im Herbst 2025 steigerte es sich zu einem ohrenbetäubendem Pfeifen, so unangenehm, dass ich den Betrieb beinahe gänzlich einstellte.

Ich war beinah erleichtert, als der Höllenlärm olfaktorische Begleitung bekam: Kitty begann, entschieden verbrannt zu riechen - eine Tatsache, die sein Schicksal besiegelte. Er fand sein Ende im Kleinelektrogeräte-Container.

Im Nachhinein war Kitty ganz klar ein Fehlkauf. Einer, an dem ich nur deswegen so lange festhielt, weil ich nicht zugeben wollte, dass der Liebste von Anfang an recht gehabt hatte.

Vorige Woche dann Kittys letzter Gruß aus der Gruft: Beim Herumkramen fiel mir sein Ladekabel in die Hände; es hatte sich ganz hinten in einer Schublade zusammengekringelt. Das konnte nun auch weg.

Inzwischen ist übrigens Kittys Nachfolger bei uns eingezogen. Der Neue, ausgesucht vom Liebsten höchstpersönlich, heißt Severin, saugt ohne Ohrenbetäubung und wird von beiden Mitgliedern des Haushalts gern und oft benutzt. So einfach kann Handstaubsaugerliebe sein.

Und sonst so? Das hier:

Samstag, 17. Januar 2026

Die Lego-Bauanleitungen funkeln nicht

Ich liebe Lego! Vor Corona habe ich irgendwann den Youtube-Kanal vom Held der Steine entdeckt und war baff. Da sitzt ein erwachsener Mann und bespricht Lego und wird dafür NICHT ausgelacht. Nein, es ist ganz normal. Er macht das sehr lustig und hat eine Menge Follower (heute 1,15 Millionen). Inzwischen übt er auch viel Kritik an der Preispolitik und der Gestaltung der modernen Lego-Modelle. 

Das war für mich ein wirklich verändernder Moment. Als Kind habe ich IMMER mit Lego gespielt, aber für Lego Star Wars war ich leider schon zu alt gewesen. Ich habe mal ein Set gekauft, als die Serie 1999  neu erschienen ist, aber es bei einem Umzug weggeworfen. 

Also begann ich meiner Leidenschaft nachzugehen und kaufte das eine oder andere Set. Wichtig waren mir vor allem die mit den schönsten Minifiguren. Mit Corona eskalierte das Thema etwas und mit dem Umzug nach Hamburg noch weiter. Ich habe mit Angie den Deal, dass meine Sammlung zwei Regale nicht überschreitet, und den will ich auch einhalten.

Es gibt sogar einen Namen für Leute wie mich: AFOL – Adult Fan of Lego. Die machen inzwischen einen großen Teil des Umsatzes von Lego aus; das sieht man auch an den immer teureren Sets. Bei Lego (auch wenn es die Wohnung vollsteht) würde ich immer sagen: „Does it sparkle? Does it bring joy? YES, it does!“ Ich liebe vor allem die Figuren mit den Accessoires und viele der Modelle und habe sie schön ausgestellt. 

ABER leider hat das Hobby auch ein paar negative Seiten. Jedes Set kommt natürlich in einem Pappkarton und mit einer (oder auch mehreren) Bauanleitungen. Die Anleitungen wollte ich natürlich erst mal aufbewahren. Man hat Geld dafür bezahlt und vielleicht braucht man sie noch mal. 

Ich habe irgendwann gelernt, dass die Bauanleitungen und Pappkartons teilweise zu erstaunlichen Preisen auf Plattformen wie BrickLink gebraucht verkauft werden. Das war für mich immer ein Grund für mich, diese aufzubewahren. Vielleicht verkaufe ich sie ja mal für ein paar Euros. Daher hatte ich sie in drei Stehsammlern, die den Schrank gut gefüllt haben. Allerdings kamen auch immer mehr dazu, so dass sie auch teilweise gar nicht mehr reingepasst haben und auch darüber und daneben lose im Regal rumgeflogen sind. 

Vor einiger Zeit habe ich mich mal zum Spaß als Verkäufer bei BrickLink angemeldet. Aber der Aufwand ist immens. Wenn man wirklich etwas verkaufen will, braucht man Steuernummer, AGB, Haftungsausschluss und Lieferoptionen. Das hat mich dann doch ganz schön abgeschreckt. So viel Aufwand für ein paar Euro, und dann vielleicht noch rechtliche Fragestellungen und sich mit unzufriedenen Leuten herumärgern. Ich wollte doch nur ein bisschen mehr Platz im Regal! 

Daher bin ich nun doch die Abkürzung gegangen: Ich werfe die Dinger ins Altpapier. Die Anleitungen liste ich diese Woche auf, die Pappkartons (Spoiler Alert!) nächste Woche. 


Die Bauanleitungen gibt es übrigens schon seit vielen Jahren bei Lego online zum Download – und das gratis, sogar von Sets, die man nicht gekauft hat. Aufbewahren braucht die Papieranleitungen daher wirklich niemand mehr.

Und sonst so? Das hier:


Sonntag, 11. Januar 2026

Ein Streamingdienst reicht!

Hallo ich bin Micha, der Mann von Angie! Schon 2014 habe ich ihre Blog-Aktivitäten bewundert und eher im Hintergrund begleitet. Ich fand es toll, dass wir das Projekt wieder neu starten und dass ich diesmal mitmachen darf. Schon beim ersten Mal habe ich gemerkt, wie befreiend die Trennung von Dingen ist, die einen nur belasten und einen nicht im Leben weiterbringen. Mal schauen, wie die Reise dieses Mal wird. 

Vor Weihnachten kam die Nachricht, dass Disney+ die Preise erhöht: Premium (für 4K-Fernseher) kostet jetzt 15,99 Euro im Monat. Ich habe im ersten Moment nicht drüber nachgedacht. Wir können uns das leisten, es sind nur 2 Euro mehr pro Monat. Aber als ich an Neujahr aufwachte, dachte ich: Mensch, wir haben drei Streamingdienste, ich schaue sehr viel YouTube, und dann gibt es noch die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen. Brauchen wir das alles? Wir können ja eh immer nur eins gleichzeitig gucken.

Disney+ haben wir schon eine ganze Weile, "The Mandalorian" war damals für mich der Grund, das Abo abzuschließen. 1000 Marvel-Filme und -Serien (die konstant schlechter werden), 1000 Star-Wars-Filme und -Serien (die konstant schlechter werden, außer "Andor"), Disney/Pixar-Filme - das klang nach einem guten Angebot, zumal Disney+ anfangs deutlich günstiger war. Inzwischen haben wir alles gesehen, was wir sehen möchten, daher waren wir nicht bereit, noch mehr zu bezahlen.

Angie hatte schon seit Jahren Amazon Prime Video. Für uns war schon länger der kostenlose Prime-Versand das Argument, es zu behalten. Vor Kurzen haben wir noch angefangen, auf Prime "The Expanse" zu gucken. Aber die Werbung macht es wirklich kaputt. Immer die gleichen Spots, teilweise auch sehr kurz hintereinander. Ich hatte auch das Gefühl, dass es zum Beispiel an Sonntagen besonders viel Werbung gab. 

Zusätzlich habe ich für mich den guten Jahresvorsatz getroffen, weniger bei Amazon zu bestellen und dem Aufruf zum Digital Independance Day zu folgen:


Wusstet ihr, dass Jeff Bezos so viel Geld verdient, dass er sich jede WOCHE ein Burj Khalifa (das höchste Haus der Welt) kaufen könnte? Ich möchte dazu beitragen, dass das nächste nur eine Stahltürklinke hat und keine aus Gold.

Und als letzten Punkt noch: Die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen und gerade Arte-Dokus sind einfach klasse. Gute Unterhaltung oder Wissenswertes, Natur und auch teilweise wirklich sehr gute Filme - und die GEZ-Gebühr muss man ja sowieso bezahlen. Ich kann nur empfehlen, da mal reinzuschauen.

Netflix hat übrigens als letzter Streaminganbieter überlebt. Wir haben uns überlegt, die Anbieter durchzurotieren, also immer nur ein Streamingabo zu haben. Das schont den Geldbeutel, und wir müssen nicht endlos durch verschiedene Angebote scrollen, um zu entscheiden, was wir als Nächstes gucken wollen. Es ist eh keine gute Idee, etwas zu gucken, weil es nichts kostet, sondern ich möchte bewusst entscheiden, wofür ich meine Fernsehfreizeit opfere. Ich schaue gern Filme und Serien - am liebsten solche, die mich wirklich interessieren, über die ich vorher was gelesen habe oder die mir empfohlen wurden.

Daher hoffe ich, dass jetzt wieder weniger Zeit mit Streamingdienste-Gucken verbringe und bewusster entscheide, was ich schauen möchte.

Und sonst so? Das hier:


Samstag, 10. Januar 2026

Tschüss, Zeitfresser!

Der Liebste steht morgens um 6 Uhr auf und geht zur Arbeit. Ich könnte entspannt weiterschlafen, nur ist es leider so: Wenn ich morgens aufwache, bin ich wach. Ich bin lausig darin, noch mal einzuschlafen. Also stehe ich auf - drei Stunden, bevor ich üblicherweise im Büro bin. 

Ich könnte auch früher ins Büro gehen. Ich weiß allerdings genau: Nur weil ich früher hingehe, gehe ich nicht früher heim. In der Redaktion kommen gern ab 17 Uhr Leute aus den Ecken gekrochen und wollen was von mir. Denn wenn die Meetings um sind, haben die vielbeschäftigten Leute Zeit zu reden; das will ich nicht verpassen. Regelmäßig sind auch noch Dinge zu tun, die nicht bis zum nächsten Morgen warten können. 

Also bleibe ich morgens lieber länger zu Hause, sitze rum mit einer Tasse Tee, lese Nachrichten oder gucke vor mich hin, schreibe Nachrichten an liebe Freundinnen, überweise fällige Rechnungen oder lege Wäsche zusammen. In stressigen Arbeitswochen kurz vor Abgabe gucke ich in meine diversen Postfächer und checke, ob irgendwas brennt (ehrlich gesagt mache ich das nicht nur dann, aber das ist eine andere Geschichte). 

Oft genug ist danach aber immer noch Zeit. Ich würde gern behaupten, dass ich dann etwas Sinnvolles tue. Sonnengrüße mache oder kluge Bücher lese. Die Wahrheit ist: Oft verdaddel ich diese Zeit mit Quatsch. So kam ich an "Cozy Grove: Camp Spirit". Das ist eins von diesen Spielen, die man ohne Zusatzkosten auf seinem iPad installieren kann, wenn man Netflix-Abo hat. Ich bemühe mal die App-Store-Beschreibung: "In dieser entspannenden Fortsetzung der beliebten Lebenssimulation, in der Herzlichkeit großgeschrieben wird, viele neue Dinge hergestellt und gebaut werden können und neue Inselabenteuer auf dich warten, hilfst du niedlichen Bärengeistern, Frieden zu finden."

Das Spiel hat eine halbwegs niedliche Grafik und eine halbwegs niedliche Story. Für eine Weile hat es mir erstaunlich viel Spaß gemacht - wahrscheinlich, weil man dabei wunderbar sein Gehirn ausschalten kann. Der Geisterbär hat seine Aufzeichnungen verloren, die Katze will Pilzpfanne fressen, um die zu kochen, brauche ich Salat, eine komische Hasenessenz und natürlich Pilze, die Pilze muss ich vorher rösten, und so weiter, und so weiter, und so weiter. Rumrennen, Sachen sammeln, zusammenbasteln. Intellektuelle Herausforderung? Null.


Die meisten Aufträge müssen am selben Tag abgeschlossen werden. Sind die erledigt, gibt es nicht so richtig was zu tun. Und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los, die Katze will nun vielleicht ein Glas Sauerkraut, und der Geisterbär hat schon wieder seine Aufzeichnungen verloren. Spannender wird's nicht.

Scheitern ist unmöglich. Und auch wenn das in einer Welt voller komplexer Probleme eine angenehme Abwechslung ist: Das Spiel ist eine To-do-Liste, die sich jeden Tag aufs Neue füllt. Mit Aufgaben, die mich keinem einzigen bedeutungsvollen Ziel näherbringen. Ein elender Zeitfresser. Ich hab's deinstalliert.

Und sonst so? Das hier:

Dienstag, 6. Januar 2026

#daskannweg ist zurück

Vorige Woche bekam ich eine Nachricht von meiner lieben Freundin Laura. Wir kennen uns aus der Zeit, in der wir beide in Mannheim gewohnt haben – inzwischen bin ich zurück nach Hamburg gezogen und Laura lebt in den USA. Leider schaffen wir es nur unregelmäßig zu telefonieren. Das liegt ehrlich gesagt nur zu einem kleineren Teil an der Zeitverschiebung, zum größeren Teil liegt es an meinem arg vollen Leben.

Laura und ich haben schon immer gern über die großen Fragen miteinander gesprochen: über Glück und Sinn, über innere Konflikte, geheime Ängste und große Träume. „Wie war dein 2025?“, fragte Laura mich, und auf diese Frage wusste ich erst mal nichts Rechtes zu antworten. Ich schrieb schließlich: „2025 war irgendwie ... im Autopilot. Ein bisschen zu lauwarm.“ Ich schrieb außerdem, es seien „keine schlimmen Dinge“ passiert, „aber auch nicht viel ‚Wow‘“. 

Ich las, was ich gerade geschrieben hatte. Und schämte mich ein bisschen dafür. Es kam mir vor, als würde ich 2025 von Grund auf unrecht tun – schließlich hatten wir schöne Reisen und Ausflüge gemacht, waren ausgegangen, haben Spaß gehabt. Und doch: Die Worte fühlten sich richtig an.

Ich fing an zu überlegen: Woher kam das Gefühl? Und aus all den Halbgedanken, die in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder aufgeblitzt waren, entstand eine Erkenntnis: Ich finde mein Leben mal wieder vollgestopft – mit Dingen, die mir nicht wirklich Freude machen oder von denen ich weiß, dass sie mir nicht gut tun. Mit schnödem Kram, aber auch mit schlechten Gewohnheiten, mit zu hohen Erwartungen und allerlei mehr.

Als ich mit dem Liebsten drüber sprach, sagte er gleich, ich könne ja meinen alten Blog reaktivieren (ja, es ist noch derselbe Liebste, der Mann, der hier über sein Auto geschrieben hat und hier über seine Handy-Apps). Grandiose Idee, oder?

Ich möchte mir mehr Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was ich tue und warum. Was mir gut tut. Und welche kleinen Dinge mein Leben eigentlich schöner machen und welche es nur vollstopfen.


Ich glaube, das wird toll. Weil es 2014 schon toll war. Weil ich damals so, so viel gelernt habe über mich selbst. Und weil ich einfach gern ganz genau hinschaue. Es macht mir Freude, winzige Details zu entdecken, die andere Menschen übersehen. Deshalb liebe ich es zu puzzeln. Deshalb beobachte mit Leidenschaft Vögel. Deshalb habe ich bei der Arbeit so viel Spaß daran, Probleme aufzuspüren und zu lösen, die vorher noch niemand auf dem Zettel hatte. Und deshalb freu ich mich drauf, in meinem eigenen Leben mal wieder ganz genau hinzuschauen.


Also dasselbe wie 2014 noch mal? Natürlich nicht, das wäre ja auch langweilig! Einiges wird anders: 

  • Wir bloggen hier jetzt zu zweit. Dass der Liebste ein mindestens so guter Ausmister ist wie ich, habe ich euch vor zehn Jahren schon erklärt. Daran hat sich nichts geändert. Tatsächlich legt er nicht nur ein beeindruckendes Tempo vor, sondern geht ebenso konsequent wie furchtlos gleich ein paar richtig schwierige Themen an (aber das lasse ich ihn lieber selbst erzählen). Und nicht zuletzt: Ohne ihn wäre ich nicht hier. Danke!
  • Manche Dinge haben eine spannende Geschichte. Manche nicht. Die spannenden Geschichten wollen wir hier erzählen. Alles, was sonst noch so weg kann, wird künftig nur noch dokumentiert: einmal pro Woche mit einer Liste namens #10dinge. Weil ich es mir – und euch – ersparen möchte, über billigen Modeschmuck und Gratis-Kugelschreiber zu schreiben. Mal ehrlich: Das war schon 2014 nicht immer die reine Wonne, oder? 
  • 2014 war das #daskannweg-Jahr. Ob wir auch 2026 das Jahr voll (bzw. leer) machen? Mal gucken. Ich möchte mich da jetzt noch nicht festlegen. Ich bin wieder hier, weil ich mehr Achtsamkeit, mehr Freude und mehr Leichtigkeit in meinem Leben möchte. Nicht weil ich total scharf bin auf mehr Verpflichtungen und mehr schlechtes Gewissen. Aus diesem Grund werden wir auch nicht täglich posten.

Wir freuen uns, wenn ihr Lust habt, uns bei unserer Reise zu begleiten.

Love,
Angie und Micha


Sonntag, 18. Dezember 2016

Sei kein Sparfuchs

Hoppla, das angekündigte "nächste Mal" hat nun doch länger gedauert als geplant ... Aber da bin ich wieder. Beim vorigen Mal habe ich über den billigen Staubsauger geschrieben, den ich besaß und über den ich mich immer wieder geärgert habe, weil er so schlecht saugte.

Um mal eine wunderbar abgegriffene Journalistenfloskel zu bemühen: Dieser Staubsauger ist kein Einzelfall. Ich musste in diesem Blog schon mehrmals zugeben, dass ich in die Sparfuchs-Falle getappt bin – beispielsweise beim schwarzweißen Pullover und beim pinken Badezimmervorleger.



Zielfixierung – so nennt der Management-Trainer Peter Brandl dieses Phänomen: Man ist so auf ein bestimmtes Ergebnis (in diesem Fall: etwas für wenig Geld kaufen) fixiert, dass Gefahren zunehmend ausgeblendet und am Ende völlig ignoriert werden. Brandl sagt: „Billig ist nicht immer besser! Und: Sie sind nicht zwangsläufig cleverer als alle anderen! Wenn Sie also das nächste Mal ein besonders günstiges Angebot sehen, fragen Sie sich umsichtig, warum die Offerte so verlockend ist.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ich weiß das alles. Und doch tappe ich immer wieder in die Sparfuchs-Falle. Shampoo im Doppelpack, zwei zum Preis von einem. Die Marke wollte ich eh mal ausprobieren. Und dann gibt's im Sale diese süßen Ballerinas, 30 Prozent reduziert. Sind zwar nicht mehr in meiner Größe da, aber eine Nummer kleiner passen sie eigentlich auch ... Oh, ein Fahrradkorb, für nur 10 Euro? Super, ich wollte mir eh einen kaufen.

Dann die Ernüchterung: Das neue Shampoo riecht nicht gut, und nun hab ich gleich zwei davon. Die süßen Ballerinas sind nüchtern betrachtet eben doch eine Nummer zu klein. Und dass der Fahrradkorb von Aldi nix taugt, hätte ich mir gleich denken können. Zum Glück gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für meine eigene Unbelehrbarkeit: „Rabatt-Aktionen bringen Kunden um den Verstand“, so heißt ein Artikel auf Welt.de. Darin steht, „dass allein der Anblick von großen Prozentzeichen vor dem Preis eines Produktes das Belohnungssystem im Hirn aktiviert“. Das wies ein Neurowissenschaftler in Versuchen nach. „Gleichzeitig habe sich die Aktivität im Bereich der Selbst- und Fehlerkontrolle verringert“, heißt es weiter. Bei einem Schnäppchen setzt also das logische Denken aus.

Trotzdem: Ich sollte es inzwischen eigentlich besser wissen. Ich sollte wissen, dass dieses Geld am falschen Ende gespart ist. Dass das ein fauler Kompromiss ist. Dass ich mich ärgern werde, und zwar ohne Ende. Darüber, dass der Kram nicht funktioniert, wie er soll. Und über mich selbst und meine eigene Sparfuchsigkeit. 

 Daher lautet meine goldene #daskannweg-Regel: Kauf niemals etwas, das günstig ist, wenn du weißt, für ein bisschen mehr Geld könntest du etwas Besseres bekommen (das setzt natürlich voraus, dass du dieses Geld hast). Und wenn es ein Schnäppchen gibt, über das du dich ärgerst: Wirf es weg und kauf dir was Gescheites.

Das gilt natürlich - ist ja schließlich gleich Weihnachten - auch für Geschenke. Ehe man anderen Leuten Schnäppchenschrott ins Haus schleppt, lieber gar nix schenken!