das kann weg
2014 habe ich mich jeden Tag von einem Gegenstand aus meinem Besitz getrennt. Das hat mein Leben ziemlich auf den Kopf gestellt und wirkt bis heute nach. Zwölf Jahre später trennen der Liebste und ich uns wieder von Kram – für mehr Freude und mehr Leichtigkeit im Leben.
Samstag, 25. April 2026
Die Stiefel der Schande
Dienstag, 7. April 2026
Fahrradnavi from Hell
2019 haben Angie und ich einen Fahrradurlaub gemacht, mit dem Rad durch die Lüneburger Heide und über den Weserradweg bis nach Wesel. Das Fahrradnavi war mit im Gepäck, die Navigationsfunktion habe ich damals aber nur selten genutzt – ich hatte das Gerät nur als elektronische Landkarte mit eingeblendeter Route dabei. Das hat gut funktioniert. Ich konnte die Routen vorher auf eine extra SD-Karte (nächster Zusatzinvest!) laden und dann dem farbig auf der Landkarte hinterlegen Weg folgen. Die benötigten GPX-Dateien für die Radwege, die wir gefahren sind, waren im Internet zu finden.
2021 waren wir dann mit dem Rad in Belgien unterwegs, von Brüssel nach Brügge. Dort gingen die Probleme los. Ich kann mich noch sehr gut an eine verregnete 70-Kilometer-Tour nach Gent erinnern. Irgendwann hatten wir keine Lust mehr, durch den Regen zu fahren. Die reguläre Strecke hätte uns sehr weit um Gent herumgeführt, damit man nicht so viel mit dem Fahrrad durch die Stadt musste. Wir entschieden, die Route zu verlassen und auf direktem Weg selber zum Hotel zu navigieren. Das Foto ist entstanden, als wir endlich angekommen sind.
Es stellte sich schnell heraus, dass das ein echt dumme Idee gewesen war. Es regnete in Strömen, und in Gent gab nicht wie im Rest von Belgien schöne Radwege, stattdessen nur Straßen mit vielen Autos und erstaunlich vielen Straßenbahnschienen. Und zu allem Überfluss fing der Akku des Navi an, besorgniserregende Ladestände anzuzeigen. Irgendwann ging das Gerät komplett aus. Mit einer Hand am Lenker und dem Handy mit Google Maps in der anderen kamen wir zwar irgendwie ans Ziel. Aber danach war klar: Der Akku hält keine Tagestour mehr aus.
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| Das Foto ist entstanden, als wir endlich angekommen waren. |
Danach lag das Fahrradnavi lange im Schrank, irgendwie war ich nicht bereit, es wegzuwerfen. Letztes Jahr habe ich wieder angefangen, mehr Fahrrad zu fahren, und wollte auch Strecken von Komoot nutzen (was mit der Handy-App jedes Mal den Handyakku leer saugt). Also habe ich mir ein neues Fahrradnavi gekauft, tatsächlich wieder ein Garmin, diesmal das Edge 1040.
Und was soll ich sagen: Die Dinger haben sich sehr positiv weiterentwickelt! Man kann Komoot-Tracks laden, externe Sensoren anbinden, zum Beispiel für Geschwindigkeit oder Trittfrequenz, oder – ganz neu für mich – die getretene Leistung messen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit und benutze es sehr gern. Letztes Jahr haben wir damit auch schon die erste Mehrtagestour absolviert, auf der Flamingoroute durch das Münsterland und die Niederlande.
Das alte Fahrradnavi kann damit weg und in den Elektroschrott.
Sonntag, 29. März 2026
Mein Auftritt als wandelnde Aldi-Litfaßsäule
Da sind wir wieder! Wir waren auf einem "trip down memory lane" – in Costa Rica, wo wir uns vor zwölf Jahren kennen gelernt haben. Und dachten uns, man muss hier im Blog ja nicht breittreten, dass unsere Wohnung drei Wochen leersteht ...
Schön war's jedenfalls. Aber danach brauchten wir erst mal etwas Zeit, um unseren Alltag auf die Reihe zu kriegen und wieder in den #daskannweg-Flow zu kommen.
Wie vor jeder Reise haben wir auch im Februar unsere Reisekiste aus dem Keller geholt: einen Karton voll mit Zeug, das man nur im Urlaub braucht. Und weil der Karton eine wahre #daskannweg-Schatzkiste war, haben wir vor Costa Rica noch schnell ein Reisespecial gemacht – #10dinge mit Reisebezug konnten weg. Darunter eine schon bedrohlich aufgeblähte Powerbank, ein Reiseadapter mit derart verbogenen Steckern, dass er sich der nur noch mit Gewalt in eine Steckdose stecken ließ, ein ziemlich peinlicher Fischerhut und Outdoorhandtuch Nummer fünf (Vermehren die sich eigentlich im dunklen Keller? Diese Frage bleibt wohl auf ewig unbeantwortet).Eine andere Art von #daskannweg-Tradition pflege ich beim Kofferpacken: Ich lege immer viel zu viele Dinge in eine Klappkiste – alles, wovon ich denke: Das könnte man vielleicht mitnehmen. Vorm Einpacken wird dann wieder ausgepackt. So lange, bis ich die Menge an Gepäck für akzeptabel halte.
In einer der Auspackrunden musste diesmal mein Regencape dran glauben: zu knallgelb zum Tiere-Beobachten, und vor allem: zu großes Packmaß. So ein robustes Cape braucht man vielleicht fürs Hamburger Regenradeln, aber doch sicher nicht in den Tropen, in der Trockenzeit. Als wir 2014, ebenfalls im Februar, in Costa Rica gewesen waren, hatte es schließlich kein bisschen geregnet.
Kurz vorm Zuklappen warf ich dann doch noch ein transparentblaues Einweg-Regencape in den Koffer, das ich ganz unten in der Reisekiste gefunden hatte – immerhin war es klein und leicht. Wo war das noch mal hergekommen? Keine Ahnung. Egal.
Selten habe ich mit einer Packentscheidung so danebengelegen. Denn diesmal regnete es in Costa Rica. Heftig. Anfangs dachten wir noch: besser ein kurzer Platzregen als den ganzen Tag Getröpfel. Doch dann drehte der Regen noch mal richtig auf – und dachte nicht dran aufzuhören. Es war höchste Zeit, das transparentblaue Einweg-Cape auszupacken.
Als ich es entfaltete, traute ich meinen Augen kaum. Auf der Brust prangten unter anderem ein Einkaufswagen, eine Gitarre, die Aufschrift "Dein Support Act" – und ein Aldi-Logo. Und dann fiel es mir wieder ein: Diese Capes hatte Aldi auf dem Deichbrand-Festival verteilt.Das Aldi-Cape kam ausgiebig zum Einsatz. Denn es regnete, mit einigen Unterbrechungen, vier Tage lang. Ich schämte mich, als wandelnde Aldi-Litfaßsäule rumzurennen, aber immerhin hielt mich die dünne Plastikhaut notdürftig trocken. Zwischendurch rieb ich das Cape notdürftig ab, drehte es auf links und damit den Aufdruck nach innen.
Das Cape ist in Costa Rica geblieben. Es hat seinen Job erledigt.
Aber irgendetwas sagt mir, dass die Geschichte der Reisekiste noch nicht zu Ende erzählt ist. Da wären beispielsweise die nagelneuen Schnorchelflossen, angeschafft nach einem atemberaubenden Schnorchelerlebnis auf Galapagos 2023. Sie hatten diesmal nicht in den Koffer geschafft, weil sie ziemlich sperrig sind und man auf Schnorchelausflügen meist kostenlos oder für kleines Geld Flossen leihen kann. Ob wir sie jemals benutzen werden? Fraglich. Aber momentan bringe ich es noch nicht übers Herz, sie auszusortieren – schließlich müsste ich mir dafür eingestehen, dass die Dinger ein Fehlkauf waren.
Was außer dem Regencape diese Woche weg konnte, erfahrt ihr hier:
Dienstag, 10. Februar 2026
Die Tasse aus der Vergangenheit
Als ich im September 2024 die BASF verließ, dachte ich darüber nach, dass ich eigentlich meinen ersten tollen LinkedIn-Post machen und das übliche Blabla schreiben müsste: wie schön es gewesen war, aber dass jetzt neue Herausforderungen warten und so weiter. Ihr kennt sie bestimmt alle.
Tatsächlich war der letzte Tag vollgepackt. Ich hatte Lieblingskuchen vom Café Blum organisiert (bester Kuchen in Mannheim), um meinen direkten Kollegen morgens in der Teamrunde eine letzte Freude zu machen. Und nachmittags viele liebe Kollegen, die ich in 18 Jahren Betriebszugehörigkeit kennen gelernt hatte, eingeladen, vorbeizuschauen und mit mir Kuchen zu essen. Ich war überwältigt, wie viele gekommen waren. Und dann war der Tag auch schon vorbei – es blieb ein Foto vom Einwerfen des Werksausweises, und das war's. Den LinkedIn-Post habe ich nie geschrieben. Um so seltsamer, jetzt noch mal über diesen Tag zu schreiben, nachdem ich über ein Jahr weg bin.
Die Tasse hatte ich irgendwann am Anfang meiner BASF-Zeit gekauft. Es gab sie im Zweierset, ich habe keine Ahnung, wo die andere hingekommen ist. Das Logo der BASF hat sich inzwischen geändert und auch meine Einstellung zu der Firma.
Und noch etwas ist anders: Damals, als ich die Tasse kaufte, war ich stolzer Mitarbeiter eines Dax-Konzerns, der auch zu Hause seine Zugehörigkeit zeigen wollte. Heute bin ich wieder stolzer Mitarbeiter, muss das aber in der Freizeit nicht ständig nach außen tragen. Mal im Firmenshirt laufen gehen ist okay, mehr muss nicht sein.Wir haben genug Tassen, und ich brauche keine Erinnerung an meine Arbeit, wenn ich am Wochenende gemütlich Kaffee trinken möchte, schon gar nicht an meinen Ex-Arbeitgeber. Also wanderte die Tasse nach dem Umzug nach Hamburg in den Keller.
Als wir die Küchenkiste aus dem Keller holten, wusste ich gar nicht mehr, was wir darin ausgelagert hatten. Aber als ich die Tasse sah, war mir sofort klar: Die kann weg!
Sonntag, 8. Februar 2026
Keller-Clean-up, Baby!
Alles, was du ein Jahr lang nicht benutzt hast, kann weg – das ist wohl einer der bekanntesten Ratschläge, wenn's ums Ausmisten geht. Höchste Zeit also, mal einen Blick in den Keller zu werfen. Und da stand sie: die Kiste mit den Küchensachen.
Unsere Küche in Mannheim hatte ein paar Schränke mehr gehabt als die in Hamburg. Als wir Ende 2023 umzogen und unsere Küchenschränke einräumten, bekamen wir einfach nicht alles unter. Und so packten wir einiges in eine Kiste und in den Keller.
Zum Beispiel den Kaffeefilter – er stammt aus der Zeit, in der der Liebste noch eine Kaffeepad-Maschine hatte. Wenn meine Eltern, echte Coffeeholics, zu Besuch kamen, brühten wir damit Kaffee für sie auf. Das Milchaufschäumgefäß ist eine Kaffeegeneration jünger – aus der Vollautomat-Ära, aber vor der Kaffee-nur-schwarz-Ära. Den Spätzlehobel kaufte ich, als ich Foodredakteurin war und über Spätzle aus dem Kühlregal die Nase rümpfte. Die Geschichte der BASF-Tasse erzählt der Liebste selbst. All diese Dinge sind Grüße aus unserer Vergangenheit, die in unserem heutigen Leben keine Bedeutung und keinen Nutzen mehr haben.
Auch die Plastikbecher, die Kühlakkus, die Schraubgläser, die Vorratsgläser und die Flaschen haben etwas gemeinsam: Wir hatten erheblich zu viele davon.
Überhaupt, Gefäße! Dosen und Gläser für Gewürze, Brot, Vorräte, selbst angesetzte Kräuteröle und mehr. Wann will man all das Zeug, das man darin aufbewahren könnte, kaufen oder herstellen? Wo soll man das alles lagern? Und wer soll das alles essen?
Nichts aus der Kellerkiste haben wir seit Ende 2023 vermisst. Einiges davon ging direkt in den Müll, manches in eine "Zu verschenken"-Kiste. Das Campinggeschirr darf zurück in den Keller, das brauchen wir nicht jeden Tag im Schnellzugriff.
Und immerhin eine Plastikbox mit Deckel haben wir aus dem Kellerexil befreit und ihr eine neue Bestimmung gegeben: In ihr lagern jetzt diverse Küchenhelfer vom Dosenöffner bis zum Salatbesteck. Irgendwas sagt mir allerdings, dass das noch nicht das Ende unserer Küchendingereise war ...
Dienstag, 3. Februar 2026
Gratis Inbusschlüssel - ein ungewolltes Geschenk
Oh nein, es ist mal wieder #daskannweg-Tag! Schnell mal in die Ablagefächer geguckt, und siehe da: gleich wieder was
gefunden.
Ihr habt bestimmt auch welche: Gratis-Inbusschlüssel. Sie
liegen Möbeln bei, damit man diese auch ohne eigenes Werkzeug
zusammenschrauben kann. Geprägt wurde die Idee durch Ikea, die Selbstaufbau-Möbel salonfähig gemacht haben. Sie legen immer ihren S-förmigen Inbusschlüssel
bei und haben damit einen Standard etabliert.
Wenn ich ein Möbel aufgebaut habe und neben der Verpackung so ein Inbusschlüssel rumliegt, denke ich jedes Mal: "Oh nein, den kann ich nicht wegschmeißen. Das ist wertvolles Metall, und auch die Herstellung hat Energie gekostet." Also lege ich ihn in meine Schublade, zum Wegwerfen ist er mir zu schade.
Aber wenn es dann mal was zum Schrauben gibt, hole ich nicht die billigen Inbusschlüssel aus der Schublade. Ich versuche auch nicht rauszufinden, ob einer von ihnen zur aktuellen Aufgabe passt. Denn ich habe ja eigenes Werkzeug, das viel höherwertiger ist. Wenn ich was zusammenschrauben muss, nutze ich das gern.
Somit liegen die Inbusschlüssel ungenutzt über Jahre herum. Mindestens zwölf Stück hatte ich zusammengetragen, die ich alle nie mehr benutzen werde. Über die verschwendeten Ressourcen und auch die zusätzlichen Kosten denken die Hersteller anscheinend nicht nach.
Andere Leute machen aus ihren Ikea-Werkzeugen sogar Kunst. Aber ein Bild aus Imbussschlüsseln brauche ich nicht, und eine andere sinnvolle Verwendung habe ich für sie leider nicht gefunden. Daher werden meine Inbusschlüssel entsorgt.
Und sonst so? Das hier:
Sonntag, 1. Februar 2026
Na dann prost!
Die Flaschen, die ihr auf diesem Bild seht, sind grob geschätzt 36 Jahre alt, zusammengerechnet. Wobei sich nicht mehr genau rekonstruieren lässt, wann der Wodka und der Pitú in unseren Besitz gelangt sind. Ich meine mich aber zu erinnern, dass ich sie schon hatte, bevor ich 2016 von Hamburg nach Mannheim gezogen bin. Der Wodka und der Pitú sind also schon ganz schön rumgekommen in ihrem Leben.
Anschließend verbrachten wir noch ein paar Tage in einem Boutiquehotel ein paar Kilometer weiter: "Bombay Bicycle Club", gerade mal sechs Zimmer, offenes Restaurant mit Dach aus Palmenbättern, einer dieser Orte, die Stress und Sorgen instant wegbeamen, und übrig bleiben nur noch Sonne, Meer und Tiefenentspannung.
Montag, 26. Januar 2026
Das zweite Leben einer alten Telefonzelle
Übers Bücher-Entsorgen habe ich ganz sicher schon mal geschrieben – auch wenn ich den Post gerade nicht mehr wiederfinde. All die klugen Gedanken anderer Leute einfach ins Altpapier werfen? Das kommt mir irgendwie falsch vor.
Die Rettung nahte in Form einer alten Telefonzelle. Telefonzellen konnten weg, als Handys aufkamen. Umso schöner, dass diese nun als "Kleine Bibliothek" ein zweites Leben lebt, zehn Minuten von unserer Wohnung entfernt.
Diese Woche trug ich eine Tasche voll alter Ratgeberbücher zu Karrierethemen dorthin. Ich mag den Gedanken, dass die Bücher, die bei mir im Regal standen, nun noch eine Chance haben, gelesen zu werden.
Was haltet ihr von öffentlichen Bücherschränken? Bringt ihr manchmal Bücher hin oder holt euch dort neuen Lesestoff?
Die Bücher waren natürlich nicht das einzige, was diese Woche weg konnte:
Sonntag, 25. Januar 2026
Ein Sturz ohne Folgen - bis jetzt
Im Dezember 2018 waren wir in Kambodscha. Es war ein schöner Urlaub, wir hatten schon Angkor Wat und eine Menge Tempel gesehen. Es war Zeit, das Hotel zu wechseln. Bisher war das Wetter uns hold gewesen, aber heute sollte es einen ordentlichen Regenguss geben.
Unser Zimmer lag im ersten Stock und hatte eine steile Treppen mit Terracottafliesen. Und auf dieser Treppe hatte sich ordentlich der Regen gesammelt. Ich wollte unser Gepäck runterbringen, damit es pünktlich am Abholort für den Transfer steht. Leider war die Kombination aus Vans-Schuhen ohne Profil und aufschwimmendem Wasser auf steiler Treppe sehr rutschig – und so kam es, wie es kommen musste: Ich rutschte schon oben an der Treppe aus und stürzte herunter (glücklicherweise auf dem Hintern).
Erster Gedanke: "Steißbein gebrochen." Zweiter Gedanke, beziehungsweise Feststellung: "Meine schöne, grüne North-Face-Jacke hat einen Riss am Ärmel." Aber nur einen kleinen.
Ich habe diese Jacke sehr gemocht. Sie hat eine schöne Farbe (zweimal grün), und ich fand immer, dass sie mir gut steht. In Kambodscha hatte sie anscheinend nicht so viele Einsätze, außer an dem einen Tag, an dem es geregnet hat. Es gibt kein Urlaubsfoto, auf dem ich sie trage. Daher hier nun ein Foto aus unserem Peru-Urlaub:
Dienstag, 20. Januar 2026
Handstaubsaugerliebe und -leid
Handstaubsauger gehören zu der Sorte Besitztümer, die ich 2014, zum Start des Blogs, vermutlich energisch für überflüssig erklärt hätte. Inzwischen, deutlich über 40, bin ich nicht nur älter, sondern auch weiser. Ich weiß, dass sich Krümel gern unter dem Esstisch sammeln und dass es nicht schadet, ab und an mal das Sofa abzusaugen oder im Winter, wenn man Splittsteine unter den Schuhen hatte, die Fußmatte.
Also entschied ich im Sommer 2024: Ein Handstaubsauger muss her! Nicht zuletzt übrigens wegen der Loblieder, die Nicole (die hier auch mal vertretungsweise gebloggt hat - Tag 57 bis Tag 73) auf ihren gesungen hat. Und so begann es: the Song of Handstaubsaugerliebe und -leid.
Nach intensiver Amazon-Recherche entschied ich mich für ein Modell der Marke Kitbezn. Von der hatte ich vorher zwar noch nie gehört, aber der Sauger war weder allzu billig noch allzu teuer - und hey: Die Bewertungen waren ziemlich begeistert!
Das Leid begann sofort, nachdem der Sauger, nennen wir ihn Kitty, bei uns eingezogen war. Der Liebste hasste, hasste, HASSTE ihn von der ersten Sekunde an, mit einer Inbrunst, die mich kalt erwischte. Er warf mir vor, "billigen Chinascheiß" gekauft zu haben - was ich energisch zurückwies (siehe oben). Er beklagte sich, dass ich Kitty ohne ihn ausgesucht hatte (fair, ich hatte sein Interesse an Handstaubsaugern offensichtlich unterschätzt). Und: Er fand Kitty laut. Jedes Mal, wenn ich etwas wegsaugte, durfte ich mir anhören, dass ein Modell von Bosch, Shark oder Rowenta ganz sicher nicht so einen Höllenlärm gemacht hätte.
Ich ging dazu über, nur noch dann zu handstaubsaugen, wenn der Liebste nicht zu Hause war. Das änderte allerdings nichts an einer beklagenswerten Tatsache: Der Liebste hatte recht.
Kittys Dröhnen, von Beginn an unangenehm, nahm nach einigen Monaten weiter zu. Im Herbst 2025 steigerte es sich zu einem ohrenbetäubendem Pfeifen, so unangenehm, dass ich den Betrieb beinahe gänzlich einstellte.
Ich war beinah erleichtert, als der Höllenlärm olfaktorische Begleitung bekam: Kitty begann, entschieden verbrannt zu riechen - eine Tatsache, die sein Schicksal besiegelte. Er fand sein Ende im Kleinelektrogeräte-Container.
Im Nachhinein war Kitty ganz klar ein Fehlkauf. Einer, an dem ich nur deswegen so lange festhielt, weil ich nicht zugeben wollte, dass der Liebste von Anfang an recht gehabt hatte.
Vorige Woche dann Kittys letzter Gruß aus der Gruft: Beim Herumkramen fiel mir sein Ladekabel in die Hände; es hatte sich ganz hinten in einer Schublade zusammengekringelt. Das konnte nun auch weg.
Inzwischen ist übrigens Kittys Nachfolger bei uns eingezogen. Der Neue, ausgesucht vom Liebsten höchstpersönlich, heißt Severin, saugt ohne Ohrenbetäubung und wird von beiden Mitgliedern des Haushalts gern und oft benutzt. So einfach kann Handstaubsaugerliebe sein.
Und sonst so? Das hier:










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