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Sonntag, 25. Januar 2026

Ein Sturz ohne Folgen - bis jetzt

Im Dezember 2018 waren wir in Kambodscha. Es war ein schöner Urlaub, wir hatten schon Angkor Wat und eine Menge Tempel gesehen. Es war Zeit, das Hotel zu wechseln. Bisher war das Wetter uns hold gewesen, aber heute sollte es einen ordentlichen Regenguss geben. 

Unser Zimmer lag im ersten Stock und hatte eine steile Treppen mit Terracottafliesen. Und auf dieser Treppe hatte sich ordentlich der Regen gesammelt. Ich wollte unser Gepäck runterbringen, damit es pünktlich am Abholort für den Transfer steht. Leider war die Kombination aus Vans-Schuhen ohne Profil und aufschwimmendem Wasser auf steiler Treppe sehr rutschig – und so kam es, wie es kommen musste: Ich rutschte schon oben an der Treppe aus und stürzte herunter (glücklicherweise auf dem Hintern). 

Erster Gedanke: "Steißbein gebrochen." Zweiter Gedanke, beziehungsweise Feststellung: "Meine schöne, grüne North-Face-Jacke hat einen Riss am Ärmel." Aber nur einen kleinen.

Ich habe diese Jacke sehr gemocht. Sie hat eine schöne Farbe (zweimal grün), und ich fand immer, dass sie mir gut steht. In Kambodscha hatte sie anscheinend nicht so viele Einsätze, außer an dem einen Tag, an dem es geregnet hat. Es gibt kein Urlaubsfoto, auf dem ich sie trage. Daher hier nun ein Foto aus unserem Peru-Urlaub:


Der Riss war immer so klein, dass ich dachte: "Den sieht doch keiner." Aber unangenehm war es mir schon, dass die Jacke einen Riss hat, und ich versuchte immer, das zu kaschieren. 

Der neue "das kann weg"-Anlauf hat mir jetzt bewusst gemacht: Die Jacke hat mir zehn Jahre gute Dienste geleistet, sie ist durch dem Riss seit Jahren nicht mehr 100-prozentig regendicht (Hauptfeature einer Outdoorjacke?!), und ich will nicht mit einer zerrissenen Jacke rumlaufen.

Daher kann sie – so leid es mir tut – weg.

Und sonst so? Das hier:
  

Samstag, 2. Juli 2016

The Kitchen Wars: Brotmaschine vs. Küchenrollenhalter

Der Küchenplaner bezeichnete unsere Küche als „ganz kleines L“. Und genau das ist sie auch. Zwischen Spüle, Herd und Kühlschrank gibt es zwei Stückchen Arbeitsplatte: eins ist einen Meter breit, eins 45 Zentimeter und dann geht es um die Ecke (L!) noch mal 30 Zentimeter weiter. Um diese wenige freie Fläche in der Küche finden in unserer ansonsten höchst harmonischen Wohn- und Lebensgemeinschaft gern mal erbitterte Verteilungskämpfe statt: Ich will immer alles in den Schrank räumen, damit wir beim Kochen möglichst viel Platz haben, der Liebste findet das unpraktisch und eventuell sogar einen Tick "Asperger", wie er gern sagt, wenn er mich so richtig ärgern will.

Nicht in den Schrank räumen möchte ich allerdings meine elektrische Brotschneidemaschine. Ich liebe gutes Brot, es gibt wenig, was mich glücklicher macht als eine Scheibe frisches Walnussbrot mit Avocado und mittelaltem Gouda, oder ein Kürbiskernbrot mit Baguettesalami ... hach! Und ich komme nun mal aus einer Brotmaschinenfamilie: Ich kann nicht ohne. Wenn ich es versuche, sieht das Ergebnis so aus:


Meine Brotmaschine gehörte mal meiner Oma, ich glaube, ich habe sie geerbt, als Oma damals ins Altersheim umzog - genau kann ich das nicht mehr rekonstruieren. Ihr Alter sieht man der Brotmaschine auch deutlich an: Ehemals weiß, ist sie nun vergilbt und hat allerlei klebrige Flecken, die sich nicht mehr abschrubben lassen. Weil der Fingerschutz fehlt, braucht man zum Schneiden von Brotresten Wagemut und Geschick. Aber: Sie funktioniert!

Der Liebste findet Brotmaschinen überflüssig (und minimalismusbeseelt wäre ich geneigt, ihm Recht zu geben, wäre da nicht meine brotmaschinenfamilienbedingte Unfähigkeit, Brot ohne Brotmaschine ... ihr wisst schon) - aber ganz besonders verhasst ist ihm mein vergilbtes Uralt-Exemplar.

Auch der Liebste hat einen Gegenstand mit in unsere Küche gebracht, der mir ein echter Dorn im Auge ist: einen blau angemalten hölzernen Küchenrollenständer. Warum um Himmels willen braucht man einen Küchenrollenständer, frage ich mich? Küchenrolle hat eine perfekte Säulenform, die ist unten flach und steht prima ohne Ständer. Und wenn ich die Küchenrolle zum Beispiel mal woanders brauche, muss ich sie erst aus dem Küchenrollenständer rausfummeln oder den Ständer mit herumtragen - beides nervt.

Nach monatelangem subtilem Geläster auf beiden Seiten schlug ich schließlich einen Kompromiss vor: Ich trenne mich von der Brotmaschine, wenn der Liebste sich vom Küchenrollenhalter trennt. Ich würde, so der Plan, lernen, wie man Brot auch ohne Brotmaschine so schneidet, dass eine Scheibe unten nicht dicker ist als oben.

Über dieses Friedensangebot musste der Liebste erst einmal nachdenken. Dann besuchten wir meine Eltern und er sah: deren Brotmaschine, edelstahlglänzend, unvergilbt, schön. Und der Liebste sprach: Eine solche Brotmaschine, edelstahlglänzend statt altersvergilbt, die würde er in unserem ganz kleinen L wohl akzeptieren. Sprach's und bestellte ohne langes Herumdiskutieren eine im Internet.

Ich handelte schnell noch aus, dass der Küchenrollenhalter auch bei Brotmaschinentausch weg muss. Und damit sind die Kitchen Wars im Hause #daskannweg beigelegt und sie und ihre neue, edelstahlglänzende Brotmaschine lebten glücklich und zufrieden ... und so weiter und so weiter.

Jackenliebe!

Die Zeiten, in denen ich mich in diesem Blog ohne ganz besondere, einzigartige Geschichte von einem einzelnen Gegenstand aus meinem Besitz trenne, sind vorbei. Eigentlich. Aber heute mache ich eine Ausnahme, denn die graue Winterjacke hat sich einen eigenen Eintrag wirklich verdient.


Ich weiß noch, wann ich sie gekauft habe: Es war Anfang 2008, Galeria Kaufhof am Hamburger Hauptbahnhof. Ich weiß noch, dass ich sie kurz vor einem Date gekauft hatte und damals darüber nachdachte, ob sie dem Date wohl gefallen würde. Die Antwort auf diese Frage ist nicht überliefert und davon abgesehen auch komplett irrelevant, nach zwei Dates sahen wir uns nie wieder. Der Beginn einer Liebesgeschichte war es allerdings: Jackenliebe!

Die graue Jacke ist von Vero Moda, nicht zu dick und nicht zu dünn und hat eine Kapuze. Sie ist weder regenabweisend noch atmungsaktiv, sondern aus ganz normalem Stoff. Werden solche Winterjacken heute überhaupt noch hergestellt? Außerdem ist sie - wer hätte das gedacht? - grau, graue Kleidungsstücke haben bei mir ja eh einen Bonus, und hat - und das ist wirklich etwas ganz Besonderes für mich! - KEINE zu langen Ärmel.

In den Jahren danach ergänzte ich meine Wintergarderobe nach und nach um eine grüne Winterjacke (stylischer!), einen grauen Wintermantel (schicker!) und eine rote Outdoorjacke mit ein- und ausknöpfbarem Winterfutter (regendicht!). Ein paar Winter lang trug ich die graue Winterjacke nur noch selten, aber sie behielt stets einen Platz in meinem Herzen.

Vorletzten Winter stellte ich fest, dass alte Jackenliebe nicht rostet. Die graue Jacke wurde erneut zu meiner Winteruniform - und das, obwohl sie damals schon das hatte, was man beim Ankauf von Gebrauchtwaren wohl "deutliche Gebrauchsspuren" nennt: An der Kapuze fehlten zwei Druckknöpfe, an den Ärmeln gab es abgewetzte Stellen.


Durch den Dauereinsatz in den letzten zwei Wintern wurde das natürlich nicht besser. Eine neue Jacke musste her, das war mir klar. Meine halbherzigen Kaufbemühungen hatten allerdings keinen Erfolg.

Ich habe die graue Jacke nun noch mal gewaschen, wollte sie in den Schrank räumen. Ich schaute sie an und dachte: All das wird sich niemals ändern. Du wirst sie lieben, du wirst sie tragen, und gleichzeitig wirst du dich schämen, weil du weißt, dass sie schäbig ist. Es gibt nur eine Möglichkeit, diesen Kreislauf zu durchbrechen: Die Jacke muss weg.

Liebe graue Jacke, es war schön mit dir. Aber nun hast du deinen Dienst getan. Ruhe im Jackenhimmel. Du kannst weg.

Sonntag, 7. Februar 2016

Der große #daskannweg-Umzugscountdown - KW 5

Nur noch sechs Wochen bis zum Umzug! Ein guter Grund, die #daskannweg-Aktivitäten zu intensivieren, fand ich diese Woche - und habe gleich mal Fakten geschaffen.

Weg konnten diese Woche Grafikkarte und Netzteil. Die Teile gehörten eigentlich dem Liebsten; er hatte sie mal hergebracht, um sie bei mir einzubauen - um dann festzustellen, dass sie auch nicht besser sind als das, was in meinem Rechner steckt. Seitdem stand das Zeug bei mir im Regal, uns beiden war klar, dass wir es nicht mehr brauchen würden, mit umziehen sollte es also nicht.

Wohin also damit? Da kamen wir die Klagen von Lieblingskollegin Liske in den Sinn: Ihr Rechner zuhause mache Zicken, kein Wunder bei der uralten Grafikkarte. Also fix Fotos gemacht, rübergeschickt und noch am selben Tag die Teile zum Freundschaftspreis übergeben. Moritz und Liske spielen nun Skyrim mit besserer Grafik und der Liebste und ich waren von dem Geld Essen - perfekt!



Außerdem angelaufen: die Aktion "Balkon aufräumen". Nach einem Winter draußen sieht der alte Grill noch erbärmlicher aus als ohnehin schon. Klar, dass der weg konnte - zumal ich im vorigen Jahr zum Geburtstag einen fabelhaften Lotus-Grill bekommen habe. Die Trennung vom kleinen Base-Grill fiel mir dagegen deutlich schwerer. Immerhin war dieser Grill das Beste an meinem Base-Handyvertrag, den ich seit Jahren immer wieder vergesse zu kündigen: Er heizt blitzschnell auf, zieht super durch und war beim Wettgrillen ungeschlagen. Auf diesem Grill haben wir beim Festival sogar schon Teewasser gekocht!

Ich hatte kurz darüber nachgedacht, ob ich versuchen soll, ihn zu verschenken - seine Qualitäten sind den Menschen in meinem Freundeskreis wohlbekannt. Aber nachdem ich das Foto gemacht hatte, wurde mir klar, dass ich das versiffte Ding keinem mehr anbieten kann. Also konnten beide Grills weg.


Über den größten #daskannweg-Erfolg der Woche konnten sich der Liebste und ich aber gestern freuen. Auf dem Weg vom Schuster raus aus dem Karstadt fiel der Blick auf ein paar Pfanne, und da die alten Pfannen induktionsherdbedingt eh weg sollten, haben wir genauer hingeschaut. Pfannentausch! Alte Pfanne hinbringen, neue mitnehmen, 10 Euro sparen. Galt auch für Töpfe. Und wir müssen uns nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, was wir mit den alten Pfannen machen sollen, wurden auch noch einen Topf los - und das Ergebnis dieser Einkaufstour steht gerade auf meinem Herd und gart einen Eintopf.


Montag, 22. Dezember 2014

Tag 356 - Das blaue T-Shirt

Ihr Lieben, ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Ich bitte um Nachsicht, dass die Dokumentation der #daskannwegs in letzter Zeit zu wünschen übrig ließ. Das blaue T-Shirt sei heute (23.12.) noch nachgereicht für den 22.12. - wie ihr seht, ist es schon ziemlich alt und verwaschen, es hat seine besten Tage lange hinter sich und kann weg.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Tag 351 - Das gestreifte Oberteil

Das gestreifte Oberteil hab ich aus einem richtig tollen Klamottenladen im Karoviertel: Cyroline. Da hab ich schon einige Lieblingsteile gekauft - für dieses hat es aber nie zu diesem Ehrentitel gereicht. Das Material - Rayon, Polyester und Spandex - fasst sich zwar schön weich an, hat aber schon beim ersten Tragen angefangen, Knötchen zu bilden. Außerdem ist es natürlich - typisch Kunstfaser - null atmungsaktiv.

Und wenn man die Sache mal ganz nüchtern betrachtet: Das Oberteil sieht verdammt nach Schlafanzug aus. Und wer will schon im Schlafanzug auf der Straße rumlaufen? Das Oberteil kann weg.

Montag, 15. Dezember 2014

Tag 349 - Der Modeschmuck

Passend zu diesen goldenen Creolen hatte ich mal einen Armreif. Den hab ich auf dem Flohmarkt verkauft und damals noch in meinem Schmuckkästchen nach den Ohrringen gekramt, um sie dem Mädel auch noch aufschwatzen zu können - vergebens. Da dachte ich, ich hätte sie wohl doch schon weggegeben. Jetzt sind sie mir wieder in die Hände gefallen. Ich mag nicht mal echten Goldschmuck (steht mir nicht), aber diese billigen Imitate aus Fake-Antikgold schon gar nicht. 

Überhaupt finde ich in den Ecken meiner Wohnung immer wieder schrottigen Modeschmuck: mädchenhafte Haarspangen oder billige Ohrringe. Ob sich das Zeug wohl heimlich in dunklen Schubladen vermehrt? Wie auch immer, es kann weg - und damit ist das Nest nun hoffentlich ausgerottet.

Samstag, 13. Dezember 2014

Tag 347 - Die rostige Teedose

In der Zeitschrift "Neon" gibt es eine Rubrik namens "Vom Leben gelernt". Nun, dazu hab ich auch etwas beizutragen: Teedosen sollte man zum Reinigen nicht in die Spülmaschine geben - sie rosten. Ist in diesem konkreten Fall aber zu verschmerzen: Ich bin ziemlich resistent gegen die Produktinnovationen der Teeindustrie und trinke immer dieselben paar Sorten, und für die habe ich mehr als genug Teedosen: Im Schrank stehen noch drei weitere leere. Die rostige Teedose kann also weg. 

Sonntag, 9. November 2014

Tag 313 - Der blaue Pullover mit roten Streifen

 
Ach! Da wird mir das Herz schwer. Es steht mal wieder ein Abschied von einem Lieblingskleiderstück an: vom blauen Pullover mit roten Streifen. Ich musste tatsächlich aufs Schild gucken, weil ich nicht mehr wusste, wo ich den mal gekauft hatte. Ist von Warehouse. Der Pullover hat super Farben, einen guten Ausschnitt, ist nicht zu warm und daher perfekt für den Winter im Büro und mit den goldenen Knöpfen is er genau das richtige Bisschen besonders.

Diese Meinung allerdings habe ich schon lange und habe den Pullover deshalb schon oft getragen.Er sieht schon ziemlich traurig aus, wie er da so fürs Foto auf dem Bügel hängt, ganz verbeult und aus der Form. Was man auf dem oberen Bild nicht sieht, sind die verkratzten Kmöpfe und das wirklich große Loch unter einem der Arme.

Das Loch schließlich war es auch, was sein Schicksal besiegelte. Schon lange hatte ich vor der Schäbigkeit des Pullovers die Augen verschlossen, weil ich ihn so gern hatte. Aber das Loch konnte ich nicht länger ignorieren. Und da ich weder gut noch gern noch schnell nähen kann, musste ich mir die Frage stellen: Lohnt es sich wirklich noch, diesen Pullover zu flicken? Die Antwort lautet Nein.


Es gibt ein Wort, das in diesem Zusammenhäng eigentlich eher für Kuscheltiere benutzt wird: abgeliebt. Ja, abgeliebt - das ist dieser Pullover. Ich hab ihn lange gern getragen, aber jetzt ist er nicht mehr schön und kann weg.





Donnerstag, 6. November 2014

Tag 310 - Das T-Shirt mit Pailetten

Der Vorrat an komischen Oberteilen in meinem Kleiderschrank ist einfach unerschöpflich. Glaubt ihr nicht? Dann liefere ich heute einen neuen Beweis: dieses T-Shirt mit Pailetten drauf. Das T-Shirt ist von Rich & Royal und war mal ziemlich teuer, 70 Euro oder so. Ich hatte damals eine Pailetten-Phase und wollte es unbedingt haben.

Leider stellte ich fest, dass nach einigen Wäschen die Pailetten abzufallen begannen. Ich hab das eine Zeit lang hingenommen, aber irgendwann nervte es mich, dass überall in meiner Wohnung türkise und silberne Pailetten herumlagen, wenn ich das T-Shirt aus der Waschmaschine geholt hatte. Ganz abgesehen davon, dass das T-Shirt natürlich nicht schöner wurde dadurch, dass immer mehr Pailetten abfielen ...

Das T-Shirt wurde daher vor kurzem bei einer Kleiderschrank-Betrachtung dem Liebsten vorgestellt. Soll es weg? Und der Liebste hatte eine ziemlich clevere Idee: Wenn ich alle Pailetten entfernen würde, würde das T-Shirt sicher besser aussehen, nicht so gerupft (Der Liebste ist kein Pailetten-Fan, womöglich mag diese Tatsache seinen Rat beeinflusst haben - aber das nur am Rande).

Ich also, beim Fernsehen, mit dem T-Shirt auf dem Schoß und dem Mülleimer griffbereit, knibbele fleißig Pailetten ab. Und stelle fest: Das geht gar nicht mal so leicht wie gedacht! Vor allem die gelben Pailetten wehren sich hartnäckig gegen die Abknibbelung. Nach einer Folge NCIS gebe ich genervt auf: keine Lust mehr.

Daraufhin hatte der Liebste eine noch cleverere Idee: "Dann schmeiß es weg." Im ersten Moment war ich dagegen: Ich hatte doch gerade so viel Zeit und Mühe investiert, da konnte ich doch jetzt nicht einfach aufgeben! Dann fiel mir auf: Ich gehe gerade einem psychologischen Phänomen auf den Leim, das einen tollen Namen hat, der mir leider nicht mehr einfällt. Es geht darum, dass Menschen immer weitermachen mit Dingen, die ihnen nicht gut tun - einfach weil sie schon so viel Zeit und Mühe investiert haben. Also machen sie weiter, investieren noch mehr Zeit und Mühe, erreichen nichts als Frust, fühlen sich noch mehr verpflichtet dranzubleiben ... ihr ahnt, wie es weitergeht. Um aus so einer Falle wieder rauszukommen, hilft nur eins: loslassen. Genau das tu ich jetzt: Das T-Shirt kann weg.

Dienstag, 4. November 2014

Tag 308 - Die verwaschenen T-Shirts

Schwarze T-Shirts machen im Laufe der Jahre - und im Laufe vieler Wäschen - einen bemerkenswerten Farbwechsel durch. Das einst sehr hübsche schwarze Shirt von promod (ich mochte immer vor allem den Ausschnitt mit den Raffungen und die kleinen Ärmel) hat inzwischen eine leicht grünliche Färbung angenommen. Das einst schwarze T-Shirt mit den Rauten hingegen, 2007 in Thailand gekauft, hat sich eher zu einem Anthrazit ausgewaschen. Schön ist beides nicht.

Vielleicht hätte sich der Effekt durch brave Verwendung von Color-Waschmittel - es gibt ja sogar Waschmittel speziell für schwarze Wäsche - verhindern oder zumindest verzögern lassen. In meinem Ein-Personen-Haushalt gibt es aber gar nicht so viele schwarze Kleidungsstücke, dass ich damit regelmäßig eine Waschmaschine füllen könnte. Was es ebenfalls nicht gibt: einen Bedarf für ausgewaschene T-Shirts. Die können weg.

Dienstag, 28. Oktober 2014

Tag 301 - Das blaue Longsleeve

Das blaue Longsleeve ist von promod - deren Basics sind oft aus dünnem, weichen Material, das sich gut anfühlt, wenn man sie anzieht. Das gilt auch für dieses Longsleeve. Dieses schöne Material geht aber leider leicht kaputt, und so hat auch dieses Oberteil inzwischen ein großes und ein kleines Loch. 

Sicher wäre es nachhaltig, es zu flicken, aber erstens sind meine Nähkünste - trotz täglichem Umgang mit diversen Nähkünstlerinnen - wahnsinnig überschaubar und zweitens mag ich nicht gern Geflicktes anziehen. Ich würd es vielleicht tun, wenn das blaue Longsleeve ein Lieblingsteil wäre. Ist es aber nicht. Dieser transparente Rand am Ausschnitt ist nicht mein Fall. Das Longsleeve kann weg.

Samstag, 11. Oktober 2014

Tag 284 - Der rote Duschvorhang

Ausmisten, entrümpeln, aussortieren, das hat immer auch was mit Arbeit zu tun. Es kostet Zeit und Mühe, das alte Zeug loszuwerden und, falls nötig, durch neues Zeug zu ersetzen. Dazu muss man sich erst mal aufraffen, und oft genug denkt man: Ach, das geht schon noch so. 

So ging es mir mit meinem Duschvorhang. Als ich 2007 hier einzog, übernahm ich den Duschvorhang von meiner Vormieterin. Er ist von Ikea, hat einen leicht pinken Rotton, und ich fand ihn immer voll in Ordnung.

Es lässt sich allerdings nicht verhehlen, dass die Jahre ihm etwas zugesetzt haben. Das ist normal für Duschvorhänge, die sich in einem feuchten Milieu wohlfühlen und nie in den Genuss liebevoller Pflege kommen. Als ich voriges Jahr im Herbst bei Ikea war, kaufte ich einen neuen Duschvorhang, den blauen Bruder des roten, und legte ihn in meine Abstellkammer. Ein Jahr lang konnte ich mich nicht aufraffen, den alten abzunehmen und den neuen anzubringen.

Der rote Duschvorhang ist nämlich nicht schlimm gammelig oder so, nicht auf die unhygienische Art. Wenn man ihn so anschaut, sieht er für seine wahrscheinlich acht Jahre noch erstaunlich gut aus. Schaut man aber genauer hin, als man einen Duschvorhang gemeinhin anschaut, sieht man am unteren Rand, wo der Duschvorhang in die Badewanne hängt, weiße Kalk- und schwarze Stockflecken. Ich hab das auch fotografiert, aber als ich das Foto auch dem Bildschirm hatte, fand ich, ich sollte es euch lieber nicht zeigen - zu unappetitlich.

Heute Morgen hab ich mich aufgerafft. Ich hab den neuen blauen Duschvorhang ausgepackt und die Ringe eingehakt. Ich hab den alten roten Duschvorhang abgenommen, auf den Boden gelegt, den neuen draufgelegt und ihn mit einer Schere auf dieselbe Länge abgeschnitten. Dann hab ich den neuen Duschvorhang im Bad angebracht. Alles in allem hat die Sache keine Viertelstunde gedauert. Warum genau hab ich das eigentlich ein Jahr vor mir hergeschoben? 

Und der rote Duschvorhang mit den Kalk- und Stockflecken? Der kann weg.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Tag 278 - Das große Holzbrett

Als ich die große Schneidebrettchen-Inventur machte, war dieses nie dabei. Mit 63 mal 29 Zentimetern ist es einfach zu groß, als dass man von einem Schneidebrettchen sprechen könnte.

Es stand immer treu und brav hinter dem Weinregal, das am Mittwoch dran glauben musste. Das Weinregal ist jetzt weg (und die Rumpelecke sieht SO viel besser aus nun!) und beim Aufräumen fiel mir das große Holzbrett in die Hände. Und ich dachte: Nanu, das klebt ja ganz komisch.

Warum es klebt, weiß ich auch nicht so recht. Vermutlich ist es die typische Patina, die nach jahrelangem Aufenthalt in einer Küche mit allen Küchendünsten, gepaart mit langen Perioden der Nicht-Nutzung (und folglich Nicht-Abwaschung) entsteht. Aber was auch immer es genau war, was da klebte: Ich wollte, dass es aufhört.

Also hab ich das Holzbrett geschrubbt, mit sehr heißem Wasser mit nem Schwamm und sogar mit nem Topfreiniger aus Edelstahl. Es klebt immer noch. Auf so ein klebriges Brett mag ich kein Essen legen. Daher kann das Holzbrett weg.

Samstag, 4. Oktober 2014

Tag 277 - Die schwarze Kulturtasche

Je mehr Kram man hat, desto mehr Behältnisse braucht man, um ihn unterzubringen - diese Erkenntnis hatte ich schon im Mai. Aber wisst ihr was? Das ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte lautet: Je mehr Behältnisse man hat, desto mehr Kram sammelt man darin an. Daher: Weg mit den Sammelbehältnissen! 

In meinem Bad beispielsweise befindet sich eine große schwarze Kulturtasche. Die ist schon recht alt und innen kaputt. Und vor allem ist sie vollgestopft mit allerlei fragwürdigem Kram: verschiedenste Reisegrößen und Reise-Beautyutensilien und natürlich nach wie vor einer größeren Menge der gefürchteten Pröbchen. Zum Verreisen benutze ich sie nicht - natürlich nicht. Denn erstens habe ich noch zwei andere Kulturtaschen, die deutlich schöner und praktischer sind. Und zweitens, wenn ich damit verreisen wollte, müsste ich sie ja vorher leer räumen - und wo soll ich dann hin mit dem fragwürdigen Kram?

Die schwarze Kulturtasche kann weg. Ihren Inhalt hab ich auf meinen Tisch gekippt und werd ihn mir mal kritisch vornehmen. Da ist sicher auch noch das eine oder andere dabei, was diese Wohnung demnächst verlassen könnte ...

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Tag 274 - Das Weinregal

Ich war schon immer ein ordentlicher Mensch, und diese Tatsache plus 274 Tage #daskannweg sollten eigentlich längst der letzten Rumpelecke in meiner Wohnung den Garaus gemacht haben. Stimmt aber nicht, denn da ist noch die Ecke mit dem Weinregal, zwischen dem Tiefkühlschrank und dem Raumteiler-Regal, auf dem der Fernseher steht: immer vollgestellt mit Kram, für den in der Ecke eigentlich zu wenig Platz ist. 

Ich bin auf keinen Fall eine Weinkennerin. Nichts gegen ein Glas Wein, aber an den meisten Tagen trinke ich lieber Bier. Oder Tee. Und der Wust an Weinwissen, den man sich auf dem Weg zur Weinkennerin draufschaffen muss, hat jegliche Ambition in diese Richtung im Keim erstickt. Mein Weinregal ist nur halb gefüllt mit irgendwelchem Wein: zwei Flaschen Rotwein, zwei Flaschen Weißwein, eine Flasche Rosé. Mindestens drei der Flaschen wurden ziemlich sicher mal von irgendwem mitgebracht, eine war mal ein Geschenk und ist wahrscheinlich mehr wert als die anderen, was dazu führt, dass ich sie seit Jahren für einen "besonderen Anlass" aufbewahre. Wahrscheinlich ist der Wein inzwischen zu Essig geworden. Außerdem lagern auf dem Weinregal eine Thermoskanne und eine leere Flasche, die als Trinkflasche für unterwegs dient.

Und dann ist da noch das Weinregal selbst, eine leicht angegilbte, zusammenklappbare Ikea-Scheußlichkeit. Nicht schön, aber Weinflaschen müssen nun mal liegend gelagert werden, das weiß jeder, der schon mal irgendwo was über Wein gehört hat! Müssen sie das wirklich, frage ich mich? Auch wenn sie maximal fünf Euro gekostet haben und vermutlich weder vom Rumstehen noch vom Rumliegen besser werden? Ich werde es herausfinden. Denn das Weinregal kann weg.

Montag, 29. September 2014

Tag 272 - Die Geschirrtücher

Ich höre immer wieder, dass meine Postings manchmal einen "Me, too"-Effekt bei den Leuten auslösen: Sie lesen, was ich ausrangiere, und denken sich, "Ach ja, das ist bei mir genauso, sowas hab ich auch rumliegen", gehen nach Hause und werfen es raus.

Das heute könnte so ein Posting sein. Denn ganz ehrlich, haben wir nicht alle ein paar schäbige Geschirrtücher im Schrank? Solche mit Flecken, die nicht mehr rausgehen, mit Löchern und halb aufgetrennten Säumen? Natürlich "gehen die noch". Irgendwie. Aber will ich wirklich mein sauberes Geschirr mit etwas abwischen, das selbst nicht mehr richtig sauber wird? Mal abgesehen davon, dass ich 13 Geschirrtücher habe - UND eine Spülmaschine.

Die schäbigsten zwei habe ich jetzt mal aussortiert. Sie können weg.

Sonntag, 14. September 2014

Tag 257 - Der lange schwarze Rock

Erinnert ihr euch an den schwarzen Mogul-Pullover? In meinem Kleiderschrank gibt es tatsächlich ein Kleidungsstück, das NOCH älter ist als dieser Pullover: den langen schwarzen Rock. Ich schätze, dass ich den seit Mitte der 90er habe.

Der Rock war zwischenzeitlich mal in meiner LARP-Kiste und machte dann eine zweite Karriere als gemütlicher Hausrock für Aufm-Sofa-Rumhängen. Inzwischen ist er aber völlig ausgeleiert und hat offene Nähte. Der Rock kann weg.

Mittwoch, 27. August 2014

Tag 237 - Das Malerzuhör

Ich hab ja gesagt, dass ich nie wieder freiwillig allein eine Wand streichen werde. Und dazu steh ich auch weiterhin. Deshalb ist es nur konsequent, dass ich nach der Wandfarbe nun auch das restliche Malerzubehör loswerde, das aus unerfindlichen Gründen bis heute in meinem Kabuff überlebt hat: einen farbverklecksten Eimer, ein farbverkleckstes altes T-Shirt, Abdeckplane, eine Pinselablage, ein von Farbe steifer Pinsel und zwei Rollen (eine bereits als Requisit bei der Wandfarbe bekannt). Das Zeug kann weg und wird so, wie es ist, in den Müll verfrachtet.

Die Wandfarbe ist übrigens immer noch in meinem Besitz und wartet auf einen neuen Eigentümer. Da man sowas auch auf dem Flohmarkt nicht los wird, rufe ich jetzt hier noch mal Freiwillige dazu auf, sich zu melden. Wenn sich niemand findet, stelle ich den Eimer auf bewährte Weise mit "Zu verschenken"-Schild zu den Netto-Einkaufswagen.

Donnerstag, 14. August 2014

Tag 224 - Die Unterwäsche

Auch wenn ich hier recht viel von meinem Privatleben preisgebe, möchte ich meine olle Unterwäsche nicht als Anschauungsmaterial für Unterwäsche-Fetischisten benutzt wissen. Daher muss dieses Foto von einer Unterwäsche-gefüllten Plastiktüte reichen.

Glaubt mir: Ihr verpasst nicht viel. Die vergebenen Labels ("Altes", "Schäbiges") sprechen für sich. Die Unterwäsche kann weg.