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Samstag, 25. April 2026

Die Stiefel der Schande

Seit mindestens einem Jahr suche ich online immer mal wieder nach grauen Stiefeletten. Absätze zu hoch, nicht meine Größe, komische Bommeln, affige Schnallen, zu warm gefüttert, zu sehr Cowboy -irgendwas war immer. 

Doch dann klickte ich Ende März mal wieder im Internet herum, und da waren sie plötzlich, in einem Shop namens Fjorden Mode Berlin: genau die grauen Stiefeletten, von denen ich immer geträumt hatte. Für gerade mal 59 Euro, im Final Sale. 

Von Fjorden Mode hatte ich noch nie gehört, trotzdem überlegte ich nicht lange und bestellte. Gleich danach kam eine nette Mail; die Absenderin, sie hatte nur einen Vornamen, teilte mir mit, dass es ein paar Tage dauern werde, bis meine Bestellung bei mir sei. Als die Stiefeletten zehn Tage später immer noch nicht da waren, klickte ich auf den Trackinglink in der Bestellbestätigung. Und stellte fest: Die Sachen kommen per JunExpress - das klingt chinesisch und ist es auch. 

Denn: Fjorden Mode Berlin, dieser Shop, der die deutsche Hauptstadt im Namen trägt und auf dessen Website in dicken Lettern "Ihr Mode-Hotspot in Deutschland" steht, dieser Shop sitzt in Hongkong. Das steht sogar auf deren Website, natürlich ganz klein und ganz unten, aber ich hätte es lesen können, wenn ich nicht blind gewesen wäre vor lauter Stiefeletten-Vorfreude.

Die war nun deutlich getrübt. Und als das Paket endlich da war, war alles genau wie befürchtet. Die Stiefeletten stanken unerträglich nach Chemie, etwas zu groß waren sie mir außerdem. Das T-Shirt, das ich mitbestellt hatte, war aus Synthetikstoff und hatte eine entschieden seltsame Passform. Ich hatte mir billigen, stinkenden Chinaschrott bestellt. Die Rücksendung nach Hongkong hätte ich selbst bezahlen müssen. Pakete bis fünf Kilo kosten bei DHL 45,99 Euro Versandgebühr. 

Wenn ich nicht so blind gewesen wäre vor lauter Stiefeletten-Vorfreude, hätte ich die Wahrheit über Fjorden Mode vor der Bestellung schnell herausfinden können. Bei Trustpilot hatte der Shop zum Zeitpunkt meiner Bestellung die sagenhafte Bewertung von 2,0. Außerdem sind online mehrere Artikel, unter anderem dieser von der Tagesschau, über Fjorden Mode und andere betrügerische Shops zu finden. 

Ich kam mir ziemlich dämlich vor, war aber noch nicht ganz bereit aufzugeben. Ich stellte die Stiefeletten ein paar Tage auf dem Balkon, in der Hoffnung, dass der Geruch verfliegt. Dann trug ich sie einen Tag im Büro. Sie waren nicht besonders bequem, viel schlimmer aber war der Gestank. Ich bekam Kopfschmerzen davon; in meinem Büro hielt ich es nur aus, wenn ich das Fenster öffnete. 

Eine Kollegin bewunderte die Stiefeletten zuerst. Als ich ihr die ganze Tragödie erzählte, sagte sie: Stimmt, jetzt rieche ich es auch. Sie verwies auf Chrom VI, einen Stoff, der zum Gerben von Leder verwendet wird und der ein starkes Kontaktallergen ist. Prompt fingen meine Beine an zu jucken. Psychosomatisch? Vielleicht. 

An diesem Tag ging ich früher nach Hause. Ich schleuderte die Stinkedinger von den Füßen und rubbelte meine Beine ab. Ich dachte kurz darüber nach, die Stiefeletten über Vinted zu verhökern. Aber das käme mir unredlich vor. Die 59 Euro sind Lehrgeld, und die Stiefel der Schande gehen dahin, wo Chinaschrott hingehört: in die Mülltonne.

Fjorden Mode kann man über die Google-Suche übrigens noch auffinden. Wer auf das Suchergebnis klickt, landet aber auf Leon Boutique Berlin. Die Firma, die dahintersteckt, ist dieselbe wie bei Fjorden Mode. Sie sitzt, na klar: in Hongkong.

Dienstag, 7. April 2026

Fahrradnavi from Hell

Ursprünglich hatte ich mir das Fahrradnavi, ein Garmin Oregon 750 mit Farbdisplay, zum Geocachen gekauft. Mit der Bedienung war ich von Anfang an nicht zufrieden. Außerdem habe ich erst später verstanden, dass bei dem Gerät keine Karten dabei waren. Ich musste zusätzlich zu dem hohen Anschaffungspreis – fast 500 Euro – noch mal, glaube ich, über 100 Euro ausgeben, um eine vernünftige Karte zum Navigieren zu haben. Das fand ich schon sehr ärgerlich. Aber ich habe in dem Moment lieber noch mal etwas nachinvestiert, als mir einzugestehen, dass das Gerät vielleicht nicht so gut war oder nicht das Richtige für mich.

2019 haben Angie und ich einen Fahrradurlaub gemacht, mit dem Rad durch die Lüneburger Heide und über den Weserradweg bis nach Wesel. Das Fahrradnavi war mit im Gepäck, die Navigationsfunktion habe ich damals aber nur selten genutzt – ich hatte das Gerät nur als elektronische Landkarte mit eingeblendeter Route dabei. Das hat gut funktioniert. Ich konnte die Routen vorher auf eine extra SD-Karte (nächster Zusatzinvest!) laden und dann dem farbig auf der Landkarte hinterlegen Weg folgen. Die benötigten GPX-Dateien für die Radwege, die wir gefahren sind, waren im Internet zu finden.

2021 waren wir dann mit dem Rad in Belgien unterwegs, von Brüssel nach Brügge. Dort gingen die Probleme los. Ich kann mich noch sehr gut an eine verregnete 70-Kilometer-Tour nach Gent erinnern. Irgendwann hatten wir keine Lust mehr, durch den Regen zu fahren. Die reguläre Strecke hätte uns sehr weit um Gent herumgeführt, damit man nicht so viel mit dem Fahrrad durch die Stadt musste. Wir entschieden, die Route zu verlassen und auf direktem Weg selber zum Hotel zu navigieren. Das Foto ist entstanden, als wir endlich angekommen sind.

Es stellte sich schnell heraus, dass das ein echt dumme Idee gewesen war. Es regnete in Strömen, und in Gent gab nicht wie im Rest von Belgien schöne Radwege, stattdessen nur Straßen mit vielen Autos und erstaunlich vielen Straßenbahnschienen. Und zu allem Überfluss fing der Akku des Navi an, besorgniserregende Ladestände anzuzeigen. Irgendwann ging das Gerät komplett aus. Mit einer Hand am Lenker und dem Handy mit Google Maps in der anderen kamen wir zwar irgendwie ans Ziel. Aber danach war klar: Der Akku hält keine Tagestour mehr aus.
Das Foto ist entstanden, als wir endlich angekommen waren.
2023 habe ich noch versucht, das Gerät zu retten, und einen neuen Akku gekauft. Damals war das Navi schon so alt, dass es den Ersatzakku nur auf dem Zweitmarkt gab, nicht mehr als offizielles Ersatzteil. Die Probleme löste der neue Akku nicht.
Danach lag das Fahrradnavi lange im Schrank, irgendwie war ich nicht bereit, es wegzuwerfen. Letztes Jahr habe ich wieder angefangen, mehr Fahrrad zu fahren, und wollte auch Strecken von Komoot nutzen (was mit der Handy-App jedes Mal den Handyakku leer saugt). Also habe ich mir ein neues Fahrradnavi gekauft, tatsächlich wieder ein Garmin, diesmal das Edge 1040.

Und was soll ich sagen: Die Dinger haben sich sehr positiv weiterentwickelt! Man kann Komoot-Tracks laden, externe Sensoren anbinden, zum Beispiel für Geschwindigkeit oder Trittfrequenz, oder – ganz neu für mich – die getretene Leistung messen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit und benutze es sehr gern. Letztes Jahr haben wir damit auch schon die erste Mehrtagestour absolviert, auf der Flamingoroute durch das Münsterland und die Niederlande.

Das alte Fahrradnavi kann damit weg und in den Elektroschrott.

Dienstag, 20. Januar 2026

Handstaubsaugerliebe und -leid

Handstaubsauger gehören zu der Sorte Besitztümer, die ich 2014, zum Start des Blogs, vermutlich  energisch für überflüssig erklärt hätte. Inzwischen, deutlich über 40, bin ich nicht nur älter, sondern auch weiser. Ich weiß, dass sich Krümel gern unter dem Esstisch sammeln und dass es nicht schadet, ab und an mal das Sofa abzusaugen oder im Winter, wenn man Splittsteine unter den Schuhen hatte, die Fußmatte.

Also entschied ich im Sommer 2024: Ein Handstaubsauger muss her! Nicht zuletzt übrigens wegen der Loblieder, die Nicole (die hier auch mal vertretungsweise gebloggt hat - Tag 57 bis Tag 73) auf ihren gesungen hat. Und so begann es: the Song of Handstaubsaugerliebe und -leid. 

Nach intensiver Amazon-Recherche entschied ich mich für ein Modell der Marke Kitbezn. Von der hatte ich vorher zwar noch nie gehört, aber der Sauger war weder allzu billig noch allzu teuer - und hey: Die Bewertungen waren ziemlich begeistert!

Das Leid begann sofort, nachdem der Sauger, nennen wir ihn Kitty, bei uns eingezogen war. Der Liebste hasste, hasste, HASSTE ihn von der ersten Sekunde an, mit einer Inbrunst, die mich kalt erwischte. Er warf mir vor, "billigen Chinascheiß" gekauft zu haben - was ich energisch zurückwies (siehe oben). Er beklagte sich, dass ich Kitty ohne ihn ausgesucht hatte (fair, ich hatte sein Interesse an Handstaubsaugern offensichtlich unterschätzt). Und: Er fand Kitty laut. Jedes Mal, wenn ich etwas wegsaugte, durfte ich mir anhören, dass ein Modell von Bosch, Shark oder Rowenta ganz sicher nicht so einen Höllenlärm gemacht hätte.

Ich ging dazu über, nur noch dann zu handstaubsaugen, wenn der Liebste nicht zu Hause war. Das änderte allerdings nichts an einer beklagenswerten Tatsache: Der Liebste hatte recht.

Kittys Dröhnen, von Beginn an unangenehm, nahm nach einigen Monaten weiter zu. Im Herbst 2025 steigerte es sich zu einem ohrenbetäubendem Pfeifen, so unangenehm, dass ich den Betrieb beinahe gänzlich einstellte.

Ich war beinah erleichtert, als der Höllenlärm olfaktorische Begleitung bekam: Kitty begann, entschieden verbrannt zu riechen - eine Tatsache, die sein Schicksal besiegelte. Er fand sein Ende im Kleinelektrogeräte-Container.

Im Nachhinein war Kitty ganz klar ein Fehlkauf. Einer, an dem ich nur deswegen so lange festhielt, weil ich nicht zugeben wollte, dass der Liebste von Anfang an recht gehabt hatte.

Vorige Woche dann Kittys letzter Gruß aus der Gruft: Beim Herumkramen fiel mir sein Ladekabel in die Hände; es hatte sich ganz hinten in einer Schublade zusammengekringelt. Das konnte nun auch weg.

Inzwischen ist übrigens Kittys Nachfolger bei uns eingezogen. Der Neue, ausgesucht vom Liebsten höchstpersönlich, heißt Severin, saugt ohne Ohrenbetäubung und wird von beiden Mitgliedern des Haushalts gern und oft benutzt. So einfach kann Handstaubsaugerliebe sein.

Und sonst so? Das hier:

Sonntag, 4. September 2016

Von beutellos unglücklich zu beutellos glücklich

Der Liebste und ich, wir hatten jeder einen Staubsauger, als wir beschlossen zusammenzuziehen. Er einen älteren Markenstaubsauger mit immervollem Beutel, aber richtig viel Watt (saugstark!). Ich so ein modernes Teil, beutellos, aber ein bisschen schwach auf der Brust.

Und weil der Liebste, wer regelmäßig hier liest, weiß es längst, inzwischen ein besserer Ausmister ist als ich, hatten wir nur noch einen Staubsauger, als wir dann tatsächlich zusammenzogen: Er hatte seinen an einen Kollegen in Nöten (Trennung! Besitzstandaufteilung! Staubsaugerverlust!) verschenkt.

Das ärgerte mich im Nachhinein ein wenig. Denn auch wenn ich gern über das Staubsaugerbeutelproblem gelästert hatte (diverse ergebnislose Besuche im Laden, weil kein passender Beutel zu finden war oder Unklarheit herrschte, welcher passt): Meinen Staubsauger hatte ich heimlich schon in die Fehlkauf-Schublade gesteckt.

Nun musste er es also richten. Tat er aber nicht. Nach dem Saugen war die Wohnung gefühlt noch genauso staubig wie vorher. Wir gingen schnell dazu über, stattdessen mit dem Besen durchzufegen - stört ja auch die Nachbarn nicht so und man kann nebenbei dabei Fernsehenhören ...

Richtig gut war das alles aber nicht, unter anderem weil wir auch zwei Teppiche haben, und die lassen sich nun mal nicht abkehren. Als der Staubsauger dann mal wieder komplett streikte, war klar: Der kann nicht nur weg, der muss weg.

Wir informierten uns über Staubsaugerroboter, aber als wir feststellten, dass die meisten Menschen, die einen haben, trotzdem auch einen normalen Staubsauger haben, verwarfen wir die Idee wieder - das wäre nun wirklich gegen den #daskannweg-Wenigerhaben-Gedanken. Der Neue ist wieder beutellos, aber kein Schnäppchenschrott.
Der Neue.
Als der Liebste ihn einmal quer durchs Wohnzimmer gezerrt hatte, war danach eine derart große Menge Staub im Behälter, dass ich mich fast ein bisschen schämte: wegen des vielen Staubs - und darüber, dass ich so lange mit dem schrottigen Nicht-Sauger gelebt hatte.

Und ich musste mal wieder an eine meiner #daskannweg-Regeln denken: Sei kein Sparfuchs. Dann fiel mir auf, dass ich aus unklarem Grund nie über diese Regel geschrieben habe. Das mache ich dann wohl nächstes Mal.

Mittwoch, 5. August 2015

Weg kann: das Tablet


Als ich den letzten Blogeintrag des #daskannweg-Jahres schrieb, fing mein Tablet an, ernsthaft rumzuspacken, ihr erinnert euch vielleicht. Es hatte mich schon länger geärgert. Hochfahren und Updaten dauerte ewig, währenddessen könnte man es nicht benutzen. Ich fand es nach wie vor praktisch, weil es eine Tastatur hat, denn ein Notebook hatte ich nie, aber alles andere ging mir auf die Nerven.

Im Januar kaufte sich der Liebste ein neues iPad und gab mir sein altes. Er hat das "das kann weg"-Prinzip inzwischen echt gut verinnerlicht, scheint mir ;) Ich jedenfalls hatte nun ein iPad - und wie gut es funktionierte! Das alte Tablet, ein Asus Transformer Pad, war trotz Tastatur abgemeldet und lag nur noch im Regal. 

Als ich es Wochen später mal wieder anmachen wollte, ging gar nichts mehr. Ich dachte, es braucht nur ne Ladung Strom, aber das half nicht. Also Reparatur - Garantie war ja noch drauf. Ich wollte das Tablet bei Asus einschicken, brauchte die Rechnung dafür. Ich hatte das Tablet bei Amazon gekauft, loggte mich ein, wollte die Rechnung herunterladen - und stellte fest: Das geht nicht, wenn das Produkt vom Marketplace ist. Ich schrieb dem Händler eine E-Mail, er meldete sich nie zurück.

Ich kümmerte mich nicht weiter um die Sache. Klar, ich hätte das Tablet noch verkaufen können, aber es störte mich auch nicht weiter, dass es kaputt war. Inzwischen ist die Garantie abgelaufen. Und das Tablet? Liegt immer noch im Regal, ein Mahnmal meiner eigenen Schusseligkeit, meines Nicht-drum-Kümmerns.

Hilft ja nix. Fehler eingestehen und abhaken. Das Tablet kann weg,

Samstag, 13. Dezember 2014

Tag 347 - Die rostige Teedose

In der Zeitschrift "Neon" gibt es eine Rubrik namens "Vom Leben gelernt". Nun, dazu hab ich auch etwas beizutragen: Teedosen sollte man zum Reinigen nicht in die Spülmaschine geben - sie rosten. Ist in diesem konkreten Fall aber zu verschmerzen: Ich bin ziemlich resistent gegen die Produktinnovationen der Teeindustrie und trinke immer dieselben paar Sorten, und für die habe ich mehr als genug Teedosen: Im Schrank stehen noch drei weitere leere. Die rostige Teedose kann also weg. 

Sonntag, 7. Dezember 2014

Tag 341 - Die Glitzerstrümpfe

Es weihnachtet sehr bei daskannweg! Deshalb gibt's heute Glitzerstrümpfe, die ich mir mal in einem Zustand geistiger Umnachtung gekauft haben muss. Denn erstens kratzen sie wie blöd und zweitens find ich Strumpfhosen viel praktischer, weil wärmer und bequemer. Die Glitzerstrümpfe können weg.

Montag, 1. Dezember 2014

Tag 334 - Die fernbedienbaren Steckdosen

Fernbedienbare Steckdosen? Ja, ihr habt richtig gelesen. Und soll ich euch mal was sagen? Eigentlich halte ich fernbedienbare Steckdosen für eine richtig gute Sache. Ich hatte mal zwei, da waren meine Stehlampen dran angeschlossen. Damals musste man nie zwischen Sofa und Stereoanlage rumkriechen und den An-/Aus-Schalter der Lampe suchen! Ein Klick, und es wurde Licht.

Als die Fernbedienung irgendwann nicht mehr funktionierte, besorgte ich mir ein neues Set, aber trotz wiederholter Versuche krieg ich es nicht zum Laufen. Dass ich durchaus in der Lage bin, fernsteuerbare Steckdosen zu programmieren, hab ich in der Vergangenheit bewiesen, daher nehm ich an, die Dinger haben eine Macke. Trotzdem stopfte ich sie erst mal in die Olle-Elektronik-Kiste - sie nicht zum Laufen zu kriegen, kam mir vor wie ein Scheitern. Und das mit dem Scheitern hab ich hier ja schon mal dargelegt.

Vielleicht gehen sie ja doch und ich krieg's nur nicht hin. Aber wisst ihr was? Mir doch egal. Die Dinger haben mich lange genug genervt. Ich hab lang genug Zeit damit vergeudet, auf ihnen rumzudrücken, ohne dass sie funktionierten. Und nun liegen sie schon viel zu lange hier rum. Sie können weg. Und ehrlich gesagt, ich brauch auch keine anderen - es geht auch ohne.

Donnerstag, 6. November 2014

Tag 310 - Das T-Shirt mit Pailetten

Der Vorrat an komischen Oberteilen in meinem Kleiderschrank ist einfach unerschöpflich. Glaubt ihr nicht? Dann liefere ich heute einen neuen Beweis: dieses T-Shirt mit Pailetten drauf. Das T-Shirt ist von Rich & Royal und war mal ziemlich teuer, 70 Euro oder so. Ich hatte damals eine Pailetten-Phase und wollte es unbedingt haben.

Leider stellte ich fest, dass nach einigen Wäschen die Pailetten abzufallen begannen. Ich hab das eine Zeit lang hingenommen, aber irgendwann nervte es mich, dass überall in meiner Wohnung türkise und silberne Pailetten herumlagen, wenn ich das T-Shirt aus der Waschmaschine geholt hatte. Ganz abgesehen davon, dass das T-Shirt natürlich nicht schöner wurde dadurch, dass immer mehr Pailetten abfielen ...

Das T-Shirt wurde daher vor kurzem bei einer Kleiderschrank-Betrachtung dem Liebsten vorgestellt. Soll es weg? Und der Liebste hatte eine ziemlich clevere Idee: Wenn ich alle Pailetten entfernen würde, würde das T-Shirt sicher besser aussehen, nicht so gerupft (Der Liebste ist kein Pailetten-Fan, womöglich mag diese Tatsache seinen Rat beeinflusst haben - aber das nur am Rande).

Ich also, beim Fernsehen, mit dem T-Shirt auf dem Schoß und dem Mülleimer griffbereit, knibbele fleißig Pailetten ab. Und stelle fest: Das geht gar nicht mal so leicht wie gedacht! Vor allem die gelben Pailetten wehren sich hartnäckig gegen die Abknibbelung. Nach einer Folge NCIS gebe ich genervt auf: keine Lust mehr.

Daraufhin hatte der Liebste eine noch cleverere Idee: "Dann schmeiß es weg." Im ersten Moment war ich dagegen: Ich hatte doch gerade so viel Zeit und Mühe investiert, da konnte ich doch jetzt nicht einfach aufgeben! Dann fiel mir auf: Ich gehe gerade einem psychologischen Phänomen auf den Leim, das einen tollen Namen hat, der mir leider nicht mehr einfällt. Es geht darum, dass Menschen immer weitermachen mit Dingen, die ihnen nicht gut tun - einfach weil sie schon so viel Zeit und Mühe investiert haben. Also machen sie weiter, investieren noch mehr Zeit und Mühe, erreichen nichts als Frust, fühlen sich noch mehr verpflichtet dranzubleiben ... ihr ahnt, wie es weitergeht. Um aus so einer Falle wieder rauszukommen, hilft nur eins: loslassen. Genau das tu ich jetzt: Das T-Shirt kann weg.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Tag 299 - Der schwarzweiße Pullover

Den schwarzweißen Pullover hab ich mal bei Vero Moda gekauft. Ein Wahnsinnsschnäppchen, dachte ich damals, ein Pullover für, ich weiß nicht mehr genau, 15 Euro!

Aber leider musste ich schnell feststellen, dass billig in diesem Fall auch, nun ja, billig bedeutet (was nicht heißen soll, dass teure Pullover immer eine super Qualität hätten - siehe Tag 50). Der Pullover juckt auf der Haut und man schwitzt darin. Wahrscheinlich 100 Prozent Plastik. Außerdem ist er vorne zu kurz, fast bauchfrei, und hinten länger, was ich auch nicht mag.

In meinem Schrank liegt er eigentlich nur noch deswegen, weil ich die Idee eines dünnen Pullovers mit schwarzweißen Streifen eigentlich richtig klasse finde. Betrachte ich ihn aber mal ganz nüchtern, nämlich nicht als Idee, sondern als Pullover, kann ich nicht anders als feststellen: Der Pullover ist ein Ärgernis. Und kann weg.

Dienstag, 30. September 2014

Tag 273 - Der Weichspüler

Weichspüler gehört zu den schlechten Angewohnheiten, die ich irgendwann in mein Leben angenommen habe, obwohl ich nicht mal wirklich weiß warum. Weichspüler kostet unnötig Geld und ist außerdem nicht gut für die Umwelt, das sagt auch das Umweltbundesamt.

Dieser spezielle Weichspüler riecht nach "Premium Mystery Topas Magnolie" - und das ist ungefähr genauso aufdringlich wie der Duft meines Massageöls. Hier von "7x längere Frische" zu sprechen, ist ziemlich nah an einer dreisten Lüge, denn frisch riecht hier gar nichts. Hinten auf der Flasche steht "Lassen Sie sich verführen vom zauberhaften Duft ..." - das wird mir in Zukunft eine Lehre sein: Der Duft von Produkten, die einen verführen wollen, ist offenbar für andere Menschen gemacht.

Außerdem klumpt der Weichspüler auch noch auf höchst nervige Weise. So sehr, dass ich sogar die Waschmittelschublade aus meiner Waschmaschine ausbauen und sie auswaschen musste. Ärgerlich! Aber damit ist jetzt Schluss: Der Weichspüler kann weg. Und in Zukunft wasche ich meine Wäsche ohne.

Donnerstag, 18. September 2014

Tag 261 - Der Bademantel

Wie viele Bademäntel habt ihr? Na? Ich wette, ich hab mehr: drei nämlich. Einen alten, einen schönen - und diesen. Der türkisfarbene Bademantel war mal eine Notlösung. Vor etlichen Jahren, es muss 2005 oder 2006 gewesen sein, hatte ich mich in einen ebenfalls türkisfarbenen Bademantel von Habitat verliebt. Ich bestellte ihn, dann gab es einige Verwirrung und mehrere Besuche im Habitat-Store, und das Ganze endete damit, dass der Bademantel ausverkauft war.

Ich wollte dann aber unbedingt einen türkisfarbenen Bademantel und so kaufte ich diesen. Aus Fleece. Fleece allerdings ist so gar nicht bademantel-geeignet: Es saugt kein Wasser auf. Der Bademantel ist also eigentlich gar kein Bademantel, sondern ein Morgenmantel. Einen Morgenmantel brauche ich aber nicht. Ich trage ihn manchmal mit einem Handtuch drunter, aber das ist alles Mist, denn er ist ziemlich voluminös und außerdem schwitzt man. Der BadeMorgenmantel kann weg.

Sonntag, 7. September 2014

Tag 248 - Das Duschgel

Dieses Duschgel stand monatelang in meiner Dusche. Und wie ihr seht, ist es halb leer. Ich habe mich tapfer damit gewaschen, obwohl mir der Duft nicht gefallen hat - irgendwie stechend, künstlich (dabei klingt Ginkgo-Limette ja eigentlich nach was Gutem!).

Irgendwann hab ich ein Zweit-Duschgel in meine Dusche gestellt. Aber bei jedem Duschen duschte das schlechte Gewissen mit: Ich müsste doch eigentlich erst dieses eine Duschgel aufbrauchen, ehe ich ein neues anbreche ... Damit ist jetzt Schluss, ich hab keine Lust mehr, länger Sklavin eines nicht gut riechenden Duschgels zu sein. Das Duschgel kann weg.

Freitag, 20. Juni 2014

Tag 171 – Der Kasten Bier auf dem Balkon



 
Der heutige Post ist mir fast ein wenig peinlich, denn er beweist, wie uncool ich doch eigentlich bin. Ich horte Bier, anstatt einfach mal abends eine Flasche weg zu zischen. Mit dem Kasten Becks auf dem Balkon verhält es sich ähnlich wie mit der Süßkartoffel: Er steht seit meinem Geburtstag rum, und ich weiß nichts damit anzufangen. Allerdings bereits seit meinem Geburtstag 2013...


Ich feiere nicht permanent Partys in meiner Wohnung. Das soll nicht heißen, ich sei ungesellig oder so. Nein, ganz im Gegenteil. Mein Bier trinke ich jedoch lieber auswärts mit Freunden. Wenn ich zuhause Alkohol trinke, dann selten allein und meist eher Wein oder Aperol Spritz. Das dann auch gerne auf meinem gemütlichen Balkon.


Das Becks sind immer noch die Reste meiner Geburtstagsparty im März 2013. 19 Flaschen, haltbar bis Juli 2013.


Nichts ist peinlicher, als wenn auf einer Feier plötzlich das Bier ausgeht und irgendwer spät nachts zur Tankstelle fahren muss, um Nachschub zu besorgen. Ich hatte damals zwei Kästen Bier und etliche Flaschen Prosecco besorgt. Kasten Nr.1 trank sich wie von selbst – aber dann wollte plötzlich keiner mehr was. 

„Gut, trinken wir ein andermal“, dachte ich. „Kommt schon weg.“ Nee, tut es leider nicht. Denn eigentlich mag ich das grüne Becks selbst gar nicht so sehr. Ist mir zu herb. Ich hatte es für die anwesenden Männer besorgt.


Fazit: Seit März 2013 waren ganz offensichtlich zu wenige Männer in meiner Wohnung, sonst wäre der Schandfleck längst beseitigt. Ich habe eine Flasche geöffnet und probiert, ob man das Zeug noch trinken kann: Ist okay. Etwas bitter vielleicht. Ich lebe noch, leider weder unter Halluzinationen, noch Lähmungserscheinungen. Ich lade Euch herzlich ein zum gemeinsamen Bier-Vernichten! Nächste Woche? Mit Fußball-Gucken? Wer hat Lust vorbeizukommen?

Samstag, 14. Juni 2014

Tag 165 – Das Mundwasser des Grauens



Einen wunderschönen, guten Morgen, liebe Freunde von „Das kann weg“! Die kommenden Tage vertrete ich, Christine, Ange hier auf dem Blog. Ich hätte da auch gleich mal eine Frage an Euch:  
Habt Ihr heute schon die Zähne geputzt? Benutzt Ihr täglich eine Mundspülung?
 
Früher war ich kein Fan davon, aber seit ich regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung gehe, hat sich das geändert. Um das Gefühl der absoluten Reinheit so lange wie möglich zu erhalten, sind mir elektrische Zahnbürste und Zahnpasta zu wenig. Ich brauche meine morgendliche Mundspülung, sonst fühle ich mich nicht wohl. Das Dumme ist nur: Ich bin sehr schlecht, was das Thema Markentreue angeht. Manchmal greife ich darum im Regal daneben und es ergeben sich Fehlkäufe. In diesem Fall sehr schmerzhafte. Bei „Listerine Cool Mint“ habe ich den Eindruck, dass es mir fast die Rachenhöhle wegätzt. Ich bekomme eingerissene Mundwinkel davon – sehr, sehr unangenehm!


Das grüne Horror-Zeug kann also weg! Es muss sogar! Ich werde es in den Abfluss schütten – das macht bestimmt auch alle Rohre rein.

Freitag, 30. Mai 2014

Tag 150 - Der Mo-Hayder-Thriller

Bei jedem aussortierten Buch denke ich: Das war jetzt definitiv das letzte, das ich nicht behalten will! Und stelle jedes Mal kurz darauf aufs Neue fest, dass ich mich geirrt habe. Müßig vor meinem Bücherregal stehend, stellte ich fest, dass ich "Die Sekte" von Mo Hayder bisher tatsächlich noch nicht aussortiert habe. Wie konnte das passieren? Denn, ernsthaft, dieses Buch gehört zu den schlechtesten, die ich je gelesen habe.

Ich hatte bereits zwei andere Bücher von Mo Hayder gelesen, als ich "Die Sekte" kaufte, und die fand ich zwar ein bisschen arg blutig, aber auch auf morbide Weise fesselnd und nicht schlecht gemacht - solide Thrillerware. "Die Sekte" bewarb der Verlag als "schockierend, abgründig, unvergesslich" - was konnte da schon schief gehen?

Einiges, wie sich herausstellte. Denn dass dieses "Meisterwerk der Spannungsliteratur" (noch so eine Verlagswerbephrase) bei Amazon nur 2,5 von 5 Sternen hat, ist nicht nur berechtigt, sondern noch geschmeichelt. Da ich annehme, dass ohnehin keiner das Buch haben möchte, der diesen Blogeintrag gelesen hat, sehe ich keinen Grund, mir Spoiler der hanebüchenen Story zu verkneifen. Im Mittelpunkt stehen eine einsamen Insel, auf der ein ominöses "Böses" lauert, und ein gestörtes Mädchen mit einem Schwanz, und mehr muss man über "Die Sekte" eigentlich auch gar nicht wissen. Das Ganze ist natürlich gewürzt mit ganz viel Blut, ein paar Schockeffekten und dem obligatorischen dunklen Geheimnis aus der Vergangenheit.

Beim Lesen fühlte ich mich ungefähr so wie die Leute, die bei Unfällen auf Autobahnen gaffen: Ich wusste, es wäre besser für mich, damit aufzuhören - aber ich konnte nicht. Schade um die verschwendete Lebenszeit. Aber jetzt kann das Buch weg. Dann hört es wenigstens auf, Platz in meinem Regal zu beanspruchen. Was mich zu einer Dr.-Dr.-Rainer-Erlinger-reifen Gewissensfrage bringt: Darf - oder muss man gar - schlechte Bücher wegwerfen? 

Donnerstag, 29. Mai 2014

Tag 149 - Der Regenschirm

Warum ich bei diesem Wetter einen Regenschirm aussortiere, werdet ihr euch vielleicht fragen. Nun, die Sache ist so. Ich habe noch zwei andere Regenschirme. Plus zwei regendichte Jacken. Und dieser bordeauxrote Regenschirm gehört mir eigentlich gar nicht. 

Ich hatte mal einen solchen Regenschirm. Die Dinger sind wirklich ziemlich hässlich, aber wenn es überraschend zu regnen beginnt und ich direkt neben einem Rossmann stehe, pfeif ich auf Style, wenn mich ein 2,99-Euro-Bordeauxschirm davor schützen kann, bis auf die Haut nass zu werden. Irgendwann war ich dann im Fitness-Studio und sah im Rausgehen diesen Schirm an einem Haken hängen: Ah, mein Schirm, dachte ich und steckte ihn ein. Um zuhause festzustellen, dass da noch einer war, der genauso aussah. 

Bordeauxschirm 1 habe ich im vorigen Herbst im Zug liegen gelassen und durch ein nicht ganz so scheußliches Exemplar in pink ersetzt (natürlich regnete es, als ich den Zug verließ, in dem ich  Schirm 1 liegen gelassen hatte).Bordeauxschirm 2, den unrechtmäßig okkupierten, hab ich noch. Woher ich weiß, dass es die 2 ist? Der Griff klebt. Und ja, das macht ihn nicht besser.

Der Schirm kann weg. Ich hänge ihn einfach wieder an den Haken im Fitness-Studio. Vielleicht freut sich jemand drüber, wenn es mal wieder regnet. 

Montag, 19. Mai 2014

Tag 139 - Die Porzellanblume

Als ich im Februar/März in Costa Rica war, hat meine Freundin Katrin netterweise meine Pflanzen gegossen. "Die nehmen schon ganz schön viel Licht weg", sagte sie, als sie mir meinen Wohnungsschlüssel zurückgab. Ich murmelte was von "voriges Jahr schon zwei weggeworfen" (hatten eine komische Krankheit)  und dass ich die Porzellanblume vor vielen Jahren als Ableger von meiner Studienfreundin Suse bekommen habe - sowas wirft man nicht einfach weg. Und "hab die Ranken erst neulich radikal zurückgeschnitten".

Aber nun beginnt die Porzellanblume, auch bekannt unter dem Namen Wachsblume, mal wieder zu blühen, und meine Zuneigung zu ihr schwindet. "Zauberhafte Blüten mit einem intensiven, süßlichen Duft kennzeichnen die Wachsblume", kann man bei livingathome.de lesen. Ich sage: Die Blüten stinken. Jedesmal, wenn die Porzellanblume blüht, klettere ich täglich auf meiner Fensterbank rum, um die stinkenden Blüten mit der Schere abzuschneiden. Damit ist jetzt Schluss. Denn Katrin hat recht, sie nimmt auch noch ganz schön viel Licht weg. Die Porzellanblume kann weg.

Dienstag, 13. Mai 2014

Tag 133 - Der schwarze Rock

Heute ist es kalt, aber sonnig, und ich werde den tollen schwarzen Rock anziehen, den ich im November gekauft habe. Während ich eben diesen Entschluss gefasst habe, fiel mir ein, dass ich noch einen anderen schwarzen Rock habe. Die beiden Röcke sind sich ziemlich ähnlich, in der Farbe natürlich, aber auch die Länge (bis ans Knie), der Sitz (auf Taille), die Form (ausgestellt) und die Taschen (seitlich).

Es gibt allerdings einen großen Unterschied: Der ANDERE Rock - der, um den es heute hier geht - ist von H & M. Er ist aus einem glänzenden Material (sieht auf dem Foto mehr aus als in echt) und enthält 47 Prozent Baumwolle, 46 Prozent Polyester und 7 Prozent metallisierte Garne. Das bedeutet: Er knittert - wie auf dem Foto unschwer zu erkennen ist (und übrigens, das ist nicht dilettantisch freigestellt, sondern dilettantisch auf meinem roten Bettlaken fotografiert). Und vor allem: Er kratzt. 

Wenn ich den Bund auf der nackten Haut trage, bekomme ich rote Flecken. Weil ich ihn ansonsten gern mag, hab ich ihn trotzdem lang behalten und dann eben versucht mit Strumpfhosen und/oder Unterhemden zu tragen. Doch seitdem der neue Rock von Fräulein Stachelbeere in mein Leben getreten ist, hatte ich den H&M-Rock nicht mehr an. Der Rock kann weg, auch wenn er abgesehen von der Sache mit dem Kratzen ein guter Rock ist. Vielleicht möchte ihn jemand haben? Ist Größe 38.

Montag, 12. Mai 2014

Tag 132 - Die Haarbürste

Vorsichtige Schätzungen ergeben, dass ich zirka acht Haarbürsten besitze: eine in jedem Raum meiner Wohnung, eine in der Sporttasche, im Kulturbeutel, für die Handtasche und im Büro. Und die gute Haarbürste mit Wildschweinborsten. Ich glaube zumindest, es waren Wildschweinborsten (liebe Veganer, ihr müsst jetzt tapfer sein oder euch mit Grausen abwenden).

Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Haarbürsten mit Naturborsten besonders gut für die Haare seien. Das mag auch durchaus stimmen. Aber von einer Haarbürste erwarte ich vor allem eines: dass sie anständig die Haare bürstet. Und das leistet die Wildschweinborsten-Bürste nicht so, wie ich das will. Wenn ich mit ihr bürste, ist hinterher nix entwirrt und nix in Form und vom heftigen und verzweifelten Herumbürsten werden die Haare irgendwann ganz glatt und fühlen sich trotzdem ungekämmt an, ein Paradoxon, das nur die Wildschweinborsten-Bürste herzustellen in der Lage ist.

Die Wildschweinborsten-Bürste nervt. Aus diesem Grund hab ich sie nach den ersten erfolglosen Bürstversuchen in den Beautykram-Todestrakt verbannt: eine Holzkiste auf meinem Schminktisch, in der sie mit eingetrockneter Mascara, unbenutzten Lidschatten und Lippenstiften in fragwürdigen Farben ein freudloses Dasein fristet. Heute wird sie davon erlöst: Die Bürste kann weg.