Vorige Woche bekam ich eine Nachricht von meiner lieben Freundin Laura. Wir kennen uns aus der Zeit, in der wir beide in Mannheim gewohnt haben – inzwischen bin ich zurück nach Hamburg gezogen und Laura lebt in den USA. Leider schaffen wir es nur unregelmäßig zu telefonieren. Das liegt ehrlich gesagt nur zu einem kleineren Teil an der Zeitverschiebung, zum größeren Teil liegt es an meinem arg vollen Leben.
Laura und ich haben schon immer gern über die großen Fragen miteinander gesprochen: über Glück und Sinn, über innere Konflikte, geheime Ängste und große Träume. „Wie war dein 2025?“, fragte Laura mich, und auf diese Frage wusste ich erst mal nichts Rechtes zu antworten. Ich schrieb schließlich: „2025 war irgendwie ... im Autopilot. Ein bisschen zu lauwarm.“ Ich schrieb außerdem, es seien „keine schlimmen Dinge“ passiert, „aber auch nicht viel ‚Wow‘“.
Ich las, was ich gerade geschrieben hatte. Und schämte mich ein bisschen dafür. Es kam mir vor, als würde ich 2025 von Grund auf unrecht tun – schließlich hatten wir schöne Reisen und Ausflüge gemacht, waren ausgegangen, haben Spaß gehabt. Und doch: Die Worte fühlten sich richtig an.
Ich fing an zu überlegen: Woher kam das Gefühl? Und aus all den Halbgedanken, die in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder aufgeblitzt waren, entstand eine Erkenntnis: Ich finde mein Leben mal wieder vollgestopft – mit Dingen, die mir nicht wirklich Freude machen oder von denen ich weiß, dass sie mir nicht gut tun. Mit schnödem Kram, aber auch mit schlechten Gewohnheiten, mit zu hohen Erwartungen und allerlei mehr.
Als ich mit dem Liebsten drüber sprach, sagte er gleich, ich könne ja meinen alten Blog reaktivieren (ja, es ist noch derselbe Liebste, der Mann, der hier über sein Auto geschrieben hat und hier über seine Handy-Apps). Grandiose Idee, oder?
Ich möchte mir mehr Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was ich tue und warum. Was mir gut tut. Und welche kleinen Dinge mein Leben eigentlich schöner machen und welche es nur vollstopfen.
Ich glaube, das wird toll. Weil es 2014 schon toll war. Weil ich damals so, so viel gelernt habe über mich selbst. Und weil ich einfach gern ganz genau hinschaue. Es macht mir Freude, winzige Details zu entdecken, die andere Menschen übersehen. Deshalb liebe ich es zu puzzeln. Deshalb beobachte mit Leidenschaft Vögel. Deshalb habe ich bei der Arbeit so viel Spaß daran, Probleme aufzuspüren und zu lösen, die vorher noch niemand auf dem Zettel hatte. Und deshalb freu ich mich drauf, in meinem eigenen Leben mal wieder ganz genau hinzuschauen.
Also dasselbe wie 2014 noch mal? Natürlich nicht, das wäre ja auch langweilig! Einiges wird anders:
- Wir bloggen hier jetzt zu zweit. Dass der Liebste ein mindestens so guter Ausmister ist wie ich, habe ich euch vor zehn Jahren schon erklärt. Daran hat sich nichts geändert. Tatsächlich legt er nicht nur ein beeindruckendes Tempo vor, sondern geht ebenso konsequent wie furchtlos gleich ein paar richtig schwierige Themen an (aber das lasse ich ihn lieber selbst erzählen). Und nicht zuletzt: Ohne ihn wäre ich nicht hier. Danke!
- Manche Dinge haben eine spannende Geschichte. Manche nicht. Die spannenden Geschichten wollen wir hier erzählen. Alles, was sonst noch so weg kann, wird künftig nur noch dokumentiert: einmal pro Woche mit einer Liste namens #10dinge. Weil ich es mir – und euch – ersparen möchte, über billigen Modeschmuck und Gratis-Kugelschreiber zu schreiben. Mal ehrlich: Das war schon 2014 nicht immer die reine Wonne, oder?
- 2014 war das #daskannweg-Jahr. Ob wir auch 2026 das Jahr voll (bzw. leer) machen? Mal gucken. Ich möchte mich da jetzt noch nicht festlegen. Ich bin wieder hier, weil ich mehr Achtsamkeit, mehr Freude und mehr Leichtigkeit in meinem Leben möchte. Nicht weil ich total scharf bin auf mehr Verpflichtungen und mehr schlechtes Gewissen. Aus diesem Grund werden wir auch nicht täglich posten.
- Und last, but not least: #daskannweg ist jetzt bei Instagram. Also dieses Blog ist jetzt bei Instagram – #daskannweg war tatsächlich schon 2014 dort, danke an dieser Stelle noch mal an Uli! Hier könnt ihr uns folgen.

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