Dienstag, 20. Januar 2026

Handstaubsaugerliebe und -leid

Handstaubsauger gehören zu der Sorte Besitztümer, die ich 2014, zum Start des Blogs, vermutlich  energisch für überflüssig erklärt hätte. Inzwischen, deutlich über 40, bin ich nicht nur älter, sondern auch weiser. Ich weiß, dass sich Krümel gern unter dem Esstisch sammeln und dass es nicht schadet, ab und an mal das Sofa abzusaugen oder im Winter, wenn man Splittsteine unter den Schuhen hatte, die Fußmatte.

Also entschied ich im Sommer 2024: Ein Handstaubsauger muss her! Nicht zuletzt übrigens wegen der Loblieder, die Nicole (die hier auch mal vertretungsweise gebloggt hat - Tag 57 bis Tag 73) auf ihren gesungen hat. Und so begann es: the Song of Handstaubsaugerliebe und -leid. 

Nach intensiver Amazon-Recherche entschied ich mich für ein Modell der Marke Kitbezn. Von der hatte ich vorher zwar noch nie gehört, aber der Sauger war weder allzu billig noch allzu teuer - und hey: Die Bewertungen waren ziemlich begeistert!

Das Leid begann sofort, nachdem der Sauger, nennen wir ihn Kitty, bei uns eingezogen war. Der Liebste hasste, hasste, HASSTE ihn von der ersten Sekunde an, mit einer Inbrunst, die mich kalt erwischte. Er warf mir vor, "billigen Chinascheiß" gekauft zu haben - was ich energisch zurückwies (siehe oben). Er beklagte sich, dass ich Kitty ohne ihn ausgesucht hatte (fair, ich hatte sein Interesse an Handstaubsaugern offensichtlich unterschätzt). Und: Er fand Kitty laut. Jedes Mal, wenn ich etwas wegsaugte, durfte ich mir anhören, dass ein Modell von Bosch, Shark oder Rowenta ganz sicher nicht so einen Höllenlärm gemacht hätte.

Ich ging dazu über, nur noch dann zu handstaubsaugen, wenn der Liebste nicht zu Hause war. Das änderte allerdings nichts an einer beklagenswerten Tatsache: Der Liebste hatte recht.

Kittys Dröhnen, von Beginn an unangenehm, nahm nach einigen Monaten weiter zu. Im Herbst 2025 steigerte es sich zu einem ohrenbetäubendem Pfeifen, so unangenehm, dass ich den Betrieb beinahe gänzlich einstellte.

Ich war beinah erleichtert, als der Höllenlärm olfaktorische Begleitung bekam: Kitty begann, entschieden verbrannt zu riechen - eine Tatsache, die sein Schicksal besiegelte. Er fand sein Ende im Kleinelektrogeräte-Container.

Im Nachhinein war Kitty ganz klar ein Fehlkauf. Einer, an dem ich nur deswegen so lange festhielt, weil ich nicht zugeben wollte, dass der Liebste von Anfang an recht gehabt hatte.

Vorige Woche dann Kittys letzter Gruß aus der Gruft: Beim Herumkramen fiel mir sein Ladekabel in die Hände; es hatte sich ganz hinten in einer Schublade zusammengekringelt. Das konnte nun auch weg.

Inzwischen ist übrigens Kittys Nachfolger bei uns eingezogen. Der Neue, ausgesucht vom Liebsten höchstpersönlich, heißt Severin, saugt ohne Ohrenbetäubung und wird von beiden Mitgliedern des Haushalts gern und oft benutzt. So einfach kann Handstaubsaugerliebe sein.

Und sonst so? Das hier:

Samstag, 17. Januar 2026

Die Lego-Bauanleitungen funkeln nicht

Ich liebe Lego! Vor Corona habe ich irgendwann den Youtube-Kanal vom Held der Steine entdeckt und war baff. Da sitzt ein erwachsener Mann und bespricht Lego und wird dafür NICHT ausgelacht. Nein, es ist ganz normal. Er macht das sehr lustig und hat eine Menge Follower (heute 1,15 Millionen). Inzwischen übt er auch viel Kritik an der Preispolitik und der Gestaltung der modernen Lego-Modelle. 

Das war für mich ein wirklich verändernder Moment. Als Kind habe ich IMMER mit Lego gespielt, aber für Lego Star Wars war ich leider schon zu alt gewesen. Ich habe mal ein Set gekauft, als die Serie 1999  neu erschienen ist, aber es bei einem Umzug weggeworfen. 

Also begann ich meiner Leidenschaft nachzugehen und kaufte das eine oder andere Set. Wichtig waren mir vor allem die mit den schönsten Minifiguren. Mit Corona eskalierte das Thema etwas und mit dem Umzug nach Hamburg noch weiter. Ich habe mit Angie den Deal, dass meine Sammlung zwei Regale nicht überschreitet, und den will ich auch einhalten.

Es gibt sogar einen Namen für Leute wie mich: AFOL – Adult Fan of Lego. Die machen inzwischen einen großen Teil des Umsatzes von Lego aus; das sieht man auch an den immer teureren Sets. Bei Lego (auch wenn es die Wohnung vollsteht) würde ich immer sagen: „Does it sparkle? Does it bring joy? YES, it does!“ Ich liebe vor allem die Figuren mit den Accessoires und viele der Modelle und habe sie schön ausgestellt. 

ABER leider hat das Hobby auch ein paar negative Seiten. Jedes Set kommt natürlich in einem Pappkarton und mit einer (oder auch mehreren) Bauanleitungen. Die Anleitungen wollte ich natürlich erst mal aufbewahren. Man hat Geld dafür bezahlt und vielleicht braucht man sie noch mal. 

Ich habe irgendwann gelernt, dass die Bauanleitungen und Pappkartons teilweise zu erstaunlichen Preisen auf Plattformen wie BrickLink gebraucht verkauft werden. Das war für mich immer ein Grund für mich, diese aufzubewahren. Vielleicht verkaufe ich sie ja mal für ein paar Euros. Daher hatte ich sie in drei Stehsammlern, die den Schrank gut gefüllt haben. Allerdings kamen auch immer mehr dazu, so dass sie auch teilweise gar nicht mehr reingepasst haben und auch darüber und daneben lose im Regal rumgeflogen sind. 

Vor einiger Zeit habe ich mich mal zum Spaß als Verkäufer bei BrickLink angemeldet. Aber der Aufwand ist immens. Wenn man wirklich etwas verkaufen will, braucht man Steuernummer, AGB, Haftungsausschluss und Lieferoptionen. Das hat mich dann doch ganz schön abgeschreckt. So viel Aufwand für ein paar Euro, und dann vielleicht noch rechtliche Fragestellungen und sich mit unzufriedenen Leuten herumärgern. Ich wollte doch nur ein bisschen mehr Platz im Regal! 

Daher bin ich nun doch die Abkürzung gegangen: Ich werfe die Dinger ins Altpapier. Die Anleitungen liste ich diese Woche auf, die Pappkartons (Spoiler Alert!) nächste Woche. 


Die Bauanleitungen gibt es übrigens schon seit vielen Jahren bei Lego online zum Download – und das gratis, sogar von Sets, die man nicht gekauft hat. Aufbewahren braucht die Papieranleitungen daher wirklich niemand mehr.

Und sonst so? Das hier:


Sonntag, 11. Januar 2026

Ein Streamingdienst reicht!

Hallo ich bin Micha, der Mann von Angie! Schon 2014 habe ich ihre Blog-Aktivitäten bewundert und eher im Hintergrund begleitet. Ich fand es toll, dass wir das Projekt wieder neu starten und dass ich diesmal mitmachen darf. Schon beim ersten Mal habe ich gemerkt, wie befreiend die Trennung von Dingen ist, die einen nur belasten und einen nicht im Leben weiterbringen. Mal schauen, wie die Reise dieses Mal wird. 

Vor Weihnachten kam die Nachricht, dass Disney+ die Preise erhöht: Premium (für 4K-Fernseher) kostet jetzt 15,99 Euro im Monat. Ich habe im ersten Moment nicht drüber nachgedacht. Wir können uns das leisten, es sind nur 2 Euro mehr pro Monat. Aber als ich an Neujahr aufwachte, dachte ich: Mensch, wir haben drei Streamingdienste, ich schaue sehr viel YouTube, und dann gibt es noch die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen. Brauchen wir das alles? Wir können ja eh immer nur eins gleichzeitig gucken.

Disney+ haben wir schon eine ganze Weile, "The Mandalorian" war damals für mich der Grund, das Abo abzuschließen. 1000 Marvel-Filme und -Serien (die konstant schlechter werden), 1000 Star-Wars-Filme und -Serien (die konstant schlechter werden, außer "Andor"), Disney/Pixar-Filme - das klang nach einem guten Angebot, zumal Disney+ anfangs deutlich günstiger war. Inzwischen haben wir alles gesehen, was wir sehen möchten, daher waren wir nicht bereit, noch mehr zu bezahlen.

Angie hatte schon seit Jahren Amazon Prime Video. Für uns war schon länger der kostenlose Prime-Versand das Argument, es zu behalten. Vor Kurzen haben wir noch angefangen, auf Prime "The Expanse" zu gucken. Aber die Werbung macht es wirklich kaputt. Immer die gleichen Spots, teilweise auch sehr kurz hintereinander. Ich hatte auch das Gefühl, dass es zum Beispiel an Sonntagen besonders viel Werbung gab. 

Zusätzlich habe ich für mich den guten Jahresvorsatz getroffen, weniger bei Amazon zu bestellen und dem Aufruf zum Digital Independance Day zu folgen:


Wusstet ihr, dass Jeff Bezos so viel Geld verdient, dass er sich jede WOCHE ein Burj Khalifa (das höchste Haus der Welt) kaufen könnte? Ich möchte dazu beitragen, dass das nächste nur eine Stahltürklinke hat und keine aus Gold.

Und als letzten Punkt noch: Die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen und gerade Arte-Dokus sind einfach klasse. Gute Unterhaltung oder Wissenswertes, Natur und auch teilweise wirklich sehr gute Filme - und die GEZ-Gebühr muss man ja sowieso bezahlen. Ich kann nur empfehlen, da mal reinzuschauen.

Netflix hat übrigens als letzter Streaminganbieter überlebt. Wir haben uns überlegt, die Anbieter durchzurotieren, also immer nur ein Streamingabo zu haben. Das schont den Geldbeutel, und wir müssen nicht endlos durch verschiedene Angebote scrollen, um zu entscheiden, was wir als Nächstes gucken wollen. Es ist eh keine gute Idee, etwas zu gucken, weil es nichts kostet, sondern ich möchte bewusst entscheiden, wofür ich meine Fernsehfreizeit opfere. Ich schaue gern Filme und Serien - am liebsten solche, die mich wirklich interessieren, über die ich vorher was gelesen habe oder die mir empfohlen wurden.

Daher hoffe ich, dass jetzt wieder weniger Zeit mit Streamingdienste-Gucken verbringe und bewusster entscheide, was ich schauen möchte.

Und sonst so? Das hier:


Samstag, 10. Januar 2026

Tschüss, Zeitfresser!

Der Liebste steht morgens um 6 Uhr auf und geht zur Arbeit. Ich könnte entspannt weiterschlafen, nur ist es leider so: Wenn ich morgens aufwache, bin ich wach. Ich bin lausig darin, noch mal einzuschlafen. Also stehe ich auf - drei Stunden, bevor ich üblicherweise im Büro bin. 

Ich könnte auch früher ins Büro gehen. Ich weiß allerdings genau: Nur weil ich früher hingehe, gehe ich nicht früher heim. In der Redaktion kommen gern ab 17 Uhr Leute aus den Ecken gekrochen und wollen was von mir. Denn wenn die Meetings um sind, haben die vielbeschäftigten Leute Zeit zu reden; das will ich nicht verpassen. Regelmäßig sind auch noch Dinge zu tun, die nicht bis zum nächsten Morgen warten können. 

Also bleibe ich morgens lieber länger zu Hause, sitze rum mit einer Tasse Tee, lese Nachrichten oder gucke vor mich hin, schreibe Nachrichten an liebe Freundinnen, überweise fällige Rechnungen oder lege Wäsche zusammen. In stressigen Arbeitswochen kurz vor Abgabe gucke ich in meine diversen Postfächer und checke, ob irgendwas brennt (ehrlich gesagt mache ich das nicht nur dann, aber das ist eine andere Geschichte). 

Oft genug ist danach aber immer noch Zeit. Ich würde gern behaupten, dass ich dann etwas Sinnvolles tue. Sonnengrüße mache oder kluge Bücher lese. Die Wahrheit ist: Oft verdaddel ich diese Zeit mit Quatsch. So kam ich an "Cozy Grove: Camp Spirit". Das ist eins von diesen Spielen, die man ohne Zusatzkosten auf seinem iPad installieren kann, wenn man Netflix-Abo hat. Ich bemühe mal die App-Store-Beschreibung: "In dieser entspannenden Fortsetzung der beliebten Lebenssimulation, in der Herzlichkeit großgeschrieben wird, viele neue Dinge hergestellt und gebaut werden können und neue Inselabenteuer auf dich warten, hilfst du niedlichen Bärengeistern, Frieden zu finden."

Das Spiel hat eine halbwegs niedliche Grafik und eine halbwegs niedliche Story. Für eine Weile hat es mir erstaunlich viel Spaß gemacht - wahrscheinlich, weil man dabei wunderbar sein Gehirn ausschalten kann. Der Geisterbär hat seine Aufzeichnungen verloren, die Katze will Pilzpfanne fressen, um die zu kochen, brauche ich Salat, eine komische Hasenessenz und natürlich Pilze, die Pilze muss ich vorher rösten, und so weiter, und so weiter, und so weiter. Rumrennen, Sachen sammeln, zusammenbasteln. Intellektuelle Herausforderung? Null.


Die meisten Aufträge müssen am selben Tag abgeschlossen werden. Sind die erledigt, gibt es nicht so richtig was zu tun. Und am nächsten Tag geht es wieder von vorne los, die Katze will nun vielleicht ein Glas Sauerkraut, und der Geisterbär hat schon wieder seine Aufzeichnungen verloren. Spannender wird's nicht.

Scheitern ist unmöglich. Und auch wenn das in einer Welt voller komplexer Probleme eine angenehme Abwechslung ist: Das Spiel ist eine To-do-Liste, die sich jeden Tag aufs Neue füllt. Mit Aufgaben, die mich keinem einzigen bedeutungsvollen Ziel näherbringen. Ein elender Zeitfresser. Ich hab's deinstalliert.

Und sonst so? Das hier:

Dienstag, 6. Januar 2026

#daskannweg ist zurück

Vorige Woche bekam ich eine Nachricht von meiner lieben Freundin Laura. Wir kennen uns aus der Zeit, in der wir beide in Mannheim gewohnt haben – inzwischen bin ich zurück nach Hamburg gezogen und Laura lebt in den USA. Leider schaffen wir es nur unregelmäßig zu telefonieren. Das liegt ehrlich gesagt nur zu einem kleineren Teil an der Zeitverschiebung, zum größeren Teil liegt es an meinem arg vollen Leben.

Laura und ich haben schon immer gern über die großen Fragen miteinander gesprochen: über Glück und Sinn, über innere Konflikte, geheime Ängste und große Träume. „Wie war dein 2025?“, fragte Laura mich, und auf diese Frage wusste ich erst mal nichts Rechtes zu antworten. Ich schrieb schließlich: „2025 war irgendwie ... im Autopilot. Ein bisschen zu lauwarm.“ Ich schrieb außerdem, es seien „keine schlimmen Dinge“ passiert, „aber auch nicht viel ‚Wow‘“. 

Ich las, was ich gerade geschrieben hatte. Und schämte mich ein bisschen dafür. Es kam mir vor, als würde ich 2025 von Grund auf unrecht tun – schließlich hatten wir schöne Reisen und Ausflüge gemacht, waren ausgegangen, haben Spaß gehabt. Und doch: Die Worte fühlten sich richtig an.

Ich fing an zu überlegen: Woher kam das Gefühl? Und aus all den Halbgedanken, die in den letzten Wochen und Monaten immer mal wieder aufgeblitzt waren, entstand eine Erkenntnis: Ich finde mein Leben mal wieder vollgestopft – mit Dingen, die mir nicht wirklich Freude machen oder von denen ich weiß, dass sie mir nicht gut tun. Mit schnödem Kram, aber auch mit schlechten Gewohnheiten, mit zu hohen Erwartungen und allerlei mehr.

Als ich mit dem Liebsten drüber sprach, sagte er gleich, ich könne ja meinen alten Blog reaktivieren (ja, es ist noch derselbe Liebste, der Mann, der hier über sein Auto geschrieben hat und hier über seine Handy-Apps). Grandiose Idee, oder?

Ich möchte mir mehr Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was ich tue und warum. Was mir gut tut. Und welche kleinen Dinge mein Leben eigentlich schöner machen und welche es nur vollstopfen.


Ich glaube, das wird toll. Weil es 2014 schon toll war. Weil ich damals so, so viel gelernt habe über mich selbst. Und weil ich einfach gern ganz genau hinschaue. Es macht mir Freude, winzige Details zu entdecken, die andere Menschen übersehen. Deshalb liebe ich es zu puzzeln. Deshalb beobachte mit Leidenschaft Vögel. Deshalb habe ich bei der Arbeit so viel Spaß daran, Probleme aufzuspüren und zu lösen, die vorher noch niemand auf dem Zettel hatte. Und deshalb freu ich mich drauf, in meinem eigenen Leben mal wieder ganz genau hinzuschauen.


Also dasselbe wie 2014 noch mal? Natürlich nicht, das wäre ja auch langweilig! Einiges wird anders: 

  • Wir bloggen hier jetzt zu zweit. Dass der Liebste ein mindestens so guter Ausmister ist wie ich, habe ich euch vor zehn Jahren schon erklärt. Daran hat sich nichts geändert. Tatsächlich legt er nicht nur ein beeindruckendes Tempo vor, sondern geht ebenso konsequent wie furchtlos gleich ein paar richtig schwierige Themen an (aber das lasse ich ihn lieber selbst erzählen). Und nicht zuletzt: Ohne ihn wäre ich nicht hier. Danke!
  • Manche Dinge haben eine spannende Geschichte. Manche nicht. Die spannenden Geschichten wollen wir hier erzählen. Alles, was sonst noch so weg kann, wird künftig nur noch dokumentiert: einmal pro Woche mit einer Liste namens #10dinge. Weil ich es mir – und euch – ersparen möchte, über billigen Modeschmuck und Gratis-Kugelschreiber zu schreiben. Mal ehrlich: Das war schon 2014 nicht immer die reine Wonne, oder? 
  • 2014 war das #daskannweg-Jahr. Ob wir auch 2026 das Jahr voll (bzw. leer) machen? Mal gucken. Ich möchte mich da jetzt noch nicht festlegen. Ich bin wieder hier, weil ich mehr Achtsamkeit, mehr Freude und mehr Leichtigkeit in meinem Leben möchte. Nicht weil ich total scharf bin auf mehr Verpflichtungen und mehr schlechtes Gewissen. Aus diesem Grund werden wir auch nicht täglich posten.

Wir freuen uns, wenn ihr Lust habt, uns bei unserer Reise zu begleiten.

Love,
Angie und Micha


Sonntag, 18. Dezember 2016

Sei kein Sparfuchs

Hoppla, das angekündigte "nächste Mal" hat nun doch länger gedauert als geplant ... Aber da bin ich wieder. Beim vorigen Mal habe ich über den billigen Staubsauger geschrieben, den ich besaß und über den ich mich immer wieder geärgert habe, weil er so schlecht saugte.

Um mal eine wunderbar abgegriffene Journalistenfloskel zu bemühen: Dieser Staubsauger ist kein Einzelfall. Ich musste in diesem Blog schon mehrmals zugeben, dass ich in die Sparfuchs-Falle getappt bin – beispielsweise beim schwarzweißen Pullover und beim pinken Badezimmervorleger.



Zielfixierung – so nennt der Management-Trainer Peter Brandl dieses Phänomen: Man ist so auf ein bestimmtes Ergebnis (in diesem Fall: etwas für wenig Geld kaufen) fixiert, dass Gefahren zunehmend ausgeblendet und am Ende völlig ignoriert werden. Brandl sagt: „Billig ist nicht immer besser! Und: Sie sind nicht zwangsläufig cleverer als alle anderen! Wenn Sie also das nächste Mal ein besonders günstiges Angebot sehen, fragen Sie sich umsichtig, warum die Offerte so verlockend ist.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ich weiß das alles. Und doch tappe ich immer wieder in die Sparfuchs-Falle. Shampoo im Doppelpack, zwei zum Preis von einem. Die Marke wollte ich eh mal ausprobieren. Und dann gibt's im Sale diese süßen Ballerinas, 30 Prozent reduziert. Sind zwar nicht mehr in meiner Größe da, aber eine Nummer kleiner passen sie eigentlich auch ... Oh, ein Fahrradkorb, für nur 10 Euro? Super, ich wollte mir eh einen kaufen.

Dann die Ernüchterung: Das neue Shampoo riecht nicht gut, und nun hab ich gleich zwei davon. Die süßen Ballerinas sind nüchtern betrachtet eben doch eine Nummer zu klein. Und dass der Fahrradkorb von Aldi nix taugt, hätte ich mir gleich denken können. Zum Glück gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für meine eigene Unbelehrbarkeit: „Rabatt-Aktionen bringen Kunden um den Verstand“, so heißt ein Artikel auf Welt.de. Darin steht, „dass allein der Anblick von großen Prozentzeichen vor dem Preis eines Produktes das Belohnungssystem im Hirn aktiviert“. Das wies ein Neurowissenschaftler in Versuchen nach. „Gleichzeitig habe sich die Aktivität im Bereich der Selbst- und Fehlerkontrolle verringert“, heißt es weiter. Bei einem Schnäppchen setzt also das logische Denken aus.

Trotzdem: Ich sollte es inzwischen eigentlich besser wissen. Ich sollte wissen, dass dieses Geld am falschen Ende gespart ist. Dass das ein fauler Kompromiss ist. Dass ich mich ärgern werde, und zwar ohne Ende. Darüber, dass der Kram nicht funktioniert, wie er soll. Und über mich selbst und meine eigene Sparfuchsigkeit. 

 Daher lautet meine goldene #daskannweg-Regel: Kauf niemals etwas, das günstig ist, wenn du weißt, für ein bisschen mehr Geld könntest du etwas Besseres bekommen (das setzt natürlich voraus, dass du dieses Geld hast). Und wenn es ein Schnäppchen gibt, über das du dich ärgerst: Wirf es weg und kauf dir was Gescheites.

Das gilt natürlich - ist ja schließlich gleich Weihnachten - auch für Geschenke. Ehe man anderen Leuten Schnäppchenschrott ins Haus schleppt, lieber gar nix schenken!

Sonntag, 4. September 2016

Von beutellos unglücklich zu beutellos glücklich

Der Liebste und ich, wir hatten jeder einen Staubsauger, als wir beschlossen zusammenzuziehen. Er einen älteren Markenstaubsauger mit immervollem Beutel, aber richtig viel Watt (saugstark!). Ich so ein modernes Teil, beutellos, aber ein bisschen schwach auf der Brust.

Und weil der Liebste, wer regelmäßig hier liest, weiß es längst, inzwischen ein besserer Ausmister ist als ich, hatten wir nur noch einen Staubsauger, als wir dann tatsächlich zusammenzogen: Er hatte seinen an einen Kollegen in Nöten (Trennung! Besitzstandaufteilung! Staubsaugerverlust!) verschenkt.

Das ärgerte mich im Nachhinein ein wenig. Denn auch wenn ich gern über das Staubsaugerbeutelproblem gelästert hatte (diverse ergebnislose Besuche im Laden, weil kein passender Beutel zu finden war oder Unklarheit herrschte, welcher passt): Meinen Staubsauger hatte ich heimlich schon in die Fehlkauf-Schublade gesteckt.

Nun musste er es also richten. Tat er aber nicht. Nach dem Saugen war die Wohnung gefühlt noch genauso staubig wie vorher. Wir gingen schnell dazu über, stattdessen mit dem Besen durchzufegen - stört ja auch die Nachbarn nicht so und man kann nebenbei dabei Fernsehenhören ...

Richtig gut war das alles aber nicht, unter anderem weil wir auch zwei Teppiche haben, und die lassen sich nun mal nicht abkehren. Als der Staubsauger dann mal wieder komplett streikte, war klar: Der kann nicht nur weg, der muss weg.

Wir informierten uns über Staubsaugerroboter, aber als wir feststellten, dass die meisten Menschen, die einen haben, trotzdem auch einen normalen Staubsauger haben, verwarfen wir die Idee wieder - das wäre nun wirklich gegen den #daskannweg-Wenigerhaben-Gedanken. Der Neue ist wieder beutellos, aber kein Schnäppchenschrott.
Der Neue.
Als der Liebste ihn einmal quer durchs Wohnzimmer gezerrt hatte, war danach eine derart große Menge Staub im Behälter, dass ich mich fast ein bisschen schämte: wegen des vielen Staubs - und darüber, dass ich so lange mit dem schrottigen Nicht-Sauger gelebt hatte.

Und ich musste mal wieder an eine meiner #daskannweg-Regeln denken: Sei kein Sparfuchs. Dann fiel mir auf, dass ich aus unklarem Grund nie über diese Regel geschrieben habe. Das mache ich dann wohl nächstes Mal.

Sonntag, 14. August 2016

Wenn's mal wieder länger dauert

Bevor sich jetzt hier alle ein Snickers holen: Ich rede von länger. Viel länger. Einer Zeitspanne, die sich selbst mit einer größeren Menge an Snickers nicht überbrücken ließe. Ich rede von mehr als zwei Jahren. 

Am 1. August 2014 verkündete ich mit der Großkotzigkeit und dem Aktionismus der Jeden-Tag-Ausmisterin: "Der Rahmen kommt weg und das Bild bekommt einen neuen." 


Es soll nicht verschwiegen werden, dass es, siehe oben, mal wieder länger dauerte. Doch diese Geschichte hat ein Happy End (Soll ja keiner sagen, dass es zum Thema Wände dekorieren nur Rahmen-Dramen zu berichten gäbe).

Kürzlich habe ich ES getan: den alten Rahmen entsorgt, einen neuen Rahmen bestellt, gleich mit Passepartout. Eine nicht unerhebliche Menge Geld dafür ausgegeben, irgendwas über 50 Euro. Das Bild in den Rahmen reingesteckt. Woah. So gut kann das aussehen mit einem gescheiten Passepartout, mit Proportionen, die stimmen, mit Holzrahmen statt Klickfix!


Bild über den Schreibtisch gehängt. Seitdem jeden Tag: pure Freude.

Für alle, die jetzt meckern, dass es hier doch um Ausmisten gehen soll und ich diesmal gar nicht ausgemistet, sondern vielmehr angeschafft habe: Ja, ich habe angeschafft. Hier geht's aber auch gar nicht darum, möglichst wenige Dinge zu besitzen. Sondern darum, Dinge zu besitzen, die einen glücklich machen. Und dazu gehört auch, diese Dinge richtig zur Geltung zu bringen. In diesem Sinne: Zeigt, was ihr habt!

Mittwoch, 10. August 2016

Rahmen-Dramen

Wer eine neue Wohnung einrichten muss, weiß: Das Schwierigste ist die Wanddekoration. Das wenigstens ist meine Meinung dazu. Und als ob das alles nicht schon schwer genug wäre, hat das Problem auch noch zwei Facetten:

  1. Welchen Rahmen?
  2. Was rein in den Rahmen?
Was die Rahmen anging: Da hatte ich noch ein paar. Hatte ich mal bei Ikea gekauft. Vier braune Rahmen. Eigentlich wollte ich damals schwarze kaufen, aber die gab's nicht, also braune. Die Passepartouts waren inzwischen etwas vergilbt. Braune Rahmen mit vergilbten Passepartouts, das war irgendwie nicht das, was ich in der neuen Wohnung an die Wand hängen wollte. 

Doch da war ja noch diese Spraydose mit schwarzer Farbe, die eigentlich einen Kabelkanal schwarz ansprühen sollte, den wir am Ende doch nicht brauchten. Und da war diese Idee: Was wäre, wenn wir die braunen Rahmen einfach schwarz ansprühen würden? 

Wenn ich jetzt schreiben würde "Gesagt, getan", wäre das schamlos gelogen. Tatsächlich dauerte es Wochen. Wochen, in denen unter anderem Folgendes vorfiel:

  • Wir mussten eine Unterlage für die Rahmen besorgen, damit der Balkonboden keine Farbe abbekommt.
  • Wir mussten warten, bis es aufhört zu regnen.
  • Wir mussten uns aufraffen.
  • Wir mussten die Rahmen ansprühen.
  • Wir mussten die Rahmen trocknen lassen.
  • Wir mussten mit der Enttäuschung klar kommen, dass das Ergebnis nicht ganz unseren Vorstellungen entsprach (etwas unregelmäßig, ein paar Stellen ganz vergessen und ein, zwei Nasen).
  • Wir mussten neue Farbe kaufen, eine Dose war nicht genug.
In der Zwischenzeit mussten die Rahmen mehrmals umziehen in unserer Wohnung: vom Balkon ins Wohnzimmer, vom Wohnzimmer ins Arbeitszimmer und von dort zurück ins Wohnzimmer. Nicht nur die Rahmen, sondern auch die Scheiben für die Rahmen. Bei einem Transport fiel mir eine Scheibe runter. Sie ging zwar nicht kaputt dabei, aber unser Parkett hat jetzt zwei ziemlich fiese Macken an der Stelle, an der die Scheibe draufgefallen ist. 

Ich glaube, das war der Moment, wo mir klar wurde, dass diese Rahmen vielleicht keine Lösung sind, sondern ein Problem. Und dass ich angefangen hatte, sie abgrundtief zu hassen.

Wie diese Geschichte endete? Diesmal ohne Happy End. Irgendwann schauten der Liebste und ich uns seufzend an und den Tatsachen ins Auge: Die Rahmen sind Schrott. Sie nerven. Das mit dem Ansprühen war eine richtige Scheißidee. Und wir beschlossen, was wir längst hätten beschließen sollten: Die Rahmen können weg.


Samstag, 2. Juli 2016

The Kitchen Wars: Brotmaschine vs. Küchenrollenhalter

Der Küchenplaner bezeichnete unsere Küche als „ganz kleines L“. Und genau das ist sie auch. Zwischen Spüle, Herd und Kühlschrank gibt es zwei Stückchen Arbeitsplatte: eins ist einen Meter breit, eins 45 Zentimeter und dann geht es um die Ecke (L!) noch mal 30 Zentimeter weiter. Um diese wenige freie Fläche in der Küche finden in unserer ansonsten höchst harmonischen Wohn- und Lebensgemeinschaft gern mal erbitterte Verteilungskämpfe statt: Ich will immer alles in den Schrank räumen, damit wir beim Kochen möglichst viel Platz haben, der Liebste findet das unpraktisch und eventuell sogar einen Tick "Asperger", wie er gern sagt, wenn er mich so richtig ärgern will.

Nicht in den Schrank räumen möchte ich allerdings meine elektrische Brotschneidemaschine. Ich liebe gutes Brot, es gibt wenig, was mich glücklicher macht als eine Scheibe frisches Walnussbrot mit Avocado und mittelaltem Gouda, oder ein Kürbiskernbrot mit Baguettesalami ... hach! Und ich komme nun mal aus einer Brotmaschinenfamilie: Ich kann nicht ohne. Wenn ich es versuche, sieht das Ergebnis so aus:


Meine Brotmaschine gehörte mal meiner Oma, ich glaube, ich habe sie geerbt, als Oma damals ins Altersheim umzog - genau kann ich das nicht mehr rekonstruieren. Ihr Alter sieht man der Brotmaschine auch deutlich an: Ehemals weiß, ist sie nun vergilbt und hat allerlei klebrige Flecken, die sich nicht mehr abschrubben lassen. Weil der Fingerschutz fehlt, braucht man zum Schneiden von Brotresten Wagemut und Geschick. Aber: Sie funktioniert!

Der Liebste findet Brotmaschinen überflüssig (und minimalismusbeseelt wäre ich geneigt, ihm Recht zu geben, wäre da nicht meine brotmaschinenfamilienbedingte Unfähigkeit, Brot ohne Brotmaschine ... ihr wisst schon) - aber ganz besonders verhasst ist ihm mein vergilbtes Uralt-Exemplar.

Auch der Liebste hat einen Gegenstand mit in unsere Küche gebracht, der mir ein echter Dorn im Auge ist: einen blau angemalten hölzernen Küchenrollenständer. Warum um Himmels willen braucht man einen Küchenrollenständer, frage ich mich? Küchenrolle hat eine perfekte Säulenform, die ist unten flach und steht prima ohne Ständer. Und wenn ich die Küchenrolle zum Beispiel mal woanders brauche, muss ich sie erst aus dem Küchenrollenständer rausfummeln oder den Ständer mit herumtragen - beides nervt.

Nach monatelangem subtilem Geläster auf beiden Seiten schlug ich schließlich einen Kompromiss vor: Ich trenne mich von der Brotmaschine, wenn der Liebste sich vom Küchenrollenhalter trennt. Ich würde, so der Plan, lernen, wie man Brot auch ohne Brotmaschine so schneidet, dass eine Scheibe unten nicht dicker ist als oben.

Über dieses Friedensangebot musste der Liebste erst einmal nachdenken. Dann besuchten wir meine Eltern und er sah: deren Brotmaschine, edelstahlglänzend, unvergilbt, schön. Und der Liebste sprach: Eine solche Brotmaschine, edelstahlglänzend statt altersvergilbt, die würde er in unserem ganz kleinen L wohl akzeptieren. Sprach's und bestellte ohne langes Herumdiskutieren eine im Internet.

Ich handelte schnell noch aus, dass der Küchenrollenhalter auch bei Brotmaschinentausch weg muss. Und damit sind die Kitchen Wars im Hause #daskannweg beigelegt und sie und ihre neue, edelstahlglänzende Brotmaschine lebten glücklich und zufrieden ... und so weiter und so weiter.